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Zwölffingerdarmgeschwür Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die häufigste Erkrankung des Zwölffingerdarms ist das Zwölffingerdarmgeschwür, das in der Medizin „Ulcus duodeni“ genannt wird. Der Zwölffingerdarm ist ein etwa 30 cm langer Dünndarmabschnitt, der unmittelbar an den Magen anschließt. Er wird oft zusammen mit dem Magen besprochen, weil sich im Magen und im Zwölffingerdarm ähnliche Krankheitsprozesse abspielen. Die Wand des Zwölffingerdarms produziert Enzyme, die bei der Verdauung der Nahrung helfen. In den Zwölffingerdarm werden zusätzlich die Säfte der Bauchspeicheldrüse und der Galle entleert. Die Verdauungssäfte sind im Anfangsteil des Dünndarms und am Ende des Magenausgangs, dem sogenannten Zwölffingerdarm, am sauersten. An dieser Stelle können sich Geschwüre bilden. Energische, nervöse und neurotische Typen neigen besonders im Frühling und im Herbst zu Zwölffingerdarmerkrankungen. Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren sind häufiger betroffen als Frauen. Bemerkenswert ist, dass die erkrankten Menschen meistens die Blutgruppe 0 haben und aus Familien kommen, in denen bereits früher Geschwüre aufgetreten sind.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Zwölffingerdarmgeschwür

ZwölffingerdarmgeschwürDie Symptome zeigen sich bei den Patienten immer wieder unterschiedlich und sind gelegentlich schwer einzuschätzen. Gemeinsam sind brennende Schmerzen zwischen der Bauchmitte und den untersten Rippen. Die Qualen machen sich besonders in den frühen Morgenstunden bemerkbar und stören den Schlaf. Man spricht in diesem Fall von „Nüchternschmerz“. Ansonsten treten die Schmerzen zwei Stunden nach der Mahlzeit auf. Sie werden gelindert, wenn man wieder etwas isst, Milch trinkt oder säurehemmende Medikamente einnimmt. Wer ein Zwölffingerdarmgeschwür hat, leidet etwa sechs Wochen immer nach den Mahlzeiten unter Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtabnahme und gelegentlichem Erbrechen. Nach dieser Phase kann es überraschend zu beschwerdefreien Zeiten kommen, die Monate oder manchmal sogar Jahre dauern.

Ursachen

Die Ursache dieser Krankheit ist eindeutig eine Übersäuerung des Magenausgangs. Zusätzlich baut zuviel Pepsin, ein Verdauungsenzym, die Proteine im Magen ab. Menschen, die schnell nervös werden, sind besonders gefährdet, weil Stress und Angstgefühle ein Geschwür verursachen oder verschlimmern können. Auch Rauchen fördert die Erkrankung. Geschwüre im Zwölffingerdarm können ebenso durch Vergiftungen und Verbrennungen ausgelöst werden. Eine Nahrungsmittelvergiftung wird durch verdorbene Speisen oder Nahrung, die Krankheitserreger enthalten, verursacht. Viel häufiger als seelische Belastungen, Rauchen oder unbewältigter Stress werden bei 75 % der Patienten „Helicobacter Pylori“ Bakterien als Ursache verantwortlich gemacht. Jeder zweite Mensch, der älter als 50 Jahre ist, hat diese Stäbchenbakterien in seinem Magen oder Dünndarm. Sie nisten sich unter der Schleimhaut ein, die den Magen vor Säure schützt. Selbst können sie keine Säure vertragen, sind aber in der Lage, die umgebende Säure mit dem selbst produzierten Enzym Urease so zu neutralisieren, dass aus dem im Magen vorhandenen Harnstoff Kohlendioxid und Ammoniak entstehen. Die Bakterien überleben auf diese Weise in einer neutralen Umgebung, weil Ammoniak die Magensäure neutralisiert. Zusätzlich produzieren die Bakterien schädliche Zellgifte. Die Schleimhaut des Zwölffingerdarms wird durch den Kontakt mit den Bakterien und dem Ammoniak so geschädigt, dass sie ihre Schutzfunktion nicht mehr leisten kann. Auch Medikamente können zur Erkrankung des Zwölffingerdarms beitragen. So hemmen entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten die Produktion der Schleimschicht, die den Dünndarm schützt. Zu diesen Medikamenten gehören Ibuprofen und Acetylsalicylsäure. Ebenso können Kortisonpräparate die Schutzschicht des Magens und des Dünndarms angreifen, wenn sie gemeinsam mit Cyclooxygenasehemmern, das sind, Schmerzmittel gegen Arthritis und Rheuma, eingenommen werden. Das Hormon Gastrin, das der Körper zur Produktion der Magensäure selbst herstellt, ist in eher seltenen Fällen die Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür.

Komplikationen

Wie ein Magengeschwür kann auch ein Zwölffingerdarmgeschwür durchbrechen und bluten. Bricht das Geschwür nach hinten in die Bauchspeicheldrüse durch, kann es zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Der Patient hat dann starke Rückenschmerzen, die bis in die Schulter ausstrahlen. Eine weitere Komplikation ist die durch Narben bedingte Verengung des Magenausgangs und die Entzündung der Muskulatur. Die Nahrung kann nicht mehr ungehindert transportiert werden und der erkrankte Patient muss erbrechen.

Was kann man selbst tun?

Wer ein Zwölffingerdarmgeschwür hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, möglichst nicht rauchen und Stress vermeiden. Hilfreich ist ein geordnetes Leben mit regelmäßigen Mahlzeiten. Öfter eine kleine Portion zu essen ist besser, als den Magen mit einer großen Menge zu belasten. Lebensmittel, die die Produktion der Magensäure fördern, sollte man meiden, wie Gebratenes, scharfe Gewürze, Süßigkeiten, Liköre, Schnaps und Wein.

Was tut der Arzt?

Zuerst ermittelt der Arzt die Krankheitserscheinungen und deren Vorgeschichte. Um eine Diagnose zu erstellen, veranlasst er eine Magenspiegelung, auch Endoskopie genannt. Dabei wird ein bewegliches optisches Instrument, das Endoskop, durch den Mund in den Magen und dann in den Dünndarm eingeführt. So kann er die Schleimhaut des Magens und des Dünndarms ansehen. Er entnimmt Gewebeproben, um festzustellen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Diesen Vorgang nennt man Biopsie. Die Gewebeproben werden unter einem Mikroskop untersucht und analysiert. Erkennt der Facharzt, dass das Geschwür durch „Helicobacter Pylori“ Bakterien entstanden ist, verschreibt er für sieben Tage Antibiotika und einen Säureblocker. Fachärzte sprechen von der „Eradikationstherapie“. Im Anschluss daran wird die Magenspiegelung wiederholt. Sind die Bakterien verschwunden, hat der Patient keine Beschwerden mehr. Die Erfolgsquote beträgt 90%. Statt einer Magenspiegelung ist ein Atemtest möglich. Man trinkt eine Lösung, der Harnstoff zugesetzt wurde. Sind im Organismus „Helicobacter Pylori“ Bakterien vorhanden, spaltet das Enzym Urease den Harnstoff in Kohlendioxid und Ammoniak auf, Stoffe, die der Arzt im Atem nachweisen kann. Werden die „Helicibacter Pylori“ Bakterien nicht nachgewiesen, verschreibt der behandelnde Arzt Tabletten, die die Magensäure binden, krampflösende Medikamente und verordnet Ruhe und Erholung. Bis zu 40% der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bilden sich selbst zurück. Die Heilungsprozesse werden durch eine Änderung der psychisch-vegetativen Lebensbedingungen unterstützt. Für diese These sprechen Untersuchungen, in denen circa 40 bis 50 Prozent der Patienten sogenannte Scheinmedikamente bekamen, die keine Wirkstoffe enthielten und Placebos genannt werden. Die heilende Wirkung von säurebindenden Medikamenten überstieg die Heilungsquote der Placebos nur sehr gering. Bei akuten Komplikationen, wie Blutungen, Durchbruch des Geschwürs oder Verengung des Magenpförtners, muss der Patient operiert werden.

Fazit

Allen Patienten, die unter drückenden, kneifenden oder stechenden Bauchschmerzen leiden, wird dringend empfohlen, einen Facharzt zu besuchen. Während beim Magengeschwür das Druckgefühl und die Schmerzen kurz nach dem Essen auftreten, quälen sie beim Zwölffingerdarmgeschwür einige Stunden nach dem Essen. Bei einigen Ulcuspatienten treten diese Symptome aber gar nicht auf. Sie haben völlig untypische Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Aufstoßen. Auf Dauer sollte sich niemand selbst Schmerzmittel oder Säureblocker verordnen und unkontrolliert einnehmen.