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Darmverschluss Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Er ist durchschnittlich acht Meter lang und besitzt dabei eine Gesamtoberfläche von fast 500 Quadratmetern: der menschliche Darm. Er ist ein sehr vielfältiges Organ. Das geht sogar so weit, dass der Darm, wenn der Magen komplett entfernt wird, Aufgaben des Magens mit übernehmen kann. Alles, was der Mensch isst und trinkt, muss letztlich irgendwie durch diesen gewundenen Kanal im Körper. Eigentlich besteht der Darm aus sechs unterschiedlichen Därmen, die alle auf ihre eigene Weise zu Verdauung und zur Verwertung der Nahrung beitragen. Der Darm versucht alles, was zu ihm gelangt, sinnvoll für den Körper auszunutzen. Das heißt, wenn der Darm blockiert ist, kann der Mensch nichts mehr zu sich nehmen – aber auch nichts mehr in Form von Kot abgeben. Und das verursacht große Schmerzen. Doch nicht nur deshalb ist der Darmverschluss oder Ileus, wie er auf Griechisch heißt, so gefürchtet. Eigentlich ist dieses gewaltige Verdauungsorgan ziemlich robust. Umso schlimmer wird es, wenn der Darm dann einmal ausfällt. Eine schlimme und lebensbedrohliche Komplikation ist ein Darmverschluss, wenn er als unerwünschter Begleiter einer schweren Krankheit in Erscheinung tritt. Er kann auch Folge einer einfachen mechanischen Störung sein, also einer Art Unfall im Körper. Das kann eine einfache Verstopfung sein, die zum Beispiel durch einen Fremdkörper hervorgerufen wird. Durch eine entzündete Fistel kann ein Gallenstein in den Darm gelangen und ihn blockiert. Selbst ein simpler Kotballen kann zum Darmverschluss führen. Doch es passiert auch, dass der Darm abgeknickt wird und deshalb verschließt. Solche Situationen entstehen zum Beispiel durch Eingeweidebrüche oder einer Verdrehung des Darms. All das nennt man einen mechanischen Ileus. Die andere Möglichkeit ist der paralytische Darmverschluss. Dann stellt der Darm seine Tätigkeit komplett ein.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Darmverschluss

DarmverschlussEin Darmverschluss ist für den Betroffenen zunächst eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Der ganze Bauch bläht sich auf, es kommt zum sogenannten Meteorismus. Erbrechen des Magen- und Darminhaltes ist ein weiteres Symptom bis hin zu der gefürchtetsten Misere, dem Erbrechen von Kot. Normalerweise sind die Geräusche des Darmes gut vernehmbar, doch ein Darmverschluss kann zur sogenannten „Grabesstille“ führen, das heißt, im Darm tut sich überhaupt nichts mehr. Bedrohlich kann es für den Patienten werden, wenn sich aus dem Darmverschluss eine Bauchfellentzündung, eine Peritonitis, entwickelt. Hieraus kann sich eine lebensbedrohliche Sepsis bilden. Es ist denn auch ein grundsätzliches Problem des Darmverschlusses, dass sich im ganzen Körper nun Bakterien verbreiten, sie alles infizieren können. Ein multiples Organversagen kann die Folge sein. Das führt unweigerlich zum Tod des Patienten.

Diagnose

Die Diagnose des Darmverschlusses ist eine diffizile Angelegenheit, denn es gibt einige Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen, die ausgeschlossen werden müssen. Dazu gehören die Pseudobstruktion, auch Ogilivysyndrom genannt, das Reizdarmsyndrom (Colon Spasticum), eine chronische Verstopfung oder Morbus Crohn. Wichtig ist bei der Diagnose eine Unterscheidung zwischen dem mechanischen und dem paralytischen Ileus. Die bereits erwähnte Grabesstille deutet auf einen paralytischen Darmverschluss hin. Liegt eine mechanische Ursache des Ileus vor, dann sind im Darm metallische Geräusche zu hören. Der Mediziner spricht von der Hyperperistaltik. Nach der Aufnahme ins Krankenhaus muss sich der Patient einer Röntgenuntersuchung des Abdomens, also des Bauches unterziehen, außerdem wird ihm Blut abgenommen, um die Laborwerte zu ermitteln. Ergeben das Abhören und die Röntgenaufnahmen noch einen klaren Befund, dann kann auch noch eine Sonografie, also eine Ultraschalluntersuchung, Aufschluss über den Zustand des Patienten bringen. Die stößt allerdings auch an die Grenzen. Der geblähte Bauch ist mit Gasen, der sogenannten Darmluft gefüllt. Genau die kann dem Ultraschallgerät gewisse Schwierigkeiten bereiten. Aus diesem Grund wird beim Verdacht auf Darmverschluss inzwischen auch gerne auf eine Computertomographie, das CT, zurückgegriffen. Die Probleme die es beim Ultraschall und beim Röntgen gibt, hat der Computertomograph nicht. Mit der teureren Untersuchung lassen sich zudem genauere Ergebnisse erzielen. Doch trotz Röntgen, Ultraschall und CT lässt sich ein Illeus bisweilen nicht mit der letzten notwendigen Sicherheit diagnostizieren. In diesem Fall gibt es nur eine Möglichkeit: Die Operation. Sie dient dann der Diagnose und gleichzeitig der Behandlung.

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Behandlung

In den meisten Fällen muss ein Illeus operiert werden. Während heutzutage in vielen Fällen Chirurgen mikroinvasive Eingriffe bevorzugen, das heißt mit kleinen Einschnitten und Sonden, die in den Körper geführt werden, heißt es beim Darmverschluss häufig, offen zu operieren. In selteneren Fällen ist auch eine medikamentöse Behandlung denkbar. Allerdings besteht grundsätzlich immer ein Problem: Wenn der Darm nicht arbeitet, können dem Körper keine Nährstoffe zugeführt werden. Das führt zwangsläufig dazu, dass der Patient verhungert – egal wie viel er isst. Wenn es der Körper nicht verwerten kann, macht Essen keinen Sinn. In diesem Fall muss der Betroffene dann zunächst parenteral ernährt werden. Darunter versteht man eine spezielle Art der künstlichen Ernährung. Sie umgeht den gesamten Verdauungstrakt. Eine Nährlösung, bestehend aus Wasser Elektrolyten, Kohlehydraten, Aminosäuren, Fett und Vitaminen, wird dem Patienten über eine Infusion verabreicht. Das hat allerdings einige unangenehmen Folgen. Einerseits kann die parentale Ernährung nicht über eine Vene am Arm erfolgen. Es besteht die Gefahr von großen Schmerzen und Entzündungen. Die Infusion muss also an eine Zentralvene angelegt werden. Allerdings hat auch das seine Tücken, denn die Gefahr, dass sich am Katheter Keime ansiedeln ist relativ groß und deshalb sollte die parenterale Ernährung auch nur auf einige Tage begrenzt bleiben. Ist die Stelle des Verschlusses gefunden, lässt sich die Ursache meist relativ schnell operativ beheben. Das heißt die Stelle, an der der Darm zum Beispiel abgeknickt ist, wird herausgeschnitten, die offenen Enden abgeschnitten und wieder miteinander vernäht.

Vorbeugung

Selten kommt ein Darmverschluss einfach so daher. Häufig handelt es sich beim Ileus um die Komplikation einer anderen Krankheit. Daher ist es nicht leicht, dem Darmverschluss, etwa wie bei anderen Krankheiten, effektiv vorzubeugen. Trotzdem gibt es das ein oder andere, was der Mensch vorbeugend tun kann. Vor allem hilft er damit auch seiner allgemeinen Gesundheit. Hier ist vor allem die Ernährung zu nennen. Sie sollte ballaststoffreich sein und viel Obst und Gemüse umfassen. Auf Dinge, die schwerverdaulich sind und sprichwörtlich „schwer im Magen liegen“, sollte man dagegen möglichst verzichten. Hilfreich ist auch, sich viel zu bewegen und regelmäßig Sport zu betreiben. Gerade wenn man zum Beispiel beruflich, eher zu sitzenden Tätigkeiten verdammt ist. Grundsätzlich ist alles gut, was die Darmpassage beschleunigt. Deshalb ist es auch durchaus sinnvoll, den Stuhlganz immer wieder zu beobachten.