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FSME Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die FSME – Frühsommermeningoenzephalitis – ist eine durch Zecken übertragbare Infektionskrankheit. Auslöser der Krankheit ist das FSME-Virus, welches zur Familie der Flaviviridae gehört. Vor und während des Bisses sondert die Zecke Speichel ab. Dieser hat eine anästhesierende Wirkung, so dass der Wirt nicht bemerkt, wenn er gebissen wird und die Zecke in Ruhe Blut saugen kann. Das FSME-Virus ist im Speichel enthalten und wird beim Biss in die Wunde eingebracht, wo es sich über den Blutkreislauf verbreiten kann. FSME ist eine meldepflichtige Krankheit. Neben der Frühsommermeningoenzephalitis können Zecken auch die Borreliose übertragen. FSME heilt meist folgenlos aus. Jedoch kann insbesondere bei Kindern und Senioren die Krankheit auch tödlich verlaufen. Unbehandelt oder nicht rechtzeitig erkannt können bei den Betroffenen neurologische Ausfälle zurückbleiben. Man kann jedoch vorbeugende Maßnahmen im Sinne von Impfungen ergreifen, um sich gegen eine Infektion mit FSME zu schützen.

Hinweis: Eine einmal durchgemachte FSME-Erkrankung schützt nicht vor einer erneuten Infektion. Diese kann immer wieder auftreten, es sei denn, man hat einen ausreichenden Impfschutz.

Symptomatik bei FSME

FSMEEine FSME muss nicht unbedingt Symptome aufweisen. Liegt eine Infektion mit dem FSME-Virus vor, so können zwei Verlaufsformen die Folge sein. Bei der inapparenten FSME liegt eine Infektion vor, die keinerlei Symptome zeigt. Die zweite Form wird als manifeste FSME bezeichnet, da sie sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht. In vielen Fällen – ca. 70 Prozent – kann die Infektion mit dem FSME-Virus asymptomatisch verlaufen. Hierbei zeigen sich keine Symptome, so dass erst eine Blutuntersuchung die bereits abgelaufene Infektion nachweisen kann. Nur bei ca. 30 Prozent verursacht die Infektion Beschwerden. Bei der zweiten Verlaufsform, der manifesten FSME, kann man zwischen zwei Phasen unterscheiden. Die beiden Phasen treten meist hintereinander auf, wobei es durchaus vorkommen kann, dass die Krankheit bereits nach der ersten Phase abklingt. Die zweite Phase tritt dadurch erst gar nicht in Erscheinung. Die erste Phase bei einer FSME hat eine Dauer von drei bis acht Tagen. Hierbei treten grippeähnliche Symptome auf. Neben Fieber und Husten, klagen die Betroffenen über Kopf- und Gliederschmerzen. Die zweite Phase der FSME zeigt sich in Form verschiedener Erkrankungen. Je nachdem welche Struktur befallen ist, kann man zwischen folgenden Entzündungen unterscheiden: Meningitis (Entzündung der Hirnhäute), Meningoenzephalitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) Myelo-Meningoenzephalitis (Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn, Rückenmark), isolierte Myelitis (Entzündung des Rückenmarks ohne Beteiligung des Gehirns oder der Hirnhäute).

Meningitis

Die Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Die Betroffenen klagen zu Beginn der Erkrankung über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Als Reaktion auf die Entzündung stellt sich zumeist hohes Fieber ein, begleitet von Schüttelfrost. Des Weiteren zeigt sich hier erstmals die sog. Nackensteifigkeit, die ein typisches und signifikantes Symptom der Meningitis darstellt. Im späteren Verlauf der Hirnhautentzündung zeigt sich eine starke Unruhe bei den Betroffenen, die sich auch als Bettflucht bemerkbar macht. Da die Funktionen des Gehirns durch die Entzündung beeinträchtigt sind, erkennen die Patienten oftmals ihre Umgebung nicht mehr. Neben Benommenheit, Müdigkeit und Schmerzen, können Bewusstseinsstörungen auftreten. Des Weiteren sind viele Betroffene lichtempfindlich und neigen zu Krampfanfällen. Die Beschwerden bei einer Meningitis klingen meist nach ein bis zwei Wochen ab. Kinder (Säuglinge und Kleinkinder) weisen bei einer Meningitis oftmals andere Symptome auf als Erwachsene. Das Fieber geht meist einher mit zugleich kalten Extremitäten. Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust treten meist als Folge von Erbrechen und Durchfall auf, können jedoch auch als Einzelsymptome in Erscheinung treten. Betroffene Kinder weisen zudem eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit auf. Bei Säuglingen verschlechtert sich der Gesundheitszustand sehr schnell. Weitere Symptome bei Kindern sind ein teilnahmsloser Ausdruck. Des Weiteren reagieren sie auf keine äußeren Reize und sind nur noch schwer zu wecken. Das typische Symptom der Meningitis, die Nackensteifigkeit, kann hier komplett fehlen. Allerdings lässt sich dies bei Babys auch nur sehr schwer feststellen. Ein signifikantes Anzeichen für eine Hirnhautentzündung kann jedoch eine Verhärtung oder eine Wölbung nach außen der Fontanelle sein. Die Fontanelle ist eine Knochenlücke am kindlichen Schädelknochen, die von weichem Gewebe überzogen ist. Die Fontanelle ist bei gesunden Kindern eher leicht nach innen gewölbt.

Wichtiger Hinweis: Während bei Erwachsenen die Krankheit nach ein bis zwei Wochen folgenlos abheilen kann, besteht bei Kindern akute Lebensgefahr. Aufgrund dessen sollte schon bei bloßem Verdacht auf eine Meningitis umgehend das Krankenhaus aufgesucht werden. Auch bei Senioren kann die Meningitis nicht immer zweifelsfrei diagnostiziert werden. Vor allem wenn andere Erkrankungen wie z. B. Durchblutungsstörungen, Demenz, usw. vorliegen, können die Symptome einer Meningitis oftmals nicht dieser zugeordnet werden.

Meningoenzephalitis

Bei einer Meningoenzephalitis liegt eine Entzündung im Bereich der Hirnhäute und des Gehirns vor. Neben den oben genannten Symptomen der Meningitis, kommt es zu Bewusstseinsstörungen, die sich unbehandelt in ein Koma entwickeln können. Durch die Entzündung im Gehirn werden die Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt, so dass Krampfanfälle die Folge sein können. Da sich die Entzündung insbesondere auf das zentrale Nervensystem auswirken kann, treten häufig Lähmungen auf, die vor allem die Gesichtsmuskulatur betreffen. Die Meningoenzephalitis heilt in der Regel nach ca. drei Wochen ab.

Myelo-Meningoenzephalitis

Bei der Myelo-Meningoenzephalitis ist neben Gehirn und Hirnhäuten auch das Rückenmark von der Entzündung betroffen. Die Symptome der Meningoenzephalitis treten hier meist verstärkt auf. Zudem sind aufgrund der Beteiligung des Rückenmarks auch andere Bereiche des Körpers betroffen. Dies äußert sich hauptsächlich in Lähmungen, die neben dem Schultergürtel und Armen auch die Beine betreffen können. Die Lähmungserscheinungen an den Extremitäten können plötzlich auftreten. Des Weiteren können sie sich jedoch auch langsam und schleichend über mehrere Tage hinweg entwickeln. Diese Erkrankung der FSME heilt meist erst nach zwei Monaten ab.

Allgemeiner Hinweis bei FSME

Gegen FSME gibt es keine Therapie. Die Behandlung der Erkrankung beschränkt sich auf allgemeine Maßnahmen wie Bettruhe und medikamentöser Therapie der einzelnen Symptome mit schmerzlindernden, beruhigenden und krampflösenden Arzneimitteln. Bei Betroffenen, in denen die Erkrankung in die zweite Phase übergeht, müssen intensivmedizinisch überwacht werden.

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