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Jodmangel Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Als Jodmangel wird eine Unterversorgung des Körpers mit dem Spurenelement Jod bezeichnet. Vor allem ist eine ausreichende Jodzufuhr über Nahrungsmittel wichtig, damit die Schilddrüse ausreichende Schilddrüsenhormone aufbauen kann. In der Medizin wird dann von einem Jodmangel gesprochen, wenn die tägliche Versorgung eines Menschen mit Jod unter der empfohlenen Tagesdosis liegt. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der tägliche Jodbedarf eines erwachsenen Menschen im Durchschnitt bei ca. 180 bis 200 Mikrogramm. Steigen kann der Jodbedarf beispielsweise bei stillenden oder schwangeren Frauen.

Anzeichen von Jodmangel

Inhaltsverzeichnis zum Thema Jodmangel

Eine Unterversorgung mit Jod und eine damit verbundene eingeschränkte Produktion von Schilddrüsenhormonen können bei Betroffenen längerfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (auch als Hypothyreose bezeichnet) führen. Mögliche Symptome, die mit einer solchen Schilddrüsenunterfunktion einhergehen können, treten in der Regel schleichend auf und werden von Betroffenen häufig zunächst nicht mit Jodmangel in Verbindung gebracht. Symptome bei Jodmangel unterscheiden sich beispielsweise in Abhängigkeit vom Lebensalter eines Betroffenen und der entsprechenden Ausprägung eines vorliegenden Jodmangels. Zu den Symptomen, die bei vorliegendem Jodmangel häufig auftreten können, zählen beispielsweise Lustlosigkeit und Müdigkeit. Verbunden hiermit kann es zu einer Einschränkung von Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit kommen. Darüber hinaus kann ein vorliegender Jodmangel mit folgender Schilddrüsenunterfunktion zu Schlafstörungen und/oder einem erhöhten Schlafbedürfnis führen. Zu den weiteren möglichen Hinweisen auf eine vorliegende Unterversorgung mit Jod zählt beispielsweise das Auftreten von Schluckbeschwerden; diese sind in vielen Fällen verbunden mit einem typischen Kloßgefühl im Hals. Auch Stimme und Aussprache können von einem Jodmangel beeinträchtigt sein: So kann die Stimme eines Betroffenen beispielsweise heiser bzw. rau klingen und die Aussprache undeutlich werden. Auch auf den Verdauungstrakt kann sich ein vorliegender Jodmangel auswirken. Äußern kann sich dies unter anderem in Störungen des Verdauungsprozesses und/oder dem Auftreten von Verstopfung (Letzteres zeigt sich vergleichsweise häufig bei älteren Menschen, die unter Jodmangel leiden). Ist die Haut eines von Jodmangel betroffenen Menschen in Mitleidenschaft gezogen, so kann sich dies durch sehr trockene Haut zeigen. Neben einer möglichen Erhöhung der Cholesterinwerte kann Jodmangel darüber hinaus zu Gewichtszunahme führen. Außerdem ist es möglich, dass von Jodmangel Betroffene einer erhöhten Infektanfälligkeit unterliegen oder eine erhöhte Kälteempfindlichkeit (vor allem bei älteren Menschen) aufweisen. In einigen Fällen können sich infolge eines Jodmangels außerdem die sichtbaren Halsvenen verändern. Auch ist es möglich, dass die psychische Befindlichkeit eines Menschen durch eine Unterversorgung mit Jod beeinträchtigt ist: Als mögliche Begleiterscheinungen von Jodmangel können sich unter anderem Ängste und depressive Verstimmungen einstellen.

Symptome chronischen Jodmangels

JodmangelLiegt ein Jodmangel langfristig vor, so kann dies verschiedene gesundheitliche Folgen haben. Einem langfristigen Jodmangel mit resultierender Schilddrüsenunterfunktion kann eine erhöhte Zellteilung der Schilddrüse folgen. Bezeichnet wird dieser krankhafte Prozess auch als sogenannte Hyperplasie. Im weiteren Verlauf einer chronischen Unterversorgung mit Jod kann sich beim Betroffenen außerdem eine Hypertrophie einstellen; hierbei handelt es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse, die auf eine Zellvergrößerung der Schilddrüse zurückzuführen ist. Eine Schilddrüsenvergrößerung durch Jodmangel drückt sich unter anderem durch die Entstehung eines Kropfes bzw. einer Struma aus; von einem Kropf wird dann gesprochen, wenn eine Vergrößerung der Schilddrüse entweder von außen zu erkennen, ertastbar oder messbar (anhand der Messung des Halsumfanges) ist. Ein Kropf ist nicht nur mögliche Folge einer Schilddrüsenunterfunktion infolge von Jodmangel, sondern kommt in anderen Formen als mögliches Symptom etwa auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse oder bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse vor – um einen Kropf infolge einer Unterfunktion der Schilddrüse von den übrigen Formen abzugrenzen, wird dieser in der Medizin auch bezeichnet als sogenannte hypothyreote Struma. Eine auftretende Struma infolge einer Schilddrüsenunterfunktion kann nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hinsichtlich deren Ausprägung in verschiedene Grade eingeteilt werden; so liegt eine Struma mit Grad 0b etwa dann vor, wenn diese zwar nicht sichtbar, aber tastbar ist. Ein Kropf wird mit Gradbezeichnung 1 versehen, wenn der Kropf tastbar und dann sichtbar ist, wenn der Kopf eines Betroffenen zurückgebeugt wird. Grad 2 bezeichnet eine Struma, die eindeutig sichtbar ist, und mit dem Zusatz ‚Grad 3‘ wird schließlich ein sichtbarer Kropf großer Ausprägung versehen. Eine weitere mögliche Folge eines chronischen Jodmangels ist ein autonomes Adenom. Diese Bezeichnung beschreibt eine Schilddrüsenerkrankung in Form eines Knotens aus Schilddrüsengewebe, der unter anderem auch bezeichnet wird als heißer Knoten. Besteht ein solcher Knoten des Schilddrüsengewebes, so ist es möglich, dass sich bei plötzlicher vermehrter Jodaufnahme (über Medikamente oder über die Nahrung) durch den Betroffenen eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt, die zurückzuführen ist auf eine überschießende Produktion von Hormonen durch die vergrößerten Areale der Schilddrüse. Ebenso wie eine Schilddrüsenunterfunktion kann auch eine Schilddrüsenüberfunktion zu einer Vielzahl von Symptomen führen.

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Zu den möglichen Symptomen zählen beispielsweise ein beschleunigter Herzschlag, eine erhöhte Schweißproduktion, Nervosität und/oder das Auftreten von Gewichtsverlust. Sind Kinder von einer Unterversorgung mit Jod betroffen, können Störungen in geistiger und körperlicher Entwicklung sowie dem Wachstum eines betroffenen Kindes auftreten. Ebenso wie bei Erwachsenen, die unter mangelnder Jodzufuhr leiden, kann es im Rahmen von Jodmangel auch bei Kindern zu Beeinträchtigungen von Konzentration und Leistung kommen. Liegt bei einem Kind bereits bei dessen Geburt ein deutlicher Jodmangel bzw. ein damit verbundener Mangel an verschiedenen Schilddrüsenhormonen vor, so kann dies bei ausgeprägtem Symptomverlauf zum sogenannten Kretinismus führen. Mögliche Symptome eines solchen Kretinismus sind beispielsweise Verlangsamungen des Stoffwechsels eines betroffenen Kindes oder Fehlbildungen, die das Skelett betreffen. Entsprechende Fehlbildungen des Skeletts können sich beispielsweise äußern durch einen Zwerg- bzw. Minderwuchs oder auch durch die Verkürzung von Extremitäten wie Armen und Beinen. Auch können im Rahmen eines Kretinismus Sprachstörungen oder eine Schwerhörigkeit vorliegen. In einigen Fällen stellt sich bei Kindern mit Kretinismus auch eine Taubheit ein. Ferner kann sich Kretinismus äußern in Symptomen wie trockener Haut oder einer verdickten Zunge Betroffener. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, dass eine Schilddrüsenunterfunktion, die dem Kretinismus zugrunde liegt, eine Fettleibigkeit betroffener Kinder begünstigt. Auch, wenn bei Kindern mit angeborener Schilddrüsenunterfunktion nicht der Kretinismus als sogenanntes Krankheitsvollbild auftritt, können infolge der Minderproduktion von Hormonen geistige Behinderungen (in der Medizin auch bezeichnet als mentale Retardierungen) in verschieden starken Ausprägungsgraden auftreten.