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Gürtelrose Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Infektion, welche auch als Herpes Zoster bezeichnet wird. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften Bläschenbildung entlang der betroffenen Nervenbahnen. Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, besonders HIV-Infizierten oder Krebspatienten, kann die Gürtelrose einen schwereren Verlauf als allgemein üblich nehmen. Der charakteristische Ausschlag entsteht durch das Übergreifen eines entzündeten Nervs auf das umliegende Hautgebiet. In der Regel tritt der Ausschlag nur auf einer Körperseite auf, bevorzugt sind Bauch, Brustkorb oder Gesicht befallen. Bei älteren Menschen bleiben die Schmerzen oft noch Monate nach Abklingen des Ausschlags bestehen. Bei durch eine Infektion mit Gürtelrose verursachten lang anhaltenden Schmerzen spricht man von einer postherpetischen Neuralgie. Die Gürtelrose wird durch das Varicella-Zoster-Virus aus der Familie der Herpesviren übertragen. Im eigentlichen Sinne handelt es sich um eine Reaktivierung des Virus im Körper. Bei einer erstmaligen Infektion erkrankt der Betroffene an Windpocken. Die Viren verbleiben in den Spiralganglien genannten Nervenzellen. Werden sie im Laufe des Lebens reaktiviert, kommt es zum Auftreten der Gürtelrose. Der Mensch ist der einzige Wirt des Varicella-Zoster-Virus.

Die Gründe, warum es zu einer Reaktivierung der Viren kommt, sind weitgehend unbekannt. Häufig werden Vorerkrankungen und Stresssituationen als Ursachen genannt. Seltener findet die Einwirkung von UV-Licht in diesem Zusammenhang Erwähnung. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Kontakt mit den Hautbläschen. Jährlich kommt es deutschlandweit zu etwa 400.000 Erkrankungen. Die meisten Patienten haben das 50. Lebensjahr überschritten. Gefährdet ist beinahe jeder, da ein Großteil durch eine bereits durchlebte Windpocken-Infektion zum Träger des Virus geworden ist. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen. Auch durch Schmierinfektion können die Erreger auf kontaminierten Gegenständen über die Schleimhäute in Nase, Mund oder Augen gelangen. Der Erreger der Gürtelrose ist sehr kurzlebig und binnen zehn Minuten sterben die Viren ab.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Gürtelrose

GürtelroseWenige Tage vor Ausbruch der Krankheit fühlen sich Betroffene oft müde und abgeschlagen. Zu diesem allgemeinen Krankheitsgefühl kommt häufig auch Fieber hinzu. Ein halbseitiger stechender Schmerz und ein Jucken und Brennen der Haut kündigen ebenfalls eine Gürtelrose an. In den Folgetagen treten die typischen Hautbläschen an Brustkorb, Beinen, Armen oder Rücken in Erscheinung. Die Bläschen breiten sich gürtelartig aus, sind mit Flüssigkeit gefüllt und erreichen in etwa die Größe eines Reiskorns. Innerhalb weniger Tage verkrusten die Bläschen und nach etwa zehn Tagen ist eine Gürtelrose abgeheilt. Oftmals bleiben Narben zurück. Wenn der Augennerv betroffen ist, kommt es zu einer Entzündung der Augenhornhaut. Das Auge schmerzt und ist gerötet, der Patient sieht verschwommen und reagiert empfindlich auf Lichteinfall. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann es zu einer dauerhaften Schädigung des Auges kommen.

Beim ersten Auftreten dieser Symptome sollte ein Arzt konsultiert werden. Selten ist bei einer Gürtelrose der Gesichtsnerv infiziert, was eine Gesichtslähmung zur Folge haben kann. Die Muskeln einer Gesichtshälfte sind dann teilweise oder vollständig gelähmt. Die Mundwinkel können absacken und das betroffene Auge tränt und lässt sich nicht mehr schließen. Bei einer Gesichtslähmung kann es auch zu einer Beeinträchtigung des Geschmackssinns kommen. Bei Zoster oticus sind die Ohrmuschel und der Gehörgang betroffen. Die Folgen sind ein gestörter Gleichgewichtssinn und Schwerhörigkeit. Bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem kann es zu einer lebensbedrohlichen Form der Gürtelrose kommen, welche das gesamte Nervensystem angreift. Eine Ansteckungsgefahr mit Gürtelrose besteht kurz vor Auftreten des Ausschlages bis zu dessen Abtrocknung.

Behandlung

Bei einer Infektion mit Gürtelrose sollte eine Behandlung umgehend eingeleitet werden. Da es nicht sofort zur Bläschenbildung kommt, ist die Krankheit zunächst schwer zu diagnostizieren. Schmerzen im Rippenbereich werden in diesem Zusammenhang häufig fälschlicherweise als Angina Pectoris, eine Verengung der Herzkranzgefäße, diagnostiziert. Das Virus kann direkt mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen werden. Hierzu werden Gewebeproben oder Flüssigkeit aus den Bläschen entnommen. Eine schnellstmögliche Behandlung mit Medikamenten gegen Viren (Virostatika) kann die Symptome lindern und eine postherpetische Neuralgie verhindern. Ein Arzt sollte schnellstmöglich aufgesucht werden, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist, oder die Augen in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Wer an Gürtelrose erkrankt ist, sollte Feuchtigkeit, Zugluft und Kälte meiden. Es empfiehlt sich Bettruhe. Wärme lindert die Beschwerden. Antibiotika haltige Puder lassen die Bläschen eintrocknen. Die betroffenen Hautstellen sollten wenig in Kontakt mit Wasser gebracht werden. Duschen ist einem Vollbad vorzuziehen. Eine zusätzliche Gabe von Vitamin B kann das angegriffene Nervensystem stärken helfen. Es sollten keine Parfüms, Cremes oder Seifen in Kontakt mit den betroffenen Hautstellen gelangen. Durch ausreichend Schlaf und den Verzicht auf Alkohol und Nikotin lässt sich das Immunsystem stärken und die Heilung beschleunigen.

In der Regel klingt eine Gürtelrose nach zwei bis sechs Wochen ab, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Beinahe die Hälfte der Betroffenen leidet weiter an einer postherpetischen Neuralgie. Eine Vorbeugung gegen Gürtelrose ist nicht möglich. Durch eine möglichst frühzeitig eingeleitete Behandlung lässt sich der Krankheitsverlauf deutlich mindern. Eine Erkrankung mit Gürtelrose führt nicht zur Immunisierung. Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem tritt die Erkrankung jedoch in der Regel nur einmalig auf. Eine im Kindesalter durchgeführte Impfung macht immun gegen Windpocken und Gürtelrose. Hierbei wird ein Lebendimpfstoff verwendet, welcher in den Muskel gespritzt wird. Tritt die Krankheit in späteren Jahren dennoch auf, weil der Impfschutz nachlässt, nimmt die Gürtelrose einen deutlich milderen Verlauf. Zu einer Infektion mit Gürtelrose kommt es bei etwa 30% der Bevölkerung. Bei 85-jährigen ist etwa die Hälfte betroffen. Bei Senioren, Schwangeren und Menschen mit einer Vorerkrankung oder einem geschwächten Immunsystem ist das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken erhöht. Neuesten Tests zu Folge ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei mit Gürtelrose Infizierten um 30% höher einzustufen.

Zusammenfassung

Gürtelrose – was ist das überhaupt? Im folgenden Video finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten.

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