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Fettabsaugen / Liposuktion Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die allgemeine Plastische Chirurgie unterliegt aktuell einem globalen Boom, welcher durch das derzeitige Schönheitsideal von Mann und Frau geprägt wird. Unter den Eingriffen ist speziell das Fettabsaugen eine beliebte Variante auf die Schnelle einige überflüssige Kilos wegschmelzen zu lassen und gleichzeitig einen Schritt näher in Richtung Traumkörper zu tätigen. Allein in Deutschland begeben sich jährlich abertausende Patienten in die Obhut eines Spezialisten um eine Fettabsaugung vornehmen zu lassen. Der bisherige Trend lässt sogar eine kontinuierlich steigende Zahl von Eingriffen dieser Art für die kommenden Perioden erwarten.

Warum eine Fettabsaugung?

Das Fettabsaugen (Liposuktion) soll besonders jenen Leuten helfen mit lästigen Fettablagerungen im Körper fertig zu werden, denen weder durch Sport noch durch Diäten zu Leibe zu rücken ist. Hierbei soll das unerwünschte Fettgewebe mittels chirurgischen Eingriffen möglichst stark reduziert bis komplett entfernt werden. Durch Eingriffe dieser Art versprechen sich die Patienten ein allgemein gesünder, attraktiver und sportlicher erscheinendes Auftreten. Leute die sich zu einem solchen Schritt entscheiden werden zumeist durch ihr physisches Erscheinungsbild stark in ihrem Umgang mit sich selbst und mit ihrer Umwelt eingeschränkt. Durch das Fettabsaugen bildet sich zumeist ein völlig neues und verbessertes Körperbewusstsein aus, wodurch das individuelle Selbstwertgefühl enorm profitiert. Eine solche Entwicklung kann den Grundprinzipien unserer heutigen Gesellschaft zugeschrieben werden, da die Menschen in den häufigsten Fällen auf Äußerlichkeiten reduziert werden und es deshalb sehr schwierig ist ohne ein adäquates Aussehen privat als auch beruflich erfolgreich zu sein.

Wo kann man Fett absaugen lassen?

Fettabsaugen / LiposuktionDie Fettabsaugung kann grundsätzlich überall am Körper stattfinden. Jedoch gibt es bei Männern als auch bei Frauen spezielle Problemzonen in denen dieser Eingriff bevorzugt von statten geht. Zu diesen Körperregionen gehören beispielsweise der Bauch, die Taille, das Gesäß, die Oberschenkel, die Waden und der Halsbereich. Im Halsareal findet das Fettabsaugen generell zur Beseitigung des unerwünschten Doppelkinns statt.

Im Hinblick auf möglicherweise bevorstehende Eingriffe dieser Art sollte man sich jedoch stets im Klaren darüber sein, dass es sich hierbei um einen medizinischen Eingriff handelt. Aus diesem Grund sollte man sich natürlich vorab mit entsprechenden Informationen versorgen indem man Spezialisten und Fachmänner aufsucht. In den Gesprächen sollten die eigenen Vorstellungen klar geäußert werden um dem zuständigen Arzt die Möglichkeit zu gewähren sich ein genaues Bild über ihre Situation und die potentiellen Risiken zu machen.
Das Fettabsaugen wird sowohl für Frauen als auch für Männer angeboten, jedoch ist die Nachfrage bei weiblichen Patienten derzeit noch weitaus größer.

Fettabsaugung bei der Frau

Welche Frau träumt nicht von einem perfekt geformten Körper? Die störenden Fettpölsterchen stellen jedoch oftmals ein schier unüberwindbares Hindernis dar, da sie auch nach strapaziösen Sportaktivitäten und zehrenden Diäten ihre Hartnäckigkeit nicht aufgeben wollen. Schuld daran haben die Fettzellen, in denen sich je nach Nahrungsangebot und körperlichen Aktivitäten fett ablagert und ansammelt oder aufgebraucht wird. Aus diesem Grund wachsen oder schrumpfen diese Zellen ständig, bleiben jedoch bestehen und können nicht mehr abgebaut werden. Deshalb ist das Fettabsaugen eine gute Möglichkeit permanenten schlank zu bleiben, da hierdurch die Fettzellen komplett aus dem Körper entnommen werden. Somit haben sie kein Potential mehr durch Einlagerung Fettpölsterchen zu bilden. Eingriffe dieser Art sind jedoch stets mit einem gewissen Risiko verbunden und stellen gleichzeitig einen Stressfaktor für den eigenen Körper dar, infolgedessen sollte das Fettabsaugen nicht als problemlose und schnelle Variante zur Gewichtsreduzierung angesehen werde. Die erwünschten Ergebnisse können auch nur in Verbindung mit ausgewogener Ernährung und einer ausreichenden Menge an sportlichen Aktivitäten erzielt werden, da sich ohne eine Umstellung im persönlichen Verhalten bald wieder die Zustände einstellen werden, die bereits vor dem Eingriff geherrscht haben.

Untersuchungen haben ergeben, dass der Hypothalamus nach der Fettabsaugung versucht die ursprüngliche Gesamtfettmenge im Körper wiederherzustellen. Deshalb wird das Fett zunächst in anderen Fettzellen gespeichert. Die oben erwähnten Untersuchungen haben gezeigt, dass die Menge an Körperfett schon nach 12 Wochen den ursprünglichen Wert wieder erreicht oder sogar überschritten hatte.

Fettabsaugung beim Mann

Problemzonen des Mannes sind hauptsächlich der Bauch sowie die Hüften. Auch wenn diesen Stellen umgangssprachlich verniedlichende Kosenamen wie Schwimmringe, Rettungsringe oder Bierspoiler gegeben werden, sehen Männer sich hierdurch mit einem ernst zu nehmenden Problem konfrontiert. Wenn selbst Sport und eine abgestimmte Ernährung nicht weiterhelfen können in der Regel chirurgische Eingriffe zur Verbesserung genutzt werden.

Jedoch kann man selbst durch das Fettabsaugen einigen der gefürchtetsten Problemstellen des Mannes, dem typischen Bierbauch, nicht Herr werden. Beim männlichen Körper kann sich im Gegensatz zu dem von Frauen in der Bauchhöhle fett ablagern. Diese Ansammlung führt dann letztendlich zum gefürchteten Bierbauch, der leider durch Fettabsaugen bisher nicht beseitigt werden kann. Eine weitere Problematik mit der Männer oft zu kämpfen haben ist die so genannte „männliche Fettbrust“. Sie wird in medizinischen Kreisen Gynäkomastie genannt. Die Ursachen hierfür sind zumeist entweder Schwankungen oder Störungen des Hormonhaushaltes oder Überernährung. Spezialisten vermuten, dass die Gynäkomastie bei etwa 50% der männlichen Bevölkerung auftritt. Die Gynäkomastie kann jedoch durch das Fettabsaugen relativ gut in den Griff bekommen werden.

1. Technik der Fettabsaugung: Tumeszenztechnik

Die Technik, die hauptsächlich zum Fettabsaugen angewandt wird basiert auf der Tumeszenztechnik. Diese Methode bietet dem Anwender die Chance unschöne Fettablagerungen sehr gewebeschonend zu beseitigen. Die Tumeszenztechnik erfordert jedoch eine vorgelagerte Behandlung mit einem Flüssigkeitsgemisch aus sterilem, isotonen Wasser, Betäubungsmittel, Natriumbicarbonat, sowie eine kleine Menge an Kortison. Durch die Anwendung der Flüssigkeit, die durch die Poren in den Körper eindringt, wird das ansonsten feste Fettgewebe in eine weiche Masse umgewandelt. Durch diese Umformung bekommt das Fett die geeigneten Eigenschaften um problemlos und schonend abgesaugt werden zu können. Zudem wird das entsprechende Areal betäubt. Nach der Behandlung mit der Flüssigkeit erfolgt eine etwa 60 minütige Wartezeit während der sich das Gemisch im Gewebe verteilt und gleichzeitig seine betäubende Wirkung entfalten kann. Beim Absaugvorgang an sich werden kleine Spezialkanülen angewendet, sie ermöglichen eine punktuell genaue Behandlung der betroffenen Stelle. Nach dem Fettabsaugen werden die Hautschnitte, die für die Prozedur nötig sind, verbunden. Es ist ebenfalls erforderlich bis zu vier Wochen nach dem Eingriff ein Kompressionsmieder zu nutzen.

Die wichtigsten Komponenten für das gelingen einer Fettabsaugung sind zum einen eine professionelle Ausstattung mit Geräten, zum anderen spielen die Fähigkeiten des Arztes eine erhebliche Rolle. Zum Risikopotential einer Liposuktionen lässt sich allgemein sagen, dass es relativ unbedenklich ist wenn man die Menge der gelungenen Eingriffe mit denen der misslungenen Eingriffe vergleicht (es werden jährlich etwa 250000 Operationen in Deutschland und mindestens 750000 in den USA durchgeführt). Jedoch besteht stets ein gewisses Restrisiko. Allein in Deutschland geht man von bis zu 5 Todesfällen pro Jahr aus, die der Fettabsaugung zugeschrieben werden können. Bei kombinierten Operationen (z.B. Fettabsaugung und Bauchdeckenstraffung) wird das statistische Risiko weitaus höher angesetzt. Im Falle von Zwischenfällen, die nach dem Eingriff auftreten (z.B. Blutungen, Infektionen, Schmerzen) sollte sofort der zuständige Arzt aufgesucht werden. Dies ist besonders wichtig da es in der Vergangenheit zu ernsteren Zwischenfällen gekommen ist, die jedoch sehr leicht hätten vermieden werden können wenn sich der Patient rechtzeitig in entsprechende Obhut begeben hätte. Neben der Tumeszenztechnik gibt es noch die Ultraschalltechnik sowie die Vibrationslipolyse.

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2. Technik der Fettabsaugung: Ultraschall

Bei der Ultraschalltechnik werden Schallwellen zum Abbau der Fettzellen genutzt. Hierbei werden Ultraschallsonden mittels Kanülen in das zu behandelnde Gewebe eingeführt, jedoch weisen diese Kanülen einen deutlich größeren Durchmesser im Vergleich zur Tumeszenztechnik auf. Aus diesem Grund entstehen nach dem Ende der Behandlung auch wesentlich größere Narben. Die Ultraschalltechnik erfordert ebenfalls eine Vorbehandlung mit Kochsalzlösung um das Fettgewebe zu entspannen. Ein Nachteil der Ultraschalltechnik ist, dass es durch die Sonde unter der Haut zu Verbrennungen kommen kann. Deshalb muss der Chirurg unbedingt darauf achten dass die Ultraschallsonde ständig in Bewegung bleibt. Weitere Nachteile dieser Technik sind beispielsweise dass die Frequenz der Sonde Schädigungen von Nervenscheiden herbeiführen können, wodurch eine bleibende Taubheit der Region entsteht. Zudem spricht der Faktor Zeit gegen diese Methode. Sie ist wesentlich zeitintensiver als vergleichbare Anwendungen und beansprucht den Organismus deshalb deutlich stärker. Die Ultraschalltechnik kommt hauptsächlich bei Körperregionen mit einem großen Bindegewebsanteil zum Einsatz. Speziell an der oberen Rückenpartie, der Hüfte und der männlichen Brust. Generell befindet sich diese Technik jedoch auf dem Rückzug.

3. Technik der Fettabsaugung: Vibrationslipolyse

Die dritte Methode, die beim Fettabsaugen zum Einsatz kommt ist die Vibrationslipolyse. Sie wird allgemein auch als Rütteltechnik oder Power Assisted Liposuction (PAL) bezeichnet. Bei dieser Anwendung werden anstatt Vakuumkanülen Vibrationskanülen genutzt. Diese werden via Elektronik gesteuert, sie vibrieren mit einer Frequenz von bis zu 80 Herz und bewegen sich somit durch das Fettgewebe. Durch die elektronische Steuerung kann man die Kanüle besonders zielsicher manövrieren, deshalb wird diese Technik gerne in Arealen angewandt in denen die Absaugung zumeist kompliziert ist, wie zum Beispiel im Gesäß und im Oberschenkel. Diese Methode erlaub es die Eingriffe wesentlich zu verkürzen, da die Fettzellen viel schneller aus dem Gewebe gelöst werden. Zudem ist sie jene Anwendung die sich als am schonendsten für das Gewebe erwiesen hat da hierbei die Bindegewebsstränge am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen werden. Der schonende Umgang befähigt die Körperregionen zur besseren Selbstheilung wodurch ebenfalls der angestrebte straffende Effekt verstärkt wird. Ein wesentlicher und nicht zu unterschätzender Nachteil der Rütteltechnik ist jedoch, dass die Gefühlsebene des Arztes ausgeblendet wird. Bei der Anwendung gewöhnlicher Vakuumkanülen erkennt der Arzt die Konsistenz des Gewebes, er spürt also sobald er aus dem Fettgewebe austritt und beispielsweise an Muskelfasern gelangt. Diese Möglichkeit wird ihm durch die elektronisch gesteuerte Kanüle genommen, er kann sich also nicht mehr auf sein „Gefühl“ verlassen.

Ein chirurgischer Eingriff dieser Art wird in Deutschland erst nach der Vollendung des 18. Lebensjahres erlaubt, d.h. der Patient muss mindestens 18 Jahre alt sein. Bei der Operation kann in der Regel zwischen lokaler Narkose oder Vollnarkose gewählt werden. Der Eingriff dauert in der Regel 1 bis 3 Stunden, hierbei kommt es natürlich jeweils auf die Art und den Umfang der Prozedur an. Entscheidend hierfür sind ebenfalls ob man sich lediglich das Fett absaugen lässt oder ob es sich um eine Kombioperation handelt. Die Eingriffe sind zumeist nicht besonders schwer, aus diesem Grund werden sie oft ambulant vollzogen, in manchen Fällen wird ein eintägiger Aufenthalt im Krankenhaus angeraten. Es wird empfohlen sich nach dem Fettabsaugen mindestens 24 Stunden nicht zu duschen, außerdem sollte man zwischen 4 und 6 Wochen gänzlich auf sportliche Aktivitäten verzichten. Die durchschnittlichen Kosten für einen Eingriff zur Fettabsaugung belaufen sich in Deutschland schätzungsweise auf einen mittleren 4-stelligen Eurobetrag, hierbei kommt es jedoch auch wieder auf die Wahl des Arztes, den Umfang des Eingriffes sowie die individuellen Wünsche der Patienten an.

Häufige Komplikationen

Komplikationen können beim Fettabsaugen wie bei jedem medizinischen Eingriff nicht vermieden werden, jedoch sind diese für gewöhnlich eher die Ausnahme. In der Vergangenheit konnten nach dem Eingriff Unebenheiten der Haut nachgewiesen werden, in vereinzelten Fällen trat auch ein vorübergehendes Taubheitsgefühl im behandelten Areal auf, jedoch kann man beiden Auswirkungen durch adäquate und gezielte Nachbehandlungen entgegen wirken. Die Methoden haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und entwickeln sich ständig weiter, aus diesem Grund gehören Verletzungen der Haut und des Gewebes mehrheitlich der Ausnahme an. Welche weiteren Komplikationen in Ihrer individuellen Lebenssituation auftreten können, erfahren Sie vom Arzt Ihres Vertrauens.