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Solarium Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

In Deutschland gehört der Gang zum Solarium für viele schon zum festen Bestandteil der wöchentlichen Tätigkeiten, Umfragen ergaben dass aktuell etwa 16 Millionen Deutsche Sonnenstudios regelmäßig einen Besuch abstatten. Die deutschen Staatsbürger befinden europaweit sogar unangefochten an der Spitze der „künstliche Sonne“ Anbeter. Derzeit gibt es in Deutschland ungefähr 12.000 Sonnenstudios, die insgesamt über insgesamt etwa 90.000 Bräunungsgeräte verfügen. Solarienbetreiber profitieren vom allgemeinen Wunsch und Trend nach ganzjähriger Entspannung und einer konstanten Bräune. Jedoch birgt der gang ins Solarium auch mögliche Gefahren, da eine exzessive Bestrahlung der Haut durch Sonnenstrahlen, künstlich oder natürlich, das Risiko von Hautveränderungen bis hin zu Hautkrebs erheblich steigert. Es gibt keine Möglichkeit die UV Strahlung ausschließlich zur Bräunung zu nutzen, die Gefahren von Hautschädigungen jedoch gleichzeitig auszublenden. Obwohl derzeit ein gewisser Solariums-Boom erkennbar ist, der sowohl Solarien wie Pilze aus dem Boden sprießen lässt, wie auch steigende Nutzerzahlen hervorbringt, gibt es keine öffentlichen Richtlinien oder gesetzliche Vorlagen an die sich Solarienbetreiber zu halten hätten. Dies ist ein Grund dafür, dass Angestellte in Solarien zumeist nur unzulänglich über ihre Tätigkeit bescheid wissen und die Kundenberatung bezüglich Dosierung oder Anwendungshinweisen oft nicht ausführlich genug oder überhaupt nicht durchgeführt wird. Deshalb gibt es auch für Personen, die Sonnenbäder nur mit äußerstem Bedacht nutzen sollten, keine Zugangs- oder Nutzungsbeschränkungen. Hierzu zählen insbesondere Menschen mit empfindlicher und heller Haut sowie Kinder und Jugendliche, bei denen ein erhöhtes Hautrisiko besteht. Gegenwärtig gibt es noch keine Behörden, die sich mit der Kontrolle der Solarien beschäftigen. Folglich fehlen jegliche Überwachung oder Inspizierung der genutzten Geräte, ob diese in planmäßigen Zeitabständen gewartet werden, ob die Hygiene der Geräte gewahrt ist oder ob die Filter fehlerlos funktionieren. Die einzige Institution, die sich marginal mit Solarien beschäftigt ist die Gewerbeaufsicht, jene wird jedoch erst dann tätig wenn ihnen Zwischenfälle wie Verbrennungen gemeldet werden. Darum ist es auch besonders erforderlich, dass auf diesem gebiet bewusstseinsbildene Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird, damit jeder weiß welche Risiken durch die künstliche Bestrahlung entstehen können.

Unterschiede und Gefahren durch den Solarium-Besuch

SolariumWelche Unterschiede in Intensität und Gefahrenpotential liegen im Vergleich zwischen Solarien und Solarien vor? Die Zusammensetzung des synthetischen Solarienlichtes ist anders als das natürliche Spektrum. Jedoch muss man sagen, dass trotz der Unterschiede im schädlichen UV Bereich keine Minderung des Gefahrenpotentials für die haut liegt. Man hat versucht im Vorfeld Röhren für Solarien zu fabrizieren welche besonders arm an UV-B Strahlen sind, da diese als die Hauptverursacher von Krebs angesehen werde. Aus diesem Grund fokussieren sich Solarien auf UV-A Strahlen, welche jedoch ebenfalls eine schädliche Wirkung aufweisen. Sie lassen die Haut beispielsweise schneller altern und können ähnlich wie die UV-B Strahlen Krebs hervorrufen. Ein sehr problematischer Aspekt bei Solarien ist, dass der gewünschte Bräunungseffekt möglichst bald auftreten soll, hierfür wird die Dosierung der Strahlung jedoch deutlich höher als die der Sonne angesetzt. In einigen wenigen Fällen kann man hier einen Multiplikator von etwa 10 ansetzten. Durch die höhere Intensität steigt natürlich analog das Risiko. Ein weiterer bedenklicher Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass nicht alle schädlichen UV-B Strahlen herausgefiltert werden können und somit von den restlichen vorhandenen ein zusätzliches Risiko ausgeht. Messungen von unabhängigen Instituten haben ergeben, dass in einem Großteil der bestehenden Solarien die Geräte eine zu hohe Bestrahlungsstärke aufweise. Für diese Messungen wurde die so genannte MED (Minimal Erythem Dosis) herangezogen. Hierbei gilt, dass bei einem MED von 1 bereits Schädigungen des Erbgutes und daraus folgend Hautkrebs entstehen können, in manchen Studios wurde 10 bis 12 MED nachgewiesen.

Allgemein kann man also sagen, dass es nicht ungefährlicher ist sich erwünschte Bräune in einem Solarium anzueignen. Es ist egal ob Strahlen unecht oder natürlich sind, beide Varianten weisen eine schädigende Wirkung auf die menschliche Haut auf, zumal in Solarien für gesund befundene Grenzwerte oft um ein vielfaches überschritten werden. Deshalb ist es unsinnig zu glauben, dass Solarien eine sanfte Methode darstellt die Haut auf den Sonnenurlaub einzustellen.

UV-A und UV-B Strahlen beim Solarium

Es gibt eine Reihe von Geräten die zur Generierung künstlicher Strahlung erfunden und genutzt werden. Das generelle Unterscheidungsmerkmal ist hierbei der Anteil an UV-A und UV-B Anteilen in der Strahlung. Ein weiteres Merkmal ist die Wirkungsstärke der Strahlen.

Derzeit werden die Gerätetypen 1, 2, 3, 4 und 5 eingesetzt. Zur Einteilung gilt bei aufsteigender Zifferngröße nimmt ebenfalls das Leistungspotential der Strahlen zu. In Solarien sollten ausschließlich Geräte zwischen 1 und 3 angewendet werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass bereits die Lampen des Standardgerätes 3 bei hellhäutigen und empfindlichen Menschen bei zu langer und intensiver Nutzung Probleme verursachen können.

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In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Kennzeichnung der Geräte in Solarien zumeist nicht öffentlich sichtbar ist. Aus diesem Grund kommt es zumal ach vor, dass Solarienbetreiber ihren Gästen Sonnenbänke der Leistungsklasse 4 oder 5 anbieten. Solarien, die die Stufe 4 oder 5 aufweisen haben das Potential die Intensität der Mittagssonne in den Tropen um das 3- bis 4-fache zu überragen. Deshalb ist auf diesen Geräten ein schmerzhafter Sonnenbrand bei unentsprechender Nutzung quasi vorprogrammiert.

  • Gerätetyp 1: Standardgerät für Solarien.
  • Gerätetyp 2: Ebenfalls Standardgerät für Solarien.
  • Gerätetyp 3: Benutzung in Solarien nur mit entsprechend ausgebildetem Personal.
  • Gerätetyp 4: In Solarien nicht empfohlen, nur zu medizinischen Therapiezwecken.
  • Gerätetyp 5: In Solarien nicht empfohlen, für therapeutische Zwecke.

Für jene Personen, die trotz der eventuellen Nebenwirkungen eines Solariumsbesuches nicht darauf verzichten können, gibt es einige Empfehlungen. Diese wurden unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., der deutschen Krebshilfe, der der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die European Society of Skin Cancer Prevention (EUROSKIN), die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) und die Strahlenschutzkommission (SSK) erarbeitet und herausgegeben.
Allgemein gilt, dass auch in Solarien keine gesunde Bräune erlangt werden kann, aus diesem Grund sollten sie sich der Strahlung möglichst nicht aus kosmetischen Gründen oder zur Steigerung ihres Wohlbefindens aussetzen. Bei dem Besuch eines Solariums sollten sie deshalb auf jene Punkte, die von den oben angeführten Organisationen empfohlen werden, achten:

  • Solariumsbesuche sollten bestmöglich auf ein Minimum reduziert werden, auf ganzjährige Dauerbäder sollte verzichtet werden. Grundsätzlich wird die Anzahl von 50 Sonnenbädern pro Jahr, sowohl natürliche als auch künstliche, als oberste Grenze angesetzt, Sonnenbrände sollten hierbei natürlich allgemein verhindert werden.
  • Beim Solariumsbesuch sollte auf die Schulung des Personals geachtet werden, ausschließlich speziell dafür ausgebildete Fachkräfte haben genügend Kenntnisse drüber sie bei der Wahl der geeigneten Geräte als auch einer empfehlenswerten Dosierung zu beraten.
  • Selbstbräunungsstudios mit Münzautomaten sollten zur Gänze vermieden werden.
  • Für die Anwendung sollte auf jeden Fall die für ihren speziellen Hauttyp empfohlene Bestrahlungsintensität eingehalten werden.
  • Die an der Sonnenbank publizierten Nutzungsdauern sollten auch nach mehrmaliger Anwendung nicht missachtet werde.
  • Qualitativ hochwertige Sonnenstudios verweisen in ihren Räumlichkeiten auf die Schädlichkeit jeglichen Anwendungen. Sonnenstudios mit Aussagen über gesundheitsfördernde Aspekte der Solarien sollten nicht besucht werden.
  • Auf das so genannte Vorbräunen vor einem Urlaub sollte vollständig verzichtet werden, da ihrer Haut durch die zusätzliche Strahlung unter den Sonnenbänken ein weiteres Schädigungspotential zugemutet wird. Um ihren Geldbeutel und ihre Haut möglichst gut zu entlasten sollte die Haut erst während des Urlaubs vorsichtig an die Sonnenbestrahlung gewöhnt werden.
  • Falls sie eine empfindliche Haut besitzen, zu Hautkrankheiten neigen oder medikamentös behandelt werden, sollten sie sich unbedingt vor dem Solariumsbesuch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzten.
  • Vor dem Sonnenbaden ist es außerdem sehr empfehlenswert sämtliche kosmetischen Produkte von ihrer Haut abzutragen, außerdem sollten sie möglichst kein Parfüm vor einer solchen Anwendung auflegen.
  • Zum Schutz ihrer Augen ist es unumgänglich eine Sonnenschutzbrille zu tragen, sie sollte aus UV-undurchlässigem Material bestehen.

Für bestimmte Leute ist es eher ratsam von einem Besuch in einem Solarium abzusehen, zu dieser Gruppe gehören:

  • Menschen unter 18 Jahren.
  • Personen mit Hauttyp A (besonders helle Haut, Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder grüne Augen).
  • Leute, deren Körper mehr als 40 Leberflecke aufweisen oder jemand, der besonders prägnante Leberflecke besitzt.
  • Leute, die bereits eine Vorstufe von Hautkrebs oder an Hautkrebs selbst leiden.
  • Personen, die als Kind oft mit Sonnenbränden zu tun hatten.

Um wenigstens das Risiko durch falsche Beratung oder fehlerhafte Anwendungen ausschließen zu können sollten sie die Anbieter vor der Wahl des Sonnenstudios genau unter die Lupe nehmen. Hier finden sie einige Punkte die ihnen bei der Auswahl des passenden Solariums weiterhelfen können.

Allgemein:
Das Solarium sollte festes Personal und keine unbeaufsichtigten Münzautomaten besitzen.

Personal:

  • Sollte vorab genau über die Geräte, Anwendungen und Gefahren unterrichtet werden.
  • Sollte Personen unter 18 Jahren und/ oder mit Hauttyp 1 die Nutzung der Sonnenbänke verweigern.
  • Sollten vor einer Anwendung unbedingt den Hauttyp des Kunden bestimmen.
  • Sollte die individuelle Anfangsbesonnungszeit ermitteln.
  • Muss sich vorab nach möglichen Hautkrankheiten und Sonnenbränden erkundigen.
  • Muss dem Kunden eine spezielle Bestrahlungsbrille zur Verfügung stellen.

Sonnenbänke:

  • Die Geräte müssen ein gut sichtbares Hinweisschild mit der Aufschrift: “Vorsicht! UV-Strahlung kann Schäden an Augen und Haut verursachen. Schutzhinweise beachten!“ besitzen.
  • Die in Solarien genutzten Geräte müssen zum Gerätetyp 2 oder 3 gehören.
  • An den Geräten sollte ein Vermerk mit der maximalen Anfangsbestrahlung sowie der maximalen Höchstbestrahlung angebracht sein.
  • Die Geräte sollten ein Abschaltmechanismus besitzen, der sie automatisch nach der Höchstbestrahlungsdauer abschaltet.