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Gastritis Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Nach der Dauer einer Gastritis und der Schnelligkeit ihrer Entwicklung werden akute und chronische Gastritis unterschieden.

Symptome

Mögliche Symptome einer akuten Gastritis sind Übelkeit, die in einzelnen Fällen mit Erbrechen verbunden ist, Appetitmangel, Druckempfinden und Schmerzen zumeist im oberen Bauchbereich. Schmerzen entwickeln sich typischerweise vor allem dann, wenn mit der Hand auf den Bauch gedrückt wird. Zudem wird beim Aufstoßen häufig ein unangenehmer Geschmack im Mund empfunden. Die Oberflächenzerstörung der Magenschleimhaut kann zu Blutungen führen, die sich in Erbrechen (Hämatemesis) äußern kann, wobei das Erbrochene dunkel gefärbt ist. Wandert das aus der Magenschleimhaut austretende Blut durch den Darm, verfärbt sich der Stuhl schwarz („Teerstuhl“). Die Anzeichen einer akuten Gastritis verstärken sich nach einer Nahrungsaufnahme. Gastritiden treten oft im Zusammenhang mit intensivmedizinischen Behandlungen nach Operationen, Unfällen, Blutungen, Blut- oder Harnvergiftungen, Verbrennungen und Schockzuständen auf. In diesen Fällen verursacht der physische Stress oder eine mangelhafte Entleerung des Magens bei gleichzeitig schlechter Magenschleimhautdurchblutung eine akute Gastritis. Eine akute Magenschleimhautentzündung kann auch nach akuten Magen-Darm-Entzündungen mit Brechdurchfall, Lebensmittelvergiftungen oder einer Überdosierung von Schmerzmitteln auftreten. Eine chronische Gastritis kann ganz allmählich entstehen, ohne dass dem Erkrankten spezielle Krankheitssymptome auffallen. Nur in Einzelfällen macht sich eine chronische Gastritis durch Bauchmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Durchfall bemerkbar. Durch Einführung eines Endeskops in den Magen kann die Magenschleimhaut auf Symptome einer Gastritis untersucht und außerdem eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) vorgenommen werden. Mit einer Endoskopie lassen sich zudem andere Erkrankungen wie Ulcus ventriculi (Magengeschwür) oder Magenkrebs ausschließen. Mittels Blutuntersuchung können Antikörper und das Vorliegen erhöhter Entzündungswerte festgestellt werden. Auch eine Untersuchung des Stuhls kann Symptome einer Gastritis zeigen.

Symptome der verschiedenen Gastritis-Typen

GastritisBei einer Typ-A-Gastritis (5 % aller Gastritiden) handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, die auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems beruht und bei der die fehlgesteuerten Autoantikörper die sog. Parietalzellen (Belegzellen) des Magens angreifen, welche für die Magensäureproduktion zuständig sind. Die Zerstörung der Parietalzellen führt zu einem ansteigenden pH-Wert im Magen, was eine andauernde Überproduktion des Peptidhormons Gastrin auslöst. Dies wiederum regt die in der Schleimhaut befindlichen, säureproduzierenden „ECL–Zellen“ in der Schleimhaut zu vermehrtem Wachstum und verstärkten Zellteilungen an (Hyperplasie). In der Folge wird – unabhängig von einem tatsächlichen Bedarf – ununterbrochen zu viel Magensäure produziert. Zudem fördert die erhöhte Gastrin-Produktion die Entstehung gut- und bösartiger Mikrokarzinoiden (Tumore). Da die Belegzellen auch den zur Aufnahme des Vitamins B12 erforderlichen „Intrinsic-Faktor“ (einem aus einer bestimmten Eiweiß-Zucker-Kombination bestehenden „Glykoprotein“) herstellen, kann die Zerstörung der Parietalzellen auch zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Vitamin B12 wiederum ist für die Blutbildung von besonderer Bedeutung, so dass sich eine sog. perniziöse Anämie (Morbus Biermer, Blutarmut) entwickeln kann. Ferner besteht bei Vitamin-B12-Mangel die Möglichkeit von Erkrankungen des Nervensystems (auch unabhängig vom Vorliegen von Anämie-Symptomen), die sich in kribbelnden, pelzigen Taubheitsgefühlen in der Haut, „eingeschlafenen“ Füßen und Händen, Unsicherheiten beim Gehen, Störungen des Koordinationsvermögens und in seltenen Fällen in Lähmungserscheinungen bemerkbar machen können. Auch eine Degeneration des Rückenmarks (funikuläre Myelose), Sehstörungen, Konzentrationsmängel, Depressionen und Demenzerkrankungen können Folgen eines von einer Typ-A-Gastritis ausgelösten Vitamin-B12-Mangels sein. Mit 85 % der Gastritis-Erkrankungen entfällt der größte Anteil der Magenschleimhautentzündungen auf die durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöste Typ-B-Gastritis, die chronische Magengeschwüren bewirkt und Magenkrebs zumindest begünstigt. Bei häufigem Sodbrennen, das sich durch einen brennenden Schmerz zwischen Hals und Magen bemerkbar macht und sich zuweilen auch in einem Druckempfinden im Hals- oder Brustbereich äußert, sollte eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt werden, bei der der obere Verdauungstrakt untersucht wird. Gleichzeitig sollte mit einer sog. Duodenoskopie der Zwölffingerdarm untersucht werden. Entnommene Gewebeproben zeigen im sog. Helicobacter-Urease-Test eine mögliche Besiedlung mit Helicobacter-Bakterien. Ein neu entwickelter Helicobacter-Atemtest weist Bakterien mittels einer Analyse der Atemluft nach: Bei diesem „13C-Harnstoff-Atemtest“ nimmt der Patient eine Probemahlzeit auf, die mit einem besonderen Kohlenstoffatom („13C“) versetzt wird, welcher von den womöglich im Magen befindlichen Helicobacter-Bakterien in Harnstoff umgesetzt wird. Bei diesem Prozess wird Kohlendioxid abgegeben, welches eine 13C-Markierung aufweist und schließlich in die Atemluft gelangt, so dass ein indirekter Helicobacter-Nachweis möglich wird. Als Gastritis-Ursache in Frage kommende Helicobacter-Bakterien lassen sich aber auch nach einer Biopsie durch Züchtung einer Bakterienkultur feststellen. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich das Risiko, an Typ-B-Gastritis zu erkranken: In der westlichen Welt sind etwa 60 % der Menschen im Alter von über 60 Jahren mit Helicobacter-Bakterien infiziert. Nicht alle Infizierten bilden allerdings eine Erkrankung aus. 10 % aller Magenschleimhautentzündungen werden durch bestimmte chemische Stoffe ausgelöst, die z. B. in bestimmten Medikamenten, aber auch in alkoholischen Getränken und im Zigarettenrauch enthalten sind und zu einer Zerstörung der auf der Magenhaut befindlichen Schleimschicht führen, so dass Magensäure Magenwandgeschwüre verursachen kann (Typ-C-Gastritis).

Gastritis Behandlung

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Medikamentös werden Gastritiden z. B. durch Kortison enthaltende Präparate, aber auch durch kortisonfreie („nicht-steroidale“) Antirheumatika sowie andere Schmerzmittel verursacht. Die Schädigung der Magenschleimhaut bei Typ-C-Gastritis entsteht zumeist durch Gallensaft, der aus dem Duodenum (Zwölffingerdarm) in den Magen zurückgelangt. Eine sog. Typ-D-Gastritis tritt im Zusammenhang mit anderen Grunderkrankungen auf. Hierzu gehört die chronische Entzündungskrankheit Morbus Crohn, die zur Zerstörung von Drüsengewebe führt und neben dem Magen auch den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann. Bei einer „kollagenen Gastritis“ bilden sich unter dem Epithel (Deckgewebe) des Magens Kollagenbänder (zusätzliches, sehr festes Bindegewebe), die häufig mit einer kollagenen Erkrankung des Dickdarms (Colitis, speziell des zum Dickdarm gehörenden Grimmdarms) einhergeht. Vermutlich durch allergische Reaktionen oder durch Parasiten kann eine sog. „eosinophile Gastritis“ ausgelöst werden, bei der eine erhöhte Anzahl von „eosinophilen Granulozyten“ („Fresszellen“) im Blut zu finden ist. Daneben wird eine Typ-R-Gastritis beschrieben, bei der durch eine Mangelfunktion des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre (Ösophagusphinkter), erhöhte Magensäureproduktion oder eine Beeinträchtigung der Speiseröhrenmuskulatur ein häufiges Sodbrennen (Refluxösophagitis) ausgelöst wird, das zu der besonderen Komplikation einer verkürzten Speiseröhre führt.