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Nierenkrebs Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Unter der Bezeichnung Nierenkrebs werden alle Tumoren der Nieren zusammengefasst. Dies sind unter anderem das Nierenzellkarzinom, das Nephroblastom, Sarkome und Lymphome. Am häufigsten tritt das Nierenzellkarzinom auf. Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen im Körper. Neben der Bildung von Hormonen, sind die Nieren maßgeblich an der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie des Säure-Basen-Haushaltes beteiligt. Des Weiteren filtern die Nieren Giftstoffe sowie Stoffwechselendprodukte aus dem Körper, sodass diese mit dem Harn ausgeschieden werden können.

Der Nierenkrebs muss im Anfangsstadium keine spezifischen Symptome aufweisen. Ein Karzinom kann sich jedoch auch symptomatisch manifestieren. Nicht selten macht sich Nierenkrebs erst später – in einem fortgeschrittenen Stadium – bemerkbar. Allerdings sind die Symptome meist eher allgemeiner Natur, sodass diese auch anderen Erkrankungen zugeordnet werden können.

Ein Großteil der Erkrankungen verläuft im Anfangsstadium symptomfrei; die Karzinome werden daher häufig nur durch Routineuntersuchungen und nicht durch spezifische Symptome entdeckt. (vgl. http://www.internisten-im-netz.de/de_nierenkrebs-erste-anzeichen_1070.html)

Aufgrund dessen ist die Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen äußerst wichtig. Frühzeitig erkannt, bestehen bei einem Nierenkrebs gute Heilungschancen.

Symptome

NierenkrebsNierenkrebs wird meist sehr spät erkannt, da zu Beginn häufig keine oder keine spezifischen Symptome auftreten. Erst wenn der Krebs bei den Betroffenen Beschwerden verursacht, zeigen sich Symptome, die allerdings aufgrund ihrer Allgemeinheit oftmals anderen Erkrankungen zugeordnet werden. Da die Nieren an den verschiedenen Stoffwechselvorgängen des Körpers beteiligt sind, treten meist Müdigkeit, Erschöpfung und ein allgemeines Unwohlsein auf. Meist kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Körper, sodass Fieber auftreten kann. Diese Symptome werden meist von Schmerzen begleitet, die von den Betroffenen oftmals als dumpfe Rückenschmerzen beschrieben werden. Meist strahlen die Schmerzen in Richtung Wirbelsäule als auch in Richtung der Beine aus, sodass hier häufig eine orthopädische Ursache vermutet wird. Ein wichtiger Hinweis auf eine Nierenerkrankung bzw. Nierenkrebs ist Blut im Urin. Da die Nieren eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks spielen, können hier starke Schwankungen auftreten. Dies kann sich sowohl als Hypotonie (niedriger Blutdruck) als auch als Hypertonie (Bluthochdruck) äußern. Ein seltenes Symptom bei Nierenkrebs können auch Varikozelen (Krampfadern) am linken Hoden des Mannes sein. Diese entstehen, wenn der Nierenkrebs sich auf die Blutgefäße, insbesondere auf die Vena renalis (Nierenvene), ausbreitet. Aufgrund mangelnder Symptome wird Nierenkrebs oftmals sehr spät entdeckt. Deshalb kann sich der Nierenkrebs ungehindert ausbreiten, sodass dieser eine beachtliche Größe einnehmen und auf umliegende Organe einwirken kann. Durch das ungehinderte Wachstum kommt es meist zu einer Bildung von Metastasen, die vorwiegend Lunge, Gehirn und Knochen befallen. Deshalb ist es möglich, dass die Metastasen vor dem Tumor selbst Beschwerden verursachen können. Bei Metastasen in der Lunge ist meistens die Atmung beeinträchtigt. Husten sowie Atemgeräusche können die Folge sein. Haben sich Metastasen in den Knochen gebildet, so gehen diese meist mit Knochenschmerzen einher. Bei einem Befall des Gehirns können die Metastasen, je nach betroffener Region, neurologische Ausfälle verursachen.

Risikofaktoren

Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Entstehung von Nierenkrebs begünstigen können. Eine große Rolle spielen die Gene. Genmutationen, als auch eine familiäre Häufung von Nierenkrebs, erhöhen das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken. Des Weiteren gibt es auch Erkrankungen, die das Krebsrisiko deutlich erhöhen. Hierzu gehören unter anderem das Hippel-Lindau-Syndrom sowie chronische Nierenerkrankungen. Insbesondere eine Niereninsuffizienz ist oftmals Auslöser für ein Nierenzellkarzinom. Neben allgemeinen Faktoren wie Rauchen und Übergewicht, spielen auch Gifte und schädliche Umwelteinflüsse eine Rolle. Da die Nieren Giftstoffe aus dem Organismus herausfiltern, werden sie ständig mit diesen konfrontiert. Aufgrund dessen sollten stets Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Asbest, Lösungsmitteln als auch Treibstoffen ergriffen werden.

Diagnoseverfahren beim Nierenkrebs

Neben einer allg. körperlichen Untersuchung, werden auch Blut- und Urinanalysen durchgeführt. Des Weiteren werden bildgebende Verfahren wie z. B. Ultraschall, Computertomographie und Kernspintomographie eingesetzt. Zudem wird von den Nieren eine sog. Urographie angefertigt, eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Kontrastmittel injiziert wird. Um eine Metastasenbildung auszuschließen, werden auch die anderen Organe mithilfe dieser Diagnostikverfahren untersucht. Um Metastasen in den Knochen auszuschließen, wird ein Knochenszintigramm angefertigt. Wurde ein Tumor bei den Untersuchungen entdeckt, wird dieser schon zuvor mittels einer Biopsie oder gleich im Anschluss an die Operation histologisch untersucht. In der Pathologie erfolgen weitere Untersuchungen, bei denen die Art des Krebses sowie auch die TNM-Klassifikation festgelegt werden. Der Buchstabe T gibt Auskunft über die Größe des Tumors und ob dieser auf die Niere begrenzt ist oder bereits anderes Gewebe infiltriert hat. Der Buchstabe N gibt Auskunft über das Vorhandensein und die Größe von Metastasen in den Lymphknoten. Der Buchstabe M gibt Auskunft über das Vorhandensein von Fernmetastasen.

Verlauf bei Nierenkrebs

Nierenkrebs neigt sehr schnell dazu, Metastasen zu bilden. Der Transport von Krebszellen erfolgt meist über das Lymphsystem sowie über den Blutkreislauf. Aufgrund dessen ist es besonders wichtig, den Tumor so schnell wie möglich zu erkennen. Wird der Nierenkrebs in einem frühen Stadium diagnostiziert, so bestehen in der Regel gute Heilungschancen. Ca. 65 Prozent der Betroffenen sind nach den ersten fünf Jahren noch am Leben. Dies ist abhängig davon, wie weit fortgeschritten der Krebs bei dessen Entdeckung bereits war.

Behandlung von Nierenkrebs

Die Behandlung von Nierenkrebs umfasst drei Therapiearten. Zu Beginn wird mittels eines chirurgischen Eingriffes die betroffene Niere entfernt. Bei dieser Operation werden immer die gesamte Niere, Anteile der Nierenblutgefäße und der dazugehörende Harnleiter entfernt. Der zweite Schritt der Behandlung beinhaltet eine Strahlentherapie. Mithilfe dieser Behandlungsmethode werden Metastasen zerstört. Sollte aufgrund der Größe und Vielzahl an Metastasen eine komplette Zerstörung nicht möglich sein, so kann zumindest mithilfe der Strahlentherapie das weitere Wachstum der Krebszellen gehemmt werden. Zusammen mit der Strahlentherapie wird auch eine medikamentöse Behandlungsmethode gestartet. Mithilfe bestimmter Arzneiwirkstoffe kann das Wachstum von Krebszellen gehemmt werden.

Hinweis: Eine Chemotherapie wird bei Nierenkrebs nicht angewandt, da die verwendeten Arzneimittel bei einer Chemotherapie nicht wirksam sind.

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Vorbeugende Maßnahmen

Es gibt keine speziellen Maßnahmen, um die Entstehung von Krebs zu verhindern. Man kann jedoch versuchen, die oben genannten Risikofaktoren zu vermindern. Da schlechte Lebensgewohnheiten, wie z. B. Rauchen, Alkohol, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, die Entstehung von Krebs begünstigen, sollten diese Angewohnheiten abgelegt werden. Da auch Medikamente auf Dauer die Nieren schädigen können, sollte stets überprüft werden, ob es notwendig ist, Medikamente einzunehmen. Insbesondere die unkontrollierte Einnahme von Schmerzmitteln kann die Nieren nachhaltig schädigen. Aufgrund dessen sollte bei länger anhaltenden Schmerzen stets ein Arzt konsultiert werden. Es gibt verschiedene Krebsvorsorgeuntersuchungen, jedoch keine spezielle Untersuchung für die Nieren. Aufgrund dessen sollte man vermehrt auf die oben genannten Symptome achten, auch wenn diese eher von allgemeiner Herkunft sind. Insbesondere Blut im Urin sowie diffuse Rückenschmerzen sollte man als erste Warnzeichen interpretieren und einen Urologen aufsuchen. Wurde bereits ein Nierenkrebs erfolgreich behandelt, so sollten im halbjährlichen Abstand Kontrolluntersuchungen stattfinden. Hierbei ist es sinnvoll, wenn neben der Niere auch alle anderen Organe mittels Ultraschall untersucht werden.