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Gebärmutterhalskrebs Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Der Gebärmutterhalskrebs, auch Zervixkarzinom oder Kollumkarzinom genannt, ist eine bösartige Krebserkrankung des Gebärmutterhalses. Die Erkrankung geht von den oberflächlichen Zellen des Gebärmutterhalses aus. Weltweit betrifft die Erkrankung Frauen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt bei 52 Jahren. Allerdings kann die Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs bereits bei 20- bis 30-jährigen Frauen auftreten. Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei ca. 60 %. In Deutschland ist das Zervixkarzinom die elfthäufigste Krebsart und der zwölfhäufigste Grund für krebsbedingte Todesfälle. Wenn die Krankheit früh genug erkannt wird, kann der Tumor leicht entfernt werden. Wird der Gebärmutterhalskrebs erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, so muss eventuell die ganze Gebärmutter entfernt werden. Die Heilungsaussichten der Patientinnen sind abhängig vom Stadium, der Tumorart, der Behandlung und davon, ob sich Metastasen entwickelt haben. Ein früh erkanntes Zervixkarzinom, dessen Eindringtiefe kleiner als 3 mm ist, kann mit einer Erfolgsquote von 100 % geheilt werden. Daraus folgt, dass die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung bei der Heilung eine sehr wichtige Rolle spielt. Trotz Therapien und der Möglichkeit, eine regelmäßige Kontrolle beim Facharzt durchführen zu lassen, ist die Rate von zu spät erkannten Krankheitsfällen hoch. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland bei 64 %, die 10-Jahres-Überlebensrate bei 60 %. Wurden mehrere Organe von Tumorzellen befallen, sinkt diese Rate weiter ab.

Gründe

Inhaltsverzeichnis zum Thema Gebärmutterhalskrebs

GebärmutterhalskrebsIn den meisten Fällen ist eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) der Grund für Gebärmutterhalskrebs. Unter den ca. 120 bekannten HP-Virenstämmen gibt es Hochrisiko- und Niederrisiko-Viren. Die Hochrisikoviren HPV 16 und 18 sind meistens die Verursacher von Gebärmutterhalskrebs. Neben den Papillomviren im Organismus können Faktoren wie frühzeitiger Beginn des Sexualverkehrs, mangelnde Sexualhygiene von den beiden Partnern und Sexualverkehr mit häufig wechselnden Partnern sowie Rauchen, langzeitige Einnahme von Kontrazeptiva, hohe Parität (viele Geburten) oder genitale Infektionen das Gebärmutterhalskrebsrisiko fördern. Genitalinfektionen wie zum Beispiel Chlamydien oder Herpes simplex 2 können zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen. Die HPV-Infektion findet meistens bei den ersten Sexualkontakten statt. Eine Infektion mit Papillomviren ist allerdings auch ohne Sexualkontakt nicht auszuschließen.

Eine Übertragung als Schmierinfektion, also über die Hände oder durch Berührung der Genitalien, ist ebenfalls möglich. Selbst bei der Geburt kann das Neugeborene mit Papillomviren infiziert werden, das kommt aber nur sehr selten vor. Die Viren können über mehrere Jahre inaktiv bleiben. In der Regel dauert die Entwicklung der Krankheit nach einer Infektion fünf bis zehn Jahre. In dieser langen Zeit durchlaufen die Zellen einige Krebsvorstufen, sogenannte zervikale intraephitheliale Neoplasien (CIN). Diese Krebsvorstufen können durch eine Routineuntersuchung erkannt werden. Zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs wird der Pap-Test verwendet. Zur Verringerung des Krankheitsrisikos gibt es eine Impfung, die mit Hilfe des HPV-Impfstoffes die Herausbildung einer Infektion verhindert. Weitere präventive Methoden sind die Vermeidung von Risikofaktoren, die Benutzung von Kondomen oder die Beschneidung des Mannes. Ein gesundes Immunsystem ist theoretisch fähig, die durch Viren veränderten Zellen abzutöten. Bei manchen Frauen überwinden die Krankheitserreger das Immunsystem und bleiben länger als 6 bis 18 Monate nachweisbar. Solche Fälle sind Voraussetzungen für den virusbedingten Gebärmutterhalskrebs. Eine sekundäre Prävention erfolgt in Form von Screening-Untersuchungen, die vom Gynäkologen mit Hilfe einer Probeentnahme durchgeführt wird. In Deutschland hat jede Frau über 20 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf eine Screening-Untersuchung. Bei einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung kann die Krankheit im frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Symptome, Untersuchungen und Behandlung

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich meist unauffällig, ohne Schmerzen zu bereiten. In seltenen Fällen kommt es im Frühstadium zu leichten Schmierblutungen. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Tumor bereits groß ist, haben die Betroffenen einen Ausfluss, der in verschiedenen Formen erscheinen kann. Er kann süßlich, aber auch übel riechen, eitrig und schleimig sein, meist ist er rosafarben. In den meisten Fällen kommt es erst im späteren Stadium zu vaginalen Blutungen, die vor allem nach dem Geschlechtsverkehr oder auch spontan auftreten können. Ebenfalls im späteren Stadium beschweren sich die Patientinnen über Schmerzen im Unterleib und in der Lendenwirbelsäule. Im fortgeschrittenen Stadium können Veränderungen im äußeren Muttermund auftreten, die während einer Untersuchung leicht zu bemerken sind. Nur in etwa 15 % der Fälle ist es nicht möglich, die Veränderungen zu sehen, da sich der Tumor im inneren Gebärmutterhalskanal befindet. Ohne Behandlung kann das Zervixkarzinom Metastasen entwickeln, der Tumor verbreitet sich zunächst in die Harnblase oder in den Mastdarm. In diesem Fall treten weitere Beschwerden auf, es kann zu Veränderungen von Harn und Stuhl kommen. Der Tumor kann die Struktur der Harnwege zerstören, und es kann zu einem Nierenstau oder zu Lymphödemen in den Beinen kommen. Unbehandelt kann der Tumor auch weitere Körperteile befallen, da die Tumorzellen durch das Lymphsystem und das Blutsystem zu anderen Körperregionen transportiert werden. Eine Untersuchung erfolgt zunächst durch eine Probeentnahme aus dem Muttermund. Falls eine Veränderung festgestellt werden kann, wird diese aus dem Gebärmutterhalskanal ausgeschabt. Wenn der Gebärmutterhalskrebs durch den Pap-Test und durch Gewebeproben (Biopsie) nachgewiesen wird, erfolgen weitgehende Untersuchungen, um das Stadium der Erkrankung festzustellen.

Hierbei wird eine Sonografie durch die Scheide, von der Leber und den Nieren gemacht. Weiterhin werden eine Zystoskopie und eine Rektoskopie nötig, um die Verbreitung des Tumors in der Harnblase oder im Enddarm ausschließen zu können. Die Ausdehnung des Tumors kann im fortgeschrittenen Stadium durch eine Kernspintomographie festgestellt werden. Diese kann die Größe und die Eindringtiefe des Tumors bestimmen. In der Krebsvorstufe kann das Zevixkarzinom über 2 Jahre halbjährlich beobachtet werden. Wenn sich die Veränderungen innerhalb dieses Zeitraums weiterentwickeln, wird operativ eingegriffen. Hierbei handelt es sich um die vollständige Entfernung der Veränderung, eines Teils der Gebärmutter im Rahmen einer Konistation (Entnahme eines Gewebekegels aus dem Gebärmutterhals) oder – im Falle der abgeschlossenen Familienplanung – der gesamten Gebärmutter. Selbstverständlich wird der letztgenannte Eingriff bei jungen Frauen soweit wie möglich vermieden, um die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Bei Frauen in der Menopause wird in bestimmten Fällen empfohlen, die gesamte Gebärmutter zu entfernen. Bei einer vollständigen Entfernung ist keine weitere Behandlung nötig. Wenn ein Kinderwunsch besteht, wird nur der Tumor entfernt, und eine Schwangerschaft ist durchaus möglich. Allerdings ist das Risiko für eine Muttermundschwäche erhöht. Wenn das Zervixkarzinom im Frühstadium während der Schwangerschaft erkannt wird, so werden die Veränderungen entfernt, und das Kind kann sogar auf natürlichem Weg auf die Welt gebracht werden. Ein in der Schwangerschaft erkannter Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium muss chirurgisch behandelt werden, und die Schwangerschaft wird abgebrochen. Bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft wird das Kind so schnell wie möglich mittels Kaiserschnitt entbunden. In der Krebsvorstufe ist es möglich, dass der Tumor sich spontan zurückbildet. Wenn die HPV-Infektion nach der Behandlung immer noch besteht, ist das Risiko für eine Rückbildung wahrscheinlicher.

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