Zahnimplantate Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Zahnimplantate kommen stets dann zur Anwendung wenn die eigenen Zähne zur Befestigung einer Überkronung (Einzelkrone) oder einer Brücke nicht vorhanden sind. Auf die Implantate können die Zahnkronen dann je nach Wunsch entweder geschraubt oder fest zementiert werden. Herausnehmbare Prothesen können anhand verschiedener Methoden mit dem Implantat vereinigt werden. Die am häufigsten verwendeten Verfahren sind Druckknöpfe, Geschiebe, Stege, Doppelkronen oder Magnete.

Zahnimplantate sind künstliche Stifte, die operativ in den Kieferknochen eingesetzt und dadurch fest mit ihm verbunden werden. Diese Fremdkörper dienen als Ersatz für die Zahnwurzeln, die zur Verankerung eines Zahnes im Kiefer nötig sind. Die so genannte Implantologie ist jener Bereich der Zahnheilkunde, der sich mit Zahnimplantaten und deren Einsetzung beschäftigt.

Zahnimplantate werden in verschiedenen Ausführungen hergestellt und genutzt, jedoch haben sie allgemein ein schraubenförmiges oder zylindrisches Aussehen. Diese Implantate kommen dann zum Einsatz, wenn Zähne altersbedingt oder durch einen Unfall frühzeitig ausfallen und ersetzt werden müssen. Die Zahnimplantate werden direkt im Kieferknochen eingepflanzt wo sie nach einigen Wochen bis Monaten fest mit dem Knochen verwachsen. Sie dienen als Basis für einen Zahnersatz (Einzelkrone, Brücke oder ein herausnehmbarer Zahnersatz), der mit Hilfe des Implantatstifts mit dem Kiefer verbunden wird.

Zahnimplantate im Detail

ZahnimplantateBeim Aufbau von Zahnimplantaten unterscheidet man in der Regel zwischen den „Implantatkörpern“, die im Knochen verankert werden und den Aufbauteilen, die als Verbindungsstück mit dem Zahnersatz dienen. Die Aufbauteile sind mit unterschiedlichen Haltevorrichtungen versehen, die es ihnen erlauben die Zahnprothesen aufzunehmen.

Zahnimplantate werden seit 40 Jahren in der Zahnheilkunde angewendet und besitzen daher heutzutage eine große Akzeptanz und Verbreitung bei Patienten. In dieser Zeit kamen im Zuge der Werkstoffforschung viele Materialien zum Einsatz, auch Keramik. Im Laufe der Forschung mit Werkstoffen zeigte sich zunehmend, dass dieser Bereich der Zahnheilkunde ganz besonders eng mit der Nutzung von Titan als Implantatmaterial verknüpft ist. Die Erforschung und die Arbeit mit Titan haben gezeigt, dass es spezielle Eigenschaften aufweist, die sich bestens für die Anwendung in der Zahnheilkunde eignen. Beispielsweise verhält sich Titan biologisch neutral und verursacht nach der Einbringung in den Körper keine allergischen Reaktionen. Es wird vom Organismus also nicht als Fremdkörper angesehen. Deshalb hat sich bei der Suche nach einem idealen Werkstoff Reintitan als Basismaterial durchgesetzt. Titan erwies sich im Laufe der Jahre als besonders gewebefreundlich, wodurch sich ein entsprechend hervorragender Verbund mit dem körpereigenen Kieferknochen erzielen lässt. Jedoch erleben auch Keramische Werkstoffe eine Renaissance. Zu Beginn der Forschung wurde Keramik wegen schlechter Materialeigenschaften nicht als leistungsfähige Alternative angesehen. Die Firma Z-Systems sorgte mit ihrem Keramikprodukt Z-Lock jedoch für Aufsehen. Das Implantat dieser Firma besteht aus hochfester Zirkoniumoxid-Keramik, welche sich durch eine extrem hohe Bruchfestigkeit auszeichnet. Biologisch betrachtet besticht dieses Zirkon-Implantat durch seine Verträglichkeit.

Es wird zumeist wegen seiner zahnähnlichen Färbung dem Titan vorgezogen, dieser Gesichtspunkt betrifft besonders Patienten, deren bedeckendes Zahnfleisch extrem dünn ist. Ein weiterer Vorteil, weshalb dieses Produkt von Kunden gewünscht wird, ist die Metallfreiheit. Nachteile entstehen jedoch durch die höheren Kosten und der Mangel an Dokumentation und Erfahrung mit Keramik-Implantaten. Daher kann man heute auch noch keine eindeutigen Aussagen darüber treffen wie gut sich das Keramikimplantat mit dem Kieferknochen verträgt und verheilt. Auch gibt es noch keine Langzeitstudien zur Langlebigkeit der Keramik. Bei der Anwendung von Titan als auch von Keramik kommt es in der Regel zu keinen allergischen Reaktionen, jedoch traten in der Vergangenheit einige einzelne Fälle auf bei denen Patienten allergische Symptome aufwiesen. Zahnimplantate erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Im Jahr 2003 wurden bereits 150.000 Patienten mit insgesamt etwa 300.000 Implantaten versehen. Derzeit werden in Deutschland etwa 70 Implantatsysteme getestet. Hierbei haben sich in den letzten 20 Jahren insbesondere schraubenförmige oder zylindrische Formen als sehr geeignet gezeigt. Diese weisen zumeist Längen von 6-20 mm und Durchmesser von 2-7 mm auf. In speziellen Fällen können jedoch ebenfalls Sonderanfertigungen wie blattförmige Implantate zur Anwendung kommen.

Zahnimplantate, die sofort belastet werden können

Eine weitere Variante stellt das Diskimplantat, auch BIO (basal osseointergriertes Implantat) genannt, dar. Beim Einsetzen des Implantates fordert seine besondere Form jedoch ebenfalls eine besondere Vorgehensweise. Im Gegensatz zu den anderen Implantaten, die direkt von oben in den Knochen eingebracht werden, kann es nur von der Seite im Kieferknochen verankert werden. Die Vorteile dieser Art von Implantaten bestehen laut Hersteller in der Sofortbelastbarkeit. Diese Sofortbelastbarkeit kann durch eine breit-basige Implantatabstützung realisiert werden. Diskimplantate weisen jedoch keine feste Verbindung mit dem Knochen auf. Der Kontakt wird hierbei durch Bindegewebe aufrechterhalten.

Diese Tatsache ist der Auslöser für zahlreiche Diskussionen, da Implantate allgemein erst durch den festen Verbund mit dem Kieferknochen als solche anerkannt werden. Die Zusammenführung anhand eines eher flexiblen bindegewebartigen Kontaktes wir deshalb von wissenschaftlichen Fachgesellschaften nicht akzeptiert. Ein schwerwiegender Kritikpunkt der Fachgesellschaften zielt auf die Restbeweglichkeit der Implantate ab, die möglicherweise Knochendefekte zur Konsequenz haben könnten. Diese Knochendefekte können sogar zur Störung bei der Neuversorgung nach einer Entfernung des Diskimplantates führen.

Derzeit kommen die Diskimplantate aufgrund der allgemeinen öffentlichen Abneigung eher selten zum Einsatz.

Vor dem Einsetzen in den Knochen werden die Implantatoberflächen angeraut, um einen besseren Halt zu gewährleisten. Damit das Verwachsen mit dem Knochen möglichst gut funktioniert, wird die Knochensubstanz mit einer Mineralschicht zur Regeneration angeregt. So wird erreicht, dass das Implantat fest vom Knochenmaterial umfasst und integriert wird.

Bei den derzeit genutzten Implantaten sind zwei Varianten geläufig. Zum einen gibt es das einphasige System, welches Implantat und den Prothesenaufsatz vereint. Die zweite Methode ist das zweiphasige System. Hierbei wird zunächst ausschließlich das Implantat operativ in den Kiefer eingepflanzt. Die Prothese wird erst nach einer gewissen Heilungsphase (bis zu 6 Monate sind hierbei möglich) mit dem Implantat vereinigt. Um diese Einheilzeit zu überwinden nutzt man in der Regel Provisorien wie Klammerprothesen. Diese sollen möglichst alle Belastungen von den abheilenden Stellen aufnehmen und kompensieren.

Die Forschung arbeitet jedoch derzeit an Methoden, die eine bedeutend schnellere Nutzung des Kauapparates nach der operativen Einpflanzung des Implantates ermöglicht. Zu den daraus resultierenden Errungenschaften gehört das so genannte „Satellitimplantat“. Es wurde von einer Gruppe der Zahnmedizinischen Abteilung der Göppinger Universität entworfen und schließlich am 13. Oktober 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Funktionsweise dieser Technik ist folgende: auf das Hauptimplantat werden zusätzlich spezielle Mikroplatten in das Zahnfleisch eingesetzt. Diese Platten werden dann mit Hilfe von Halteschrauben, den„Satelliten“, im Knochen verankert. Somit wird der entstehende Druck automatisch vom Hauptimplantat auf die „Satelliten“ übergeben und gleichmäßig verteilt.

Diese Methode benötigt lediglich einen minimalen Mehraufwand beim chirurgischen Eingriff. Die Technik ist speziell für Patienten mit eher schlechten Vorbedingungen für Implantate gedacht. Die Verwendung von Satellitenimplantaten macht die Benutzung eines herausnehmbaren Zahnersatzes also überflüssig.

Wie lange halten Zahnimplantate?

Zur Haltbarkeit von Implantaten lässt sich sagen, dass das eigentliche Implantat in der Regel keinen Qualitätsverlust erfährt. Die Haltbarkeit wird also ausschließlich durch die Verbindung mit dem Kieferknochen definiert. Diese Verbindung zwischen Implantat und Kiefer hängt vom Erhalt des umfassenden Knochenmaterials ab. Sie kann lediglich durch bakterielle Einflüsse aufgelöst und zerstört werden (zum Beispiel die Auflösung der Knochenmatrix durch MMPs). Aus diesem Grund muss ein möglicher bakterieller Kontakt mit der Verbindungsstelle zwischen Implantat und Knochen vor und während der Operation sowie während des Abheilstadiums tunlichst vermieden werden. Durch die mechanische Belastung bei Kauvorgängen wird der Kontakt zwischen Knochen und Implantat durch eine erhöhte Mineralisierung dieses Bereiches verstärkt, wodurch die Anfälligkeit durch Bakterien erheblich abnimmt. Aus diesem Grund sind die gewissenhafte Zahnreinigung und die Bedachtheit auf eine einwandfreie Mundhygiene in der unmittelbaren Zeit nach der Operation wesentlich wichtiger als nach 2 Jahren Tragezeit.

Der Erfolg von Implantaten hängt ebenfalls von der Erscheinungsform dieser ab, da dadurch Infektionen besser oder schlechter vermieden werden können. Zu den bedenklichen Implantatformen gehört zum Beispiel das Diskimplantat. Ein Schwachpunkt dieser Variante ist der relativ lange Schaft. Dieser ist vermehrt Verbiegungen ausgesetzt, wodurch Speiseresten das Eindringen erleichtert wird.

Statistiken zeigen, dass die Erfolgsaussichten von zylindrischen Implantaten in einem 5 Jahresintervall auf 85-90% festgelegt werden können. Die positiven Resultate hängen grundsätzlich davon ab, ob es zu einer Infektion kommt oder nicht. Dieses Risiko kann jedoch anhand geeigneter Versorge und Hygienemaßnahmen minimiert werden, wodurch die Erfolgsquote in der Regel sogar bei 100% liegt. Jedoch gelten diese Zahlen nicht für Raucher.

Bei den Behandlungszeiten differenziert man zwischen Sofortimplantaten, die gleich nach dem Ziehen oder dem Verlust der Zähne gesetzt werden, verzögerte Sofortimplantate, die erst 4 bis 6 Wochen nach Zahnverlust eingesetzt werden und Spätimplantaten, die erst nach kompletter Verknöcherung der Alveole (leere Zahnfach) implantiert werden.

Sofortimplantate sollten nur dann genutzt werden wenn nach dem Zahnausfall die Alveole keine Infektion aufweist. Sie kommen den Wünschen des Patienten meist am nächsten, jedoch bergen sie auch das höchste Risiko. Verzögerte Sofortimplantate und Spätimplantate minimieren eine mögliche Infektionsgefahr dagegen sehr. Bei den Belastungszeiten unterscheidet man zwischen Sofort- und Spätbelastung. Bei Sofortbelastungen wird eine Primärstabilität erforderlich, d.h. eine enorm hohe Festigkeit des Implantates gleich nach dem Einsetzen. Bei einer Spätbelastung ist die Primärstabilität nicht so wichtig, da dem Implantat eine gewisse Zeit (einige Wochen oder Monate) zur Bildung eines festen Kontaktes mit dem Kiefer gewährt wird. Hierbei kommt es darauf an wie locker das Implantat nach der Operation im Knochen sitzt, je lockerer, desto mehr Zeit benötigt die Einheilphase.

Bedingungen für eine optimale Haltbarkeit der Zahnimplantate

Im Folgenden haben wir Ihnen einige Bedingungen, die elementar wichtig für das Einheilen der Zahnimplantate sind, zusammengefasst.

  • Patientenselektion: allgemeinmedizinische und lokale Rahmenbedingungen müssen stimmen.
  • Knochenqualität: genügend Knochenmaterial muss vorhanden sein.
  • Knochenqualität: bestimmte Implantatsysteme benötigen eine gewisse Knochenqualität.
  • Implantatmaterial: Material muss mit dem Körper biologisch kompatibel sein.
  • Implantatoberfläche: Oberfläche muss für die Knochenzellenanlagerung mikroporös sein.
  • Implantatform: verschiedene Implantate benötigen unterschiedliche Rahmenbedingungen.
  • Implantationsplanung: Implantat muss so ausgerichtet sein, dass eine Prothese störungsfrei eingesetzt werden kann.
  • Chirurgisches Vorgehen: Der Erfolg hängt von der Erfahrung des Chirurgen ab.
  • Suprastruktur: Der Erfolg hängt von der Wahl der Prothese ab, Brücken und Kronen sind zumeist beständiger.
  • Okklusion: keine Überbelastung des Implantates.
  • Mundhygiene: Das Implantat muss ebenso wie normale Zähne gepflegt werden.
  • Nachsorge: regelmäßige Kontrolle durch Spezialisten.