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Hausstauballergie Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Normalerweise hält das Immunsystem des menschlichen Körpers als Schutz gegen Viren, Bakterien oder andere Fremdkörper Abwehrmechanismen bereit. Reagiert das Immunsystem jedoch übermäßig stark auf normalerweise harmlose Stoffe, die so genannten Allergene, so spricht man von einer Allergie. Eine Hausstauballergie liegt vor, wenn der Patient an einer Überempfindlichkeit gegenüber Staub leidet.

Ursache – Milbenkot

Doch streng genommen reagieren diese Menschen gar nicht auf den Hausstaub an sich, sondern auf die darin lebenden Hausstaubmilben und zwar insbesondere auf deren Ausscheidungsprodukte, deren Kot. Daher handelt es sich im engeren Sinne nicht um eine Hausstauballergie sondern und eine Hausstaubmilbenallergie. Denn das Immunsystem der betroffenen Personen spricht auf den Kot der Milben an, als ob es sich dabei um bedrohliche Fremdkörper handele, die es abzuwehren gilt, was zu mehr oder weniger starken körperlichen Reaktionen führt. Die zu den Spinnentieren gehörenden Hausstaubmilben sind mit zwei Arten besonders häufig vertreten: Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Jeder Mensch verliert im Schnitt pro Tag ein bis eineinhalb Gramm seiner Hautschuppen. Von diesen Schuppen ernähren sich die Hausstaubmilben. Ihr Name Dermatophagoides kann mit „Hautfresser“ übersetzt werden. Die Tiere sind nur wenige Zehntelmillimeter groß und lassen sich nur unter dem Mikroskop sichtbar machen. Auf ihrem Körper tragen die Milben den Schimmelpilz Aspergillus repens, mit dessen Hilfe sie die menschlichen Hautschüppchen verdauen und als Lebensgrundlage verwerten können. Der im Anschluss an den Verdauungsvorgang von den Milben ausgeschiedene Kot kann dann bei den betreffend veranlagten Personen die beschriebene Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen.

Symptome einer Hausstauballergie

HämorrhoidenJe nach Schwere der Krankheit kommt es zu unliebsamen Reaktionen und zwar sofort, nachdem Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat. Dazu zählen Schnupfen (das kann Dauerschnupfen oder Fließschnupfen sein), Niesattacken, tränende und juckende Augen, eine juckende Nase sowie Juckreiz oder Kratzen im Hals und in den Ohren bis hin zu Hals- und Ohrenschmerzen. Oft sind auch die Augen gerötet, die Bindehaut entzündet und die Augengegend geschwollen (Tränensäcke). In weniger häufigen Fällen kann sich das bis hin zu asthmatischen Anfällen steigern. Vor allem eine nicht erkannte und nicht behandelte akute Hausstauballergie kann unter Umständen bis hin zu asthmatischen Reaktionen führen, wenn es zu einem so genannten Etagenwechsel kommt, wobei sich die Krankheit auf die unteren Atemwege verlagert und somit die Bronchien befällt. All diese Beschwerden beinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen Menschen sehr. Ob eine Hausstauballergie vorliegt, lässt sich mit entsprechenden Allergietests schnell und sicher diagnostizieren.

Wirksame Gegenmaßnahmen

Da die Spinnentiere jene Lebensbereiche bevorzugen, wo es dunkel, warm und möglichst feucht ist, sind sie vor allem im Schlafzimmer anzutreffen. Gern besiedeln sie Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen. Doch auch Plüschtiere, Teppiche und Polstermöbel sind bevorzugte Milieus für die Milben. Dem Pollenallergiker wird geraten, sich in Zeiten der extremen Allergenbelastung nicht im Freien aufzuhalten. Hausstauballergiker dagegen leiden auch in geschlossenen Räumen. Und es kommt gar nicht so selten vor, dass eine Hausstauballergie gekreuzt mit einer Pollenallergie auftritt. Somit haben es Hausstauballergiker schon wesentlich schwerer, da ihre Allergene (der von den Milben ausgeschiedenen Kot) ganzjährig und fast überall in ihrem Lebensbereich lauern. Komplett vertreiben kann man die unliebsamen Plagegeister leider nicht. Jedoch lässt sich das Potenzial mit einigen Gegenmaßnahmen leidlich einschränken, was dazu dient, die Allergene in möglichst geringer Konzentration zu halten und die Symptome zu mildern. Sämtliche Reinigungsarbeiten im Haushalt, bei denen es zu einer hohen Staubbelastung kommt, sollten von anderen Familienmitgliedern, die keine Allergie haben, oder von Putzpersonal ausgeführt werden. Allein beim Staubsaugen wird die Atemluft mit rund fünfzig Prozent mehr Allergenen belastet als üblicherweise. Gleiches gilt für das Staubwischen. Auch Bettenabziehen und frisch Beziehen sind als Arbeitsaufgabe für Hausstauballergiker tabu. Räume, die gerade gesäubert wurden, sollten von einem Allergiker möglichst erst nach zwei Stunden wieder betreten werden. Um die Sensibilisierung und allergische Reaktion gegenüber dem Kot der Plagegeister einigermaßen einzudämmen, sind Teppiche und plüschige Beläge in jeglicher Form zu vermeiden, zu bevorzugen sind dagegen glatte Flächen, die am besten alle zwei Tage feucht zu wischen sind. So wird mehr Staub gebunden als beispielsweise beim Fegen, Kehren oder Staubsaugen. Der Staubsauger sollte am besten mit einem guten Feinstaubfilter ausgestattet sein. Diese Filter (so genannte HEPA-Filter) lassen weniger Milbenkot und Pollen durch. Falls ein Allergiker doch selbst Staubsaugen muss, so kann er sich durch Papiermasken, die es im Baumarkt gibt und als Mundschutz getragen werden, vor dem Einatmen der Allergene schützen. Staub sollte nicht mit einem trockenen, sondern mit einem feuchten Tuch gewischt werden. Denn je weniger „Staub aufgewirbelt“ wird, umso reiner ist die Atemluft. Grundsätzlich gilt es, alle Räume stets regelmäßig und gut zu lüften sowie vor allem im Schlafbereich für eine Temperatur um die achtzehn Grad und eine Luftfeuchte von maximal fünfzig Prozent zu sorgen.

Auf keinen Fall sollen die Räume zu warm und zu feucht sein. Nach Möglichkeit viel Sonne an die Betten lassen, da dies die Milben absterben lässt. Für die Matratzen eignen sich milbendichte doch atmungsaktive Überzüge (so genannte Encasings), die die Auflage komplett umschließen. Teilweise übernehmen heute die Krankenkassen derartige Hilfsmittel. Ähnliche Schutzumhüllungen gibt es auch für Bettdecke und Kopfkissen. Alles sollte bei mindestens sechzig Grad waschbar sein und auch regelmäßig gewaschen werden. Kissen und Decke selbst werden am besten ein- bis zweimal pro Jahr gewaschen, die Bettwäsche dagegen ist nach spätestens zwei Wochen zu waschen. Auch hier gilt die Mindesttemperatur von sechzig Grad Celsius, um die Milben und ihre Rückstände zu beseitigen. All das, was nicht bei diesen Temperaturen gewaschen werden darf, kann im Gefrierschrank behandelt werden. Plüschtiere beispielsweise werden auf diesem Wege bei mindestens achtzehn Grad minus und mindestens achtundvierzig Stunden sauber gehalten, denn das überstehen die Milben nicht. Auf Staubfänger am besten in der gesamten Wohnung verzichten – je weniger Staub sich irgendwo sammeln und ablagern kann, umso besser. Luftfilter – beispielsweise im Auto oder in Klimaanlagen sind regelmäßig zu warten und zu erneuern. Auch in Heizkörpern versteckt sich gern eine Unmenge von Staub. Vor allem bei Flach- und Kompaktheizkörpern sorgen regelmäßige Reinigungen innen und außen sowie hinter dem Heizkörper für Abhilfe. Gardinen und Tischdecken regelmäßig waschen oder am besten komplett auf solche Staubfallen verzichten, wenn es die örtlichen Gegebenheiten erlauben. Durch all diese Maßnahmen können die Symptome der Hausstauballergie vermieden oder zumindest in einem gewissen Umfang gemildert werden.

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