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Aneurysma Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Plötzlich und heftige Schmerzen in der Brust können Zeichen eines Herzinfarktes sein – oder eines anderen Vorfalls, der nicht minder lebensbedrohlich ist: Ein gerissenes Aneurysma. Manche Menschen verwenden den Begriff etwas missverständlich, etwa, wenn sie sagen, dass jemand an einem „Aneurysma gestorben ist“. Tatsächlich ist nicht das Aneurysma das Gefährliche, sondern wenn es reißt und es dadurch zu einer kaum stillbaren inneren Blutung kommt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Erweiterung“. Im Deutschen wird diese Situation auch „arterieller Aussackung“ genannt. Von einem Aneurysma spricht man dann, wenn sich an einer Arterienwand eine Blase oder ein Sack bildet und sich mit Blut füllt. Je größer der Sack wird, desto höher ist die Gefahr, dass er platzt. Bei einem relativ kleinen Blutgefäß wäre das kein großes Problem, doch Aneurysmen haben die unangenehme Eigenschaft, sich in großen Hauptschlagadern zu bilden, etwa in der Bauchaorta oder in der Nähe des Herzens. Dabei ist das Reißen nicht die einzige Gefahr, die von einem Aneurysma ausgeht. In den Ausstülpungen können sich Blutgerinnsel bilden, die, wenn sie wieder in den Blutkreislauf gelangen zu Infarkten und Schlaganfällen führen können.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Aneurysma

AneurysmaDas Heimtückische an diesen Blutblasen im Körper ist ihre Unauffälligkeit. In den allermeisten Fällen ahnt der Patient noch nicht einmal etwas von der großen Gefahr, in der er schwebt. Erst wenn das Aneurysma schon sehr gewachsen ist, kann es möglicherweise Beschwerden verursachen, etwa Husten oder Heiserkeit, vielleicht auch Schluckbeschwerden, Atembeschwerden oder Herzrhythmusstörungen, aber nur, wenn das Aneurysma im Oberkörper an bestimmten Stellen sitzt. Sitz das Aneurysma in anderen Regionen im Körper, kann es durchaus sein, dass der Patient überhaupt nichts spürt. Dagegen sind die Symptome eines gerissenen oder geplatzten Aneurysmas viel schmerzhafter. Im Oberkörper ähneln sie, wie erwähnt, einem Herzinfarkt. Wie beim Herzinfarkt zählt in diesem Fall nun jede Sekunde. Jetzt muss sofort der Notarzt gerufen werden. Die meisten Aneurysmen entstehen jedoch an der Bauchaorta. Wenn es hier reißt, ist es nur noch eine Frage von wenigen Stunden, in denen der Patient innerlich verbluten kann. Wer von einem solchen Aneurysma betroffen ist, bekommt oft sehr schnell starke Schmerzen im Unterleib, dazu können heftige Flankenschmerzen kommen. Die strahlen dann aus bis in die Beine oder auf den gesamten Rücken. Ist das Gehirn von einem Aneurysma betroffen, dann läge der Gedanke nahe, dass die Symptome denen einen Schlaganfalls gleichen. Doch das ist nicht der Fall. Stattdessen können schweren Kopfschmerzen auftreten, das Gesicht schmerzt und dem Patient wird übel. Egal, um welche Art von Aneurysma-Ruptur es sich handelt. Es besteht fast immer höchste Lebensgefahr. Dem Patient droht schon nach wenigen Minuten eine Sauerstoff-Unterversorgung im Gehirn. Selbst wenn der Patient noch gerettet wird, kann das schon zu irreparablen Schäden im Gehirn geführt haben.

Diagnose

Ein Aneurysma zu finden ist gar nicht so einfach. Es gibt keine Blut- oder Laboruntersuchungen, die einen Blutsack an irgendwelchen Stellen im Körper belegen könnten. Also muss sich der Arzt zunächst auf sein eigenes Gespür und seinen Tastsinn verlassen können. Dabei sind schlanke und sportliche Menschen entschieden im Vorteil. Bei ihnen lässt sich ein Aneurysma an der Aorta im Bauch ertasten. Das ist bei Menschen mit einer gewissen Leibesfülle nicht mehr möglich. In diesem Fall bleibt nur der Einsatz von Apparaten um etwaige Aneurysmen aufzuspüren, etwa Ultraschall, Computertomographie, ein MRT oder Röntgen mit Kontrastmitteln. Letzteres wird heute allerdings nur noch selten praktiziert. Da allerdings ein Aneurysma keine Schmerzen verursacht, wird auch selten danach gesucht. Meisten wird es eher zufällig, im Rahmen von anderen Untersuchungen entdeckt. Doch ist es erst einmal aufgespürt, dann muss es nicht unbedingt sofort operativ behandelt werden. Oft reicht es auch, das Gefäß dann per Ultraschall zu kontrollieren, um zu sehen, ob es weiter anwächst oder nicht. Je größer ein Aneurysma wird, desto größer ist die Gefahr, dass es platzt. Es gleicht damit sehr einem Luftballon, der auch nicht unendlich aufgeblasen werden kann.

Ursachen

Ein Aneurysma kann die verschiedensten Ursachen haben. Die häufigste ist die Arteriosklerose, die Arterienverkalkung. Über 80 Prozent der Aneurysma-Fälle sind darauf zurück zu führen. Darüber hinaus scheint Vererbung eine Rolle zu spielen. Kommt es zu einem Aneurysma an der Herzwand ist häufig ein vorheriger Infarkt die Ursache. Auch Erkrankungen wie Tuberkulose oder Syphilis können ein Aneurysma auslösen.

Behandlung

Ist ein Aneurysma erst einmal gerissen, dann geht es bei der Behandlung zunächst nur darum, dem Patienten das Leben zu retten, indem die Blutung gestoppt und das gerissene Gefäß verschlossen wird. Doch das ist Sache der Notfallmedizin. Ist ein Aneurysma dann schließlich lokalisiert, muss seine Größe bestimmet werden, um festzustellen, ob es überhaupt eine Gefahr darstellt. Nicht alle Aneurysmen führen zwangsläufig zum Tod durch Verbluten. Oft reicht eine Beobachtung der Gefäßerweiterung aus. Sollte sich aber zum Beispiel an der Bauchaorta das Gefäß auf 5,5 Zentimeter vergrößern, dann ist große Eile geboten. Da kann eine Kleinigkeit genügen, ein Rempler in der U-Bahn, ein Stolpern auf der Treppe – und schon ist es passiert. Jetzt muss das Aneurysma dringend behandelt werden. Wenn eine Operation nötig wird, dann kann heute in die Arterie eine Prothese eingesetzt werden, ein sogenannter Stent. Die Operationen sind relativ unkompliziert und werden häufig mikroinvasiv, als nur mit kleinen Schnitten und Sonden, durchgeführt. Je nach Lage des Aneurysmas kann sogar auf eine Vollnarkose verzichtet werden.

Vorbeugen

Ein Aneurysma lässt sich leider schlecht verhindern, zumal wohl auch eine familiäre Prädisposition eine Rolle spielt. Allerdings steht auch bei einem Aneurysma, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, das Rauchen im Verdacht, zu den Verursachern der Blutblasen zu gehören. Grundsätzlich ist alles, was Arteriosklerose hemmt auch dazu angetan, einem Aneurysma vorzubeugen. Auch Bluthochdruck begünstigt die Entstehung eines Aneurysmas. Ein hoher Cholesterinspiegel lässt die Gefahr dieser Gefäßerkrankung ebenfalls deutlich ansteigen. Wer bereits koronare Herzerkrankungen oder periphere Verschlusserkrankungen durchgemacht hat, trägt auch ein höheres Risiko für ein Aneurysma mit sich. Schließlich sind Männer von dieser Krankheit eher betroffen als Frauen. Außerdem steigt mit dem Alter die Gefahr eines Aneurysmas an. Da die meisten Aneurysmen eher zufällig entdeckt werden, ist es auch keine schlechte Idee, sich regelmäßig gründlich vom Arzt durchchecken zu lassen. Wer zu den genannten Risikogruppen gehört, sollte sich möglicherweise auch mit seinem Arzt beraten.

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