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Kehlkopfentzündung Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die relativ häufig vorkommende akute Kehlkopfentzündung wird meist durch Viren ausgelöst. Eine chronische Kehlkopfentzündung dagegen kommt vor allem bei Menschen vor, die beruflich sehr viel sprechen müssen. Ebenfalls häufig betroffen sind langjährige Raucher. Die chronische Kehlkopfentzündung entwickelt sich nicht durch Viren und Bakterien, sondern durch die Belastung, der der Kehlkopf bei häufigem Sprechen und / oder Singen bzw. durch Gifte in der Atemluft ausgesetzt ist. In der Regel ist die akute Kehlkopfentzündung harmlos und heilt mit der richtigen Behandlung und unter Schonung des Kehlkopfes schnell und vollständig ab. Es gibt jedoch einige Spezialformen der Kehlkopfentzündung, mit denen nicht zu spaßen ist. Deshalb sollten Patienten, die Symptome einer Kehlkopfentzündung bei sich entdecken, immer den Arzt aufsuchen, der ausschließen kann, dass es sich um einen gefährlichen Verlauf handelt.

Symptome der akuten Kehlkopfentzündung

KehlkopfentzündungDie akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis) entwickelt sich sehr häufig durch virusbedingte Erkältungskrankheiten, die zunächst die oberen Atemwege betreffen und sich dann ausbreiten. Seltener sind bakterielle Infektionen die Ursache. Gelegentlich kann sich eine akute Kehlkopfentzündung auch durch Belastungen ergeben, zum Beispiel wenn die Stimme durch ungewohntes lautes Sprechen belastet wird oder die Atemluft mit schädlichen chemischen Stoffen verunreinigt ist. Die akute Kehlkopfentzündung äußert sich durch Husten und Heiserkeit. Diese Symptome werden häufig begleitet von Schmerzen oder einem wunden Gefühl in der Halsregion. Bei einer akuten Kehlkopfentzündung kann die Schleimhaut des Kehlkopfes stark anschwellen. Je nach Ausmaß dieser Schwellung besteht eventuell Erstickungsgefahr. Deshalb muss bei den Symptomen einer Kehlkopfentzündung immer der Arzt aufgesucht werden. Dieser diagnostiziert die Entzündung anhand der typischen Symptome.

Da Husten, Heiserkeit und Schmerzen im Hals jedoch Symptome vieler weiterer Erkrankungen der Atemwege sind, untersucht er zusätzlich den Rachen und den Kehlkopf. Für dessen Betrachtung benötig er aufgrund seiner Lage tief im Rachen ein flexibles Endoskop, das mit einer Lampe ausgestattet ist, um die genaue Untersuchung der Kehlkopfschleimhaut zu ermöglichen. Nur in seltenen Fällen, wie zum Beispiel bei langanhaltenden ungeklärten Beschwerden, ist eine Kehlkopfspiegelung notwendig. Da eine solche Spiegelung nur unter Vollnarkose möglich ist, muss der Patient hierfür ins Krankenhaus. Dort kann der Arzt während der Spiegelung Proben des Gewebes nehmen, um bösartige Veränderungen auszuschließen. Bei einer akuten Kehlkopfentzündung ist der Kehlkopf stark gerötet und angeschwollen. Patienten sollten immer dann zum Arzt gehen, wenn Husten und Heiserkeit länger als drei Wochen andauern oder von Fieber begleitet werden. Auch Atemnot ist ein Warnzeichen und muss vom Arzt abgeklärt werden – möglichst, bevor die Kehlkopfschwellung ein Ausmaß erreicht hat, das im schlimmsten Fall zum Ersticken führen kann. Behandelt wird die Entzündung mithilfe strenger Stimmschonung. Lindern wirken auch Inhalationen mit Salzwasser, die mehrmals täglich durchgeführt werden sollten. Je nach Schwere der Erkrankung kann der Arzt zusätzlich schleimlösende Medikamente und Entzündungshemmer verordnen. Diese helfen beim Abschwellen der entzündeten Kehlkopfschleimhaut, was besonders dann notwendig ist, wenn die Schwellung bereits die Atmung behindert. Patienten, die unter einer Kehlkopfentzündung leiden, müssen darüber hinaus dringend aufs Rauchen verzichten und dürfen sich nicht in Räumen mit verunreinigter Atemluft aufhalten. Zuhause müssen sie darauf achten, dass die Atemluft weder zu trocken noch zu feucht ist und eine gemäßigte Temperatur aufweist. Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur dann angezeigt, wenn die Kehlkopfentzündung durch Bakterien verursacht wurde. Bei sehr starker Schwellung des Kehlkopfes wird die Entzündung im Krankenhaus behandelt. In der Regel sorgen dort Kortisongaben für ein schnelles Abschwellen der Schleimhaut. Auch zusätzlicher Sauerstoff kann die Beschwerden zeitweise lindern.

Symptome der chronischen Kehlkopfentzündung

Eine chronische Kehlkopfentzündung entsteht, wenn der Kehlkopf über einen längeren Zeitraum schädlichen Reizen ausgesetzt ist. Dies können Schadstoffe in der Atemluft, aber auch außergewöhnliche Belastungen der Stimme sein. Eine chronische Kehlkopfentzündung zeigt sich besonders an einem andauernden Räusperzwang, ständiger Heiserkeit sowie anhaltendem Reizhusten. Die Stimmlippen weisen zum Teil gutartige Knötchen auf. Eine chronische Kehlkopfentzündung kann auch Folgeerkrankungen verursachen.

Dazu gehören chronische Schwellungen der Stimmlippen, auch bekannt als Reinke-Ödem. Die Stimme kann bei einer chronischen Kehlkopfentzündung rau klingen und eine tiefere Tonlage annehmen als im gesunden Zustand. Die chronische Kehlkopfentzündung tritt häufig bei Menschen auf, die im Beruf ihre Stimme ständig einer Überbelastung aussetzen. Dazu gehören Sänger, aber auch Lerer, Erzieher und andere Angehörige einer „sprechenden“ Berufsgruppe. Auch Raucher gehören zur Risikogruppe.

Spezialformen der Kehlkopfentzündung und ihre Symptome

Eine gefährliche Spezialform der Kehlkopfentzündung ist die Epiglottitis. Symptomatisch für diese Form ist es, dass sie sich ausgesprochen rasant entwickelt. Sie wird von hohem Fieber begleitet, das sich genau wie die Epiglottitis selbst sehr schnell entwickelt. Beim Schlucken haben Patienten, die unter der Epiglottitis leiden, starke Beschwerden. Sogar der eigene Speichel kann nur unter großer Mühe geschluckt werden, weswegen er bei den Betroffenen teilweise an den Mundwinkeln herunterläuft. Je nach Fortschritt der Erkrankung besteht das Risiko, dass der Eingang des Kehlkopfes komplett zuschwillt. Die Epiglottitis wird in der Regel von Bakterien ausgelöst und muss daher mit Antibiotika behandelt werden. Damit die Krankheit keinen schweren Verlauf nimmt, sollten Menschen, die die genannten Symptome spüren, sofort den Arzt aufsuchen.

Die zweite Sonderform der Kehlkopfentzündung ist die akute subglottische Kehlkopfentzündung, besser bekannt als Pseudokrupp. Sie äußert sich durch Husten, der bellend klingt und eine krampfartige Form annimmt. Pseudokrupp betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Bei den Hustenanfällen, die die Krankheit auslöst, kann es zu Atemnot kommen, die im schlimmsten Fall zum Ersticken führen kann. Deshalb muss bei einem durch Pseudokrupp verursachten Hustenanfall sofort der Arzt aufgesucht werden. Eine weitere Spezialform der Kehlkopfentzündung ist eine durch Reflux ausgelöste Kehlkopfentzündung. Unter Reflux versteht man den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre, der auch die Atemwege betreffen kann. Die scharfe Säure kann im Kehlkopf Entzündungsreaktionen auslösen. Ist dies der Fall, müssen neben den Symptomen der Kehlkopfentzündung unbedingt auch die auslösenden Symptome der Reflux-Erkrankung behandelt werden, da ansonsten die Belastung der Atemwege durch die Magensäure mit zahlreichen Folgeerkrankungen zum Dauerzustand wird.