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Epilepsie Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Epilepsie (auch als Fallsucht bezeichnet) ist eine chronische Erkrankung, die das Gehirn betrifft. Das Gehirn von Epileptikern unterliegt einer dauerhaften Neigung zur Ausbildung epileptischer Anfälle. Solchen Anfällen liegen sogenannte neuronale Entladungen (also Entladungen von Nervenzellen) im Gehirn zugrunde. Je nach Betroffenem können entsprechende Anfälle von unterschiedlicher Häufigkeit, Dauer und Ausprägung sein.

Epileptische Aura

Inhaltsverzeichnis zum Thema Epilepsie

Eine sogenannte Aura kann bei einem Epileptiker auf einen beginnenden epileptischen Anfall hindeuten. Bei einigen Patienten geht das Auftreten einer solchen Aura einem größeren epileptischen Anfall voraus, während eine Aura bei anderen Patienten das einzige Symptom eines stattfindenden epileptischen Anfalls darstellt. Eine Aura drückt sich bei jedem Patienten verschieden aus. So kann es beim Betroffenen beispielsweise zu Schwindelgefühlen oder dem Gefühl kommen, in der Luft zu schweben. Andere mögliche Symptome einer Aura sind etwa Konzentrationsstörungen oder das Auftreten von Sehstörungen oder Halluzinationen (bspw. optische oder akustische Eindrücke, denen kein realer Sinneseindruck zugrunde liegt). Außerdem kann eine epileptische Aura gekennzeichnet sein durch irritierende Geruchs- oder Geschmackseindrücke sowie durch Missempfindungen im Bauch (in der Medizin auch bezeichnet als sogenannte epigastrische Sensationen). Nach medizinischer Definition handelt es sich bei einer auftretenden Aura im Rahmen einer Epilepsie bereits um einen kurzen Anfall, der sich in einer sehr begrenzten Gehirnregion ereignet. Gelegentlich ist es möglich, aufgrund der individuellen Symptome beim Einzelnen Rückschlüsse zu ziehen auf die verantwortliche Hirnregion einer auftretenden Aura.

Epileptische Anfälle

EpilepsieFormen epileptischer Anfälle sind vielfältig. Dabei ist es häufig der Fall, dass sich die Anfälle beim Einzelnen in ihrer Art ähneln. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Form der Anfälle im Krankheitsverlauf ändert. Angesichts der auftretenden Symptome bei einem epileptischen Anfall lassen sich entsprechende Anfälle in verschiedene Formen unterteilen. Eine entsprechende Klassifikation stammt etwa von der Internationalen Liga gegen Epilepsie (der ILAE). Hiernach ist zunächst zu unterscheiden zwischen drei Hauptformen epileptischer Anfälle: den sogenannten fokalen Anfällen, den generalisierten Anfällen und den sekundär-generalisierten Anfällen. Jede Hauptform epileptischer Anfälle weist zudem weitere Unterformen auf. Ein sogenannter fokaler Anfall bei Epilepsie zeichnet sich zunächst dadurch aus, dass der Anfall einen bestimmten Ausgangspunkt im Gehirn aufweist. Darum werden fokale Anfälle gelegentlich auch als sogenannte herdförmige Anfälle bezeichnet. Bei einem sogenannten einfach-fokalen epileptischen Anfall behält der betroffene Patient in der Regel sein volles Bewusstsein bei. Mögliche auftretende Symptome eines einfach-fokalen epileptischen Anfalls sind etwa auffällige Bewegungen oder Zuckungen eines bestimmten Körperteils. Auch kann es im Rahmen einfach-fokaler epileptischer Anfälle zu Lautäußerungen oder Körperdrehungen kommen, die unwillkürlich (unkontrollierbar) verlaufen. Des Weiteren können sich verschiedene abweichende Sinneswahrnehmungen einstellen, die auch im Rahmen einer Aura auftreten können – so etwa Geschmacks-, Geruchs- oder Sehstörungen. Auch Angstgefühle oder ein sogenanntes Déja vu (ein Betroffener gewinnt den Eindruck, eine auftretende Situation bereits in der Vergangenheit durchlebt zu haben) können Symptome eines einfach-fokalen epileptischen Anfalls sein. Allerdings sind jeweils einzelne genannte Symptome noch keine hinreichenden Hinweise auf eine vorliegende Epilepsie – so treten beispielsweise Déja vus nicht selten auch bei gesunden Menschen auf. Abgegrenzt wird ein einfach-fokaler epileptischer Anfall in der Medizin von einem sogenannten komplex-fokalen Anfall vor allem durch die Tatsache, dass es beim komplex-fokalen Anfall zu einer zusätzlichen Bewusstseinstrübung des Betroffenen kommt. Eine solche Bewusstseinstrübung kann sich beispielsweise darin ausdrücken, dass ein Betroffener nicht mehr uneingeschränkt ansprechbar ist. Darüber hinaus kann sich während eines komplex-fokalen Anfalls das Verhalten eines Betroffenen ändern: So kann Letzterer beispielsweise unverständliche Laute artikulieren oder sich ziellos im Raum bewegen. Ein sogenannter generalisierter Anfall im Rahmen einer Epilepsie geht vermutlich (anders als der beschriebene fokale Anfall) vom gesamten Gehirn aus. Häufig (aber nicht immer) sind generalisierte epileptische Anfälle beim Betroffenen verbunden mit vorübergehenden Bewusstseinsstörungen. Eine Form des generalisierten Anfalls bei Epilepsie ist die sogenannte Absence; besonders häufig tritt diese Art Anfall bei Kindern und Jugendlichen auf, die von Epilepsie betroffen sind. Eine Absence ist gekennzeichnet durch eine kurze Bewusstseinspause, die häufig nur wenige Sekunden anhält – Absencen, die länger als 30 Sekunden anhalten, kommen selten vor. Eine Absence äußert sich beispielsweise dadurch, dass der Betroffene in einer Bewegung innehält und nicht auf Ansprachen reagiert. Ist eine Absence vorüber, erinnert sich der Betroffene meist nicht an die Bewusstseinspause. Gelegentlich kann eine Absence mit Begleitsymptomen einhergehen wie geringen Bewegungen von Kopf oder Mund oder einem Blinzeln der Augen. In vielen Fällen wird das Auftreten von Absencen beispielsweise durch Müdigkeit begünstigt.

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Zu einem Verlust des Bewusstseins kommt es häufig bei generalisierten epileptischen Anfällen, die eine sogenannte tonische Form annehmen: Tonische Anfälle sind gekennzeichnet durch plötzliche muskuläre Verkrampfungen, die sich aber nicht in Zuckungen des Betroffenen äußern. Das Auftreten tonischer Anfälle, die meist nur einige Augenblicke anhalten, führt meist zu einem Sturz Betroffener. Auch kann es während eines tonischen Anfalls zu einem Krümmen oder Überstrecken des Kopfes kommen. Generalisierte Anfälle, die eine klonische Form annehmen, können sich über mehrere Minuten erstrecken. Ähnlich wie bei den tonischen Anfällen besteht für die Betroffenen Sturzgefahr. Im Rahmen eines klonischen Anfalls kommt es typischerweise zu einem rhythmischen Zusammenziehen von Muskelgruppen (vorwiegend sind hiervon Muskelgruppen am Rumpf betroffen). Atonische, generalisierte Anfälle sind gekennzeichnet durch einen plötzlichen Abfall der Muskelspannung in bestimmten Teilen der Muskulatur. So können je nach betroffener Muskelpartie beispielsweise die Beine eines Betroffenen kurzzeitig einknicken. Bei einigen Betroffenen kann ein atonischer Anfall mit einem kurzfristigen Bewusstseinsverlust verbunden sein. Sind generalisierte epileptische Anfälle myoklonischer Natur, so kommt es beim Betroffenen meist zu einem plötzlichen Zucken bestimmter Muskeln (so beispielsweise an Arm, Hand oder Rumpf). Meist treten myoklonische Anfälle nur für die Zeitspanne weniger Sekunden auf. Anders als bei vielen Formen generalisierter Anfälle bleiben Epileptiker während myoklonischer Anfälle häufig bei Bewusstsein. Tonisch-klonische Anfälle als Form generalisierter Anfälle wurden in der Vergangenheit auch bezeichnet als ‚Grand Mal‘; heute findet sich unter anderem die Bezeichnung ‚großer Krampfanfall‘ für einen tonisch-klonischen Anfall. Neben einem Bewusstseinsverlust treten hierbei meist Verkrampfungen und symmetrische Zuckungen auf. Mögliche Symptome sind außerdem austretender schaumiger Speichel oder eine Blaufärbung der Haut aufgrund von Sauerstoffmangel. Betroffene haben meist keine Erinnerung an den aufgetretenen großen Krampfanfall. Sogenannte sekundär-generalisierte Anfälle als dritte Hauptform epileptischer Anfälle beginnen schließlich zunächst in einem bestimmten Gehirnareal, während sie sich in ihrem Verlauf aber zunehmend ausbreiten.