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Borreliose Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Borreliose – auch als Lyme-Borreliose bezeichnet nach ihrem Entdeckungsort – ist eine multisystemische Erkrankung. Die Infektionskrankheit wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht. Übertragen wird die Borreliose vor allem durch Zecken, jedoch können in seltenen Fällen auch Stechmücken und Pferdebremsen die Überträger der Krankheit sein. Die Borreliose ist eine Erkrankung, die alle Systeme des Organismus befallen kann. Das Nervensystem sowie die Gelenke sind am häufigsten betroffen. Jedoch können auch Organe, Muskeln und Blutgefäße entzündliche Veränderungen aufweisen. Aufgrund der Möglichkeit des vielfachen Organ- und Systembefalls ist es dringend erforderlich, dass eine Borreliose rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Unbehandelt kann eine Borreliose schwere Behinderungen als auch den Tod zur Folge haben. Die Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragbare Krankheit. Im Gegensatz zur FSME – Frühsommermeningoenzephalitis – einer Virenerkrankung, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, können bei einer Borreliose keine vorbeugenden Maßnahmen in Form einer Schutzimpfung getroffen werden. Nach einer durchgemachten Infektion bildet der Körper keine Resistenz gegen die Borreliose. Das bedeutet, dass bei einer wiederholten Infektion mit dem Erreger, die Erkrankung erneut auftreten kann. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die Krankheit auch Jahre später erneut ausbrechen kann, obwohl keine Neuinfektion vorliegt.

Multisymptomatik der Borreliose

BorrelioseDie Symptome der Borreliose sind äußerst vielfältig und können in mehrere Stadien eingeteilt werden. Zwischen den einzelnen Krankheitsstadien kann viel Zeit vergehen. Stadium 1 tritt meist zwischen dem 3. und 29. Tag nach erfolgter Infektion auf. Bei Stadium 2 können Wochen bis mehrere Monate und bei Stadium 3 mehrere Jahre vergehen, bevor sich weitere Symptome zeigen. Die verschiedenen Stadien der Krankheit müssen auch nicht in dieser Reihenfolge auftreten. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Symptome eines Stadiums von alleine vergehen oder auch Jahre später wieder auftreten.

Stadium 1 – Die Infektion

Nach einer Inkubationszeit – dass ist die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit – von ca. 3 bis 29 Tagen kann es zu einer örtlichen Infektion der Bissstelle kommen. Diese ist gekennzeichnet durch einen roten Fleck (meist 1 – 2 cm Durchmesser). Um diesen Fleck bildet sich ein hellroter Ring, der sich im Laufe der Zeit im Durchmesser vergrößert. Dieses Phänomen wird auch als Wanderröte (Erythema migrans) bezeichnet. Der Bereich um die Bissstelle fühlt sich heiß und geschwollen an. Meist tritt zudem ein starker Juckreiz in diesem Areal auf. Gleichzeitig kommt es zu weiteren Symptomen, die eher von allgemeiner Spezifikation sind, so dass sie oftmals einem anderen Krankheitsbild zugeordnet werden. Neben Fieber klagen die Betroffenen über Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und einem allgemeinem Unwohlsein. Des Weiteren kann es als Folge des Fiebers zu einer Schwellung der Lymphknoten kommen. Muskelschmerzen sowie schmerzende Sehnen und Bänder können Krankheitszeichen im ersten Stadium sein, die von den Betroffenen jedoch meist als Muskelkater definiert werden. In diesem Stadium kann auch eine Bindehautentzündung auftreten, die mit tränenden, juckenden und schmerzenden Augen einhergeht. Vor allem während der Pollensaison kann es hierbei zu falschen Diagnosen kommen, da als Folge einer allergischen Reaktion ebenfalls Entzündungsreaktionen an den Augen stattfinden können.

Hinweis: Bei ca. 30 Prozent aller Infektionen mit Borrelien tritt keine Hautrötung bzw. Wanderröte auf. Die restlichen Symptome ähneln denen eines grippalen Infektes, so dass die Borreliose zu Beginn häufig nicht erkannt wird.

Stadium 2 – Ausbreitung

Mehrere Wochen bis Monate nach der Infektion treten im Bereich der Bissstelle brennende Nervenschmerzen auf. Aufgrund der Beeinträchtigung der Nerven kann es bevorzugt in diesem Areal zudem zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen kommen. Die Nervenentzündung ist zu Beginn noch lokal beschränkt, jedoch kann sie sich im Laufe der Krankheit auf das gesamte Nervensystem ausbreiten. Da infolge dessen das Rückenmark und Gehirn betroffen sein können, kann es zu ausgedehnten Bewegung- und Koordinationsstörungen und anderen neurologischen Ausfällen kommen. Aber nicht nur das zentrale Nervensystem ist davon betroffen, auch das vegetative Nervensystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Dies kann sich durch eine gestörte Temperaturempfindung, nächtlichen Schweißausbrüchen und plötzlichen Hitzewallungen bemerkbar machen. Der Befall des Nervensystems wird auch als Neuroborreliose bezeichnet. Nachdem sich der Erreger auf weitere Systeme des Körpers ausgebreitet hat, kommt es infolge dessen vermehrt zu Entzündungsreaktionen im gesamten Körper. Oftmals ist das Herz in Form einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung betroffen, jedoch gibt es Fälle, bei denen auch Entzündungen an den Herzklappen zu beobachten waren. Während dieses Stadiums zeigen sich auch erste Gelenkentzündungen. Vor allem die Kniegelenke sowie das Iliosakralgelenk gehören zu den ersten Gelenken, in denen es zu Entzündungsreaktionen kommt. Jedoch können auch alle anderen Gelenke des Körpers betroffen sein. Im Rahmen der Entzündung treten immer wieder Lymphknotenschwellungen auf. Hierbei sind besonders die Lymphknoten im Bereich der Achseln und der Leisten betroffen. Dieses Stadium ist auch gekennzeichnet durch häufig auftretende Fieberschübe, teils mit Fieber über 39 °C.

Hinweis: Da das Immunsystem durch die ausgedehnte Borrelieninfektion geschwächt wurde, ist der Organismus äußerst anfällig für andere Erkrankungen.

Stadium 3 – Chronische Manifestation

Obwohl schon mehrere Monate oder sogar Jahre nach der Infektion vergangen sind, können erneut Entzündungen der Gelenke auftreten, welche in einen chronischen Zustand übergehen können. Dies wird auch als sog. Lyme-Arthritis bezeichnet. Neben Knie- und Sprunggelenken, können auch Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Zehen- und Kiefergelenke betroffen sein. Im späteren Verlauf kommt es zudem zu Hautveränderungen in Form einer Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer. Die Haut verfärbt sich bläulich-rot, schwillt an und wird im Laufe der Zeit dünner. Besonders die Haut in den Bereichen der Ellenbogen, der Knie sowie der Unterarme und Unterschenkel ist davon betroffen. Die Entzündung beeinflusst zudem den Stoffwechsel, so dass im späteren Verlauf Schilddrüsenfunktionsstörungen die Folge sein können. Der Stoffwechsel ist auch mit für die Verdauung verantwortlich, sodass im Zuge der Krankheit gastro-intestinale Beschwerden, wie z. B. Magenschmerzen und Durchfall, auftreten können. Im Spätstadium der Lyme-Borreliose kann es auch zu Entzündungen des Gehirns kommen. Infolge der Schäden können Lähmungen, Koordinationsstörungen, Bewusstseinsstörungen und Koma auftreten. Des Weiteren kann es sowohl zu kognitiven Störungen im Sinne von Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen, als auch zu starken Gedächtniseinbußen im Sinne eines Morbus Alzheimer kommen. Neben der sog. Neuroborreliose können die Betroffenen an weiteren Leiden, wie z. B. Polyneuropathie, Meningitis, Enzephalitis oder Enzephalomyelitis, erkranken.

Problematik bei einer Borreliose

Die Borreliose weist eine Vielzahl an verschiedenen Symptomen auf, die allesamt anderen Krankheiten zugeordnet werden können. Nicht alle Betroffenen weisen die gleichen Symptome auf. Es können auch nur Gelenkentzündungen oder nur neurologische Störungen auftreten. Des Weiteren ist es möglich, dass Patienten ausschließlich an Herzproblemen leiden. Neben diesen einzelnen Symptomen sind auch diverse Mischformen möglich. Die Diagnosefindung gestaltet sich dann besonders schwierig, wenn die typischen Anzeichen wie z. B. die Wanderröte oder der Zeckenbiss an sich fehlen. Ein Zeckenbiss kann auch übersehen werden, wenn er sich an einer Körperstelle befindet, die selbst nicht eingesehen werden kann oder wenn die Bissstelle keine Beschwerden verursacht. Da die Symptome oftmals erst Jahre später auftreten können, vermuten die wenigsten Betroffenen, dass diese infolge eines Zeckenbisses auftreten, den sie vielleicht vor zwei oder drei Jahren erlitten haben.

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