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Alkoholabhängigkeit Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Alkoholkrankheit verläuft in der Regel fließend. Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch und die Alkoholabhängigkeit gleiten in einander über. Die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit ist nur leicht, sobald das Krankheitsbild bereits fortgeschritten ist. Da der Alkoholkranke die Realität in den meisten Fällen nicht akzeptiert, sondern vielmehr verdrängt, ist die Stellung einer Diagnose erschwert. Am Anfang einer Alkoholkrankheit bilden sich in Trinkpausen eventuelle somatische Folgeschäden relativ schnell zurück und einige Organbeschwerden sind unspezifisch und können auch bei Patienten, die keinen Alkohol trinken, vorliegen. Die fehlende Einsicht des Patienten erschwert daher die Diagnose.

Körperliche Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Alkoholabhängigkeit

Die Alkoholabhängigen selber klagen meist zunächst über eine innere Unruhe und plötzlich auftretende Schweißausbrüche. Auch ein Tremor und Feuchtigkeit der Hände sowie Schlafstörungen und ein damit verbundener Leistungsabfall wird festgestellt. Der übermäßige Alkoholkonsum führt zu Gedächtnislücken, Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen, die der Betroffene auch selbst wahrnimmt. Der Patient ist appetitlos und leidet an Störungen des Magen-Darm-Traktes, wie Verstopfungen, ein Völlegefühl oder häufige Durchfälle. Oftmals leiden Alkoholabhängige auch an morgendlicher Übelkeit. Berichtet ein Patient dem Arzt zudem von depressiven Verstimmungen, Gefühlen der Unlust, einer gestörten sexuellen Potenz und Sensibilitätsstörungen, sollte dieser auch an eine eventuelle Alkoholabhängigkeit seines Patienten denken.

Wahrnehmungen des Umfeldes

AlkoholabhängigkeitAlkoholkranke Menschen zeigen zahlreiche Veränderungen, die sie selbst oftmals gar nicht wahrnehmen, welche jedoch durch ihr soziales Umfeld oder auch den Arzt festgestellt werden. Sie eignen sich unterschiedliche Abwehrmechanismen an, um die Krankheit zu verheimlichen, ändern ihr Verhalten und leiden gleichzeitig an einem Abfall ihres Selbstwertgefühles. Häufig werden die Alkoholabhängigen misstrauisch und neigen zum Ausweichen und Flüchten, wenn sie das Gefühl haben, jemand könnte ihr Problem bemerken. Sie sind unsicher und überempfindlich und verfügen über eine verminderte Frustrationstoleranz. Die Stimmung ist oftmals labil und depressive Verstimmungen häufig. Die emotionelle Kontrolle ist zunehmend vermindert und der Abhängige wechselt zwischen Stimmungen des Selbstmitleids und des Imponiergehabes. Gleichzeitig nimmt das Vermögen, längere Zeiten ohne Alkohol auszukommen, ab. Im sozialen Bereich sind ebenfalls Veränderungen festzustellen. Der hohe Alkoholkonsum führt zu Konflikten in der Familie und der Partnerschaft. Durch die Kosten des Alkohols kommt es zu finanziellen Problemen und sogar Schulden werden in Kauf genommen. Viele Abhängige verlieren durch Trunkenheit im Straßenverkehr ihren Führerschein und auch Arbeitsplatzverluste sind keine Seltenheit. Außerdem neigen viele Menschen unter Alkoholeinfluss zur Begehung von Straftaten.

Weitere Symptome

Das Zittern der gespreizten Finger und auch der geschlossenen Lider und auch das Zittern beider Arme, nach längerer Alkoholabstinenz sind ebenfalls Zeichen einer Alkoholabhängigkeit. Am Anfang des übermäßigen Konsums von Alkohol nimmt der Betroffene zunächst an Gewicht zu, da mit dem Alkohol mehr Kalorien aufgenommen werden. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verliert der Betroffene jedoch wieder viel Gewicht und magert teilweise sehr ab. Die Umwelt des Betroffenen stellt fest, dass der Betroffene zu einer vermehrten Aggressivität neigt, schnell gereizt und gekränkt ist und offenbar ohne triftigen Grund nahezu „explodiert“. Die Betroffenen selber leiden unter einem unspezifischen Durstgefühl. Der Herzschlag kann Unregelmäßigkeiten aufweisen ebenso wie die Atemfrequenz. Auch ein Klopfen oder Stechen in der Gegend des Herzens wird oftmals verspürt. Zustände von Schwindel und Schwäche und auch Störungen des Kreislaufes mit der Neigung zum Kollaps treten bei Alkoholmissbrauch auf. Teilweise leiden die Betroffenen an kurzen Anfällen von Bewusstlosigkeit ohne jedoch vorher einen Krampfanfall gehabt zu haben. Auch die Atemwege sind bei einem übermäßigen Alkoholgenuss angegriffen. Neben einer Atemnot bildet sich eine chronische Bronchitis. Eine permanente Erkältung mit ständigem Schniefen und Entzündungen des Rachens, der Nebenhöhlen und der Nase, sowie der Lunge und der Luftleiter sind Folgen des Alkoholkonsums. Der Magen- und Darmtrakt wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und es kann sogar zum Erbrechen von Blut kommen. Erkrankungen von Gallenblase, Harnblase und Bauchspeicheldrüse sowie der Vorsteherdrüse weisen ebenfalls auf einen Missbrauch hin. Ein Gefühl des Drückens unterhalb des Rippenbogens auf der rechten Seite, insbesondere wenn sich der Betroffene vorbeugt, weist auf eine bereits vergrößerte Leber hin. Nicht nur die Potenz des Alkoholabhängigen nimmt ab, auch das Verlangen nach sexuellen Kontakten wird schwächer oder ist gar nicht mehr vorhanden. Viele Alkoholabhängige verspüren Missempfindungen und reißende oder stechende Schmerzen in den Beinen. Taubheit und Kribbeln sowie ein Gefühl des „Ameisenlaufens“ können Arme und Beine betreffen. Im Verlauf der Krankheit wird die Kraft vor allem in den Beinen, aber auch in den Armen geringer und es können gelegentlich Pupillen- und Sehstörungen auftreten. Oftmals wird die Stimme des Trinkenden tiefer oder rauer. Bei fortschreitendem Missbrauch wirken sich die Gifte des Alkohols auch auf die Haut und das Aussehen aus. Das Gesicht wird aufgedunsen und schwammig und die Haut neigt zu Veränderungen. Es kann sich die sogenannten „Trinkernase“ bilden. Da sich durch den Alkoholkonsum das Bindegewebe unter der Haut zurückbildet, kommt es zu einer Schrumpfung der Haut. Es bildet sich eine Geldschein- oder Pergamenthaut und auf den Streckseiten der Beine und Arme entstehen weiße Flecken. Die Augen des Betroffenen sind oftmals geschwollen und gerötet und die Zähne nehmen Schaden. Bei trinkenden Frauen wird die Behaarung des Kopfes struppig und brüchig. Bei männlichen Betroffenen kommt es zu einer Hormonverschiebung, wodurch eine ehe typisch weibliche Schambehaarung und eine Brustbildung entstehen können. In der Folgezeit bilden sich rote Äderchen als Folge von kleinen und gröberen Gefäßerweiterungen. Im Gesicht und auch am oberen Schultergürtel können sogenannte Gefäßspinnen auftreten. Der Patient neigt zu Blutungen der Haut, die zu großflächigen Blutergüssen führen können. Nicht nur körperliche Veränderungen gehören zu den Symptomen der Alkoholabhängigkeit. Mit fortschreitender Krankheit ändert und vernachlässigt der Betroffene auch seinen Kleidungsstil. Die Körperpflege und auch die Zahnpflege nehmen ab und der Betroffene versucht den Alkoholgeruch mit Pfefferminz- oder anderen stark riechenden Bonbons oder Kaugummis zu überdecken. Der Trinkende ändert seine Gewohnheiten. Er trinkt die ersten Gläser hastig, schnell und auch heimlich. Am Arbeitsplatz nimmt die Leistung ab oder schwankt und der Trinkende fällt durch häufige kurze Erkrankungen insbesondere vor oder nach dem Wochenende auf.

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