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Fraktur Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Eine Fraktur (Knochenbruch) stellt eine Verletzung dar, bei der ein Knochen in einzelne Teile zerbricht. Für einen Knochenbruch sind Schwellungen, Schmerzen und eine deformierte Frakturstelle symptomatisch. Die Beweglichkeit und die Belastbarkeit des betroffenen Körperbereiches sind eingeschränkt. Ferner können Hämatome (Blutergüsse) rund um die Bruchstelle entstehen. Gliedmaßen werden nach einem Bruch möglicherweise schwächer durchblutet und fühlen sich daher kalt an, während der Puls schwächer wird oder gar nicht mehr ertastet werden kann. Möglich ist auch eine durch den Knochenbruch verursachte Nervenverletzung, die zu einer Einschränkung des Empfindungsvermögens in einem Körperbereich oder sogar zu Lähmungserscheinungen führen kann. Auf einem Röntgenbild lässt sich der Knochenbruch zumeist klar erkennen. Dazu werden zwei Röntgenbilder aus unterschiedlichen Perspektiven erstellt. Es werden unsichere von sicheren Frakturzeichen unterschieden: Neben einem Hämatom gehören die Entzündungsmerkmale Erwärmung, Rötung, Schwellung und Schmerz zu den unsicheren Anzeichen eines Knochenbruchs, die auch auf eine bloße Prellung hindeuten könnten. Zu den sicheren Frakturzeichen zählen Dislokationen (Verdrehungen oder Verschiebungen von Knochen) z. B. in Form fehlgestellter Gliedmaßen, aus einer Wunde herausragender Knochenteile, einer sich stufig darstellenden Knochenverformung oder entstandener Diastasen (Knochenlücken). Sichere Knochenbruchanzeichen sind ferner ungewöhnliche Bewegungsabläufe, ein sich in einer Röntgenuntersuchung zeigender Spalt im Knochen und eine knirschende Frakturstelle. Ein Knochenbruch kann auch bei Nichtvorliegen mehrerer der sicheren Frakturzeichen gegeben sein. Ein nicht im Röntgenbild erkennbarer Knochenbruch wird als okkulte Fraktur bezeichnet.

Symptome und Komplikationen

FrakturSogenannte geschlossene Brüche werden je nach den erkennbaren Symptomen in vier Kategorien gegliedert: Der Grad 0 zeichnet sich durch eine über dem gebrochenen Knochen geschlossene Haut, allenfalls geringe Weichteilverletzungen sowie eine unkomplizierte Formgebung des Knochenbruchs aus. Knochenbrüche des Grades I zeigen Hautabschürfungen und Prellungen oder Quetschungen (Kontusionen), die durch den innenliegenden Knochen verursacht wurden. Die Knochenbruchform kann bei diesem Verletzungsgrad mittelschwer ausgeprägt sein. Grad II weist tiefere Abschürfungen der Haut, durch unmittelbare Krafteinwirkung entstandene Kontusionen sowie eine verschlechterte Durchblutung der Weichteile auf. Ferner drohen Schädigungen von Organen oder Weichteilen. Die Bruchstelle des Knochens kann komplizierte Bruchformen annehmen. Grad III, der schwerste Grad geschlossener Brüche zeigt umfangreiche Hautquetschungen und Muskelverletzungen, eine Abtrennung der Haut vom Unterhautgewebe (Décollement), bereits eingetretene Organ- oder Weichteilschädigungen (Kompartmentsyndrom) sowie die Beschädigung einer Hauptblutbahn. Auch ein sog. offener Bruch kann in unterschiedlichen Schweregraden vorliegen. Beim leichtesten Grad eines offenen Bruchs wird die Haut von einem nach außen stehenden Knochen durchspießt. Die offene Wunde ist nur leicht verschmutzt und der Knochen zeigt an seiner Bruchstelle eine unkomplizierte Oberfläche. Der zweite Grad eines offenen Bruchs weist eine durch den Knochen durchtrennte Haut, Gewebeschädigungen, bereits stärkere Wundverschmutzungen sowie komplizierte Bruchformen des Knochens auf. Im dritten offenen Frakturgrad liegen umfangreiche Gewebezerstörungen, zumeist Schädigungen von Nerven und Gefäßen und eine ausgeprägte Wundverschmutzung vor. Größere Knochenteile sind zertrümmert. Die Verletzungen im vierten offenen Frakturgrad zeigen eine noch nicht vollständige Amputation, bei der allerdings weniger als 25 % des den Knochen umgebenden Weichteilbereiches unbeschädigt sind. In diesem Schweregrad liegen umfangreiche Schäden von Blut- und Nervenbahnen vor. Nach der Art der Bruchlinien werden Frakturformen unterschieden: Eine Querfraktur verläuft in einfacher Form quer zum Knochen. Bei schräger Krafteinwirkung ist die Bildung einer Schrägfraktur möglich, die mit zusätzlicher Abknickung zu einer Biegungsfraktur wird. Bei drehenden Einwirkungen auf den Knochen treten Torsions- und Spiralfrakturen auf. Durch stumpfe Gewalt entstehen z. B. am Schädelknochen Berstungsfrakturen, die sternförmig verlaufende Bruchlinien und häufig auch eingedrückte Knochenteile aufweisen.

Im Zusammenhang mit Bänder- und Sehnenabrissen können Abrissfrakturen entstehen, bei denen Knochenteile herausgerissen sind. Schub- und Scherkräfte lösen Abscher- oder Meißelfrakturen aus, bei denen Knochenfragmente wie mit einem Meißel aus dem Knochen gelöst werden.

Eine Grünholzfraktur ist ein unvollständiger Biegungsbruch, bei dem die Knochenhaut unverletzt bleibt und nur auf einer Seite des Knochens ein Einriss entsteht. Regelmäßige Überbelastungen eines Knochens können zu einer Ermüdungsfraktur führen, die sich häufig nur durch Druckschmerzen und Schwellungen der den Knochen umgebenden Weichteile bemerkbar macht. Als pathologische Frakturen werden Knochenbrüche bezeichnet, die nicht durch äußere Gewalteinwirkung, sondern aufgrund einer Knochenschwäche (wie z. B. bei Osteoporose) auftreten.

Im Zusammenhang mit Knochenbrüchen können weitere Symptome aufgrund von Komplikationen auftreten. Zu den Komplikationen zählen z. B. Schädigungen von Gewebeteilen, Gelenken sowie Blut- und Nervenbahnen, die in der Nachbarschaft der Knochenfraktur liegen. Ferner kann anlässlich eines Knochenbruches ein möglicherweise lebensbedrohlicher Schock ausgelöst werden, der zu einer verschlechterten Blutzirkulation und damit zu einer Sauerstoffmangelversorgung führen kann. Gelangen aufgrund von Gewebszerstörungen durch die Fraktur im Gewebe befindliche Fette in die Blutbahn, können Blutgefäße verschlossen und eine Fettembolie ausgelöst werden. Mangeldurchblutungen können Muskel- und Gelenkschäden hervorrufen (ischämische Kontraktur). Möglich ist auch das Absterben von Zellbereichen aufgrund einer Fraktur (Nekrose). Nach einem Knochenbruch bildet sich neues Knochengewebe (Kallus), das in einer überschießenden Form in der Lage sein kann, den Zwischenraum nebeneinander liegender Knochen zu überbrücken (Brückenkallus). Eine mehr als sechs Monate nach der Fraktur ausbleibende Knochenheilung wird als Pseudoarthrose bezeichnet. In Folge eines Knochenbruches kann sich ein „Komplexes regionales Schmerzsyndrom“ („Sudeck-Dystrophie“) entwickeln, bei dem es zu Zell- oder Organfehlwüchsen (Dystrophie) oder Gewebsschwund (Atrophie) kommt.

Symptome bei verschiedenen Knochen

Von einer Fraktur wird häufig der Oberschenkelhalsknochen betroffen, dessen typisches Symptom ein nach außen rotiertes und verkürztes Bein ist. Ein gebrochener Arm fällt durch deutliche Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit auf. Neben einer Schwellung der Frakturstelle kommt es oft zu Knochenfehlstellungen, Blutungen und auch zu offenen Brüchen, bei dem der Knochen aus der Haut heraussteht. Die schmerzhaften Rippenbrüche weisen allerdings einen eher unkomplizierten Heilungsprozess auf. Eine bei anderen Frakturen erforderliche Ruhigstellung des Knochens ist nicht erforderlich. Der Bruch des Handwurzelknochens führt zu Druckschmerzen und Schwellungen. Die Daumenbeweglichkeit ist häufig eingeschränkt. Ist einer der sieben Fußwurzelknochen gebrochen, fallen Deformationen, ungewöhnliche Bewegungsabläufe, Knochenfehlstellungen und das Geräusch aneinander reibender Knochen (Krepitation) auf. Ein Wirbelknochenbruch verläuft zuweilen symptomlos. Es kann aber auch zu Rückenschmerzen, Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit oder sogar zu einer Querschnittslähmung kommen. Bei Schädelfrakturen können Gehirnquetschungen zum Ausfall von Körperfunktionen und zu lebensbedrohenden Hirnblutungen führen.