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Blinddarmentzündung Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Keine andere Entzündung ist zunächst so schwer festzustellen wie eine Blinddarmentzündung. Denn Bauchschmerzen hat jeder Mensch mehrmals im Leben und sie können die verschiedensten Ursachen haben. Deshalb sollte man bei akutem Bauchweh lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt gehen, da eine akute Blinddarmentzündung des Wurmfortsatzes schwere Komplikationen und auch den Tod verursachen kann. Zu spät entdeckt führt sie nämlich eventuell zum Platzen des Wurmfortsatzes und kann eine lebensbedrohliche Sepsis oder eine schwer zu behandelnde Bauchfellentzündung hervorrufen.

Ursachen

Inhaltsverzeichnis zum Thema Blinddarmentzündung

Es gibt die verschiedensten Ursachen für eine Blinddarmentzündung. Nahrungsreste, die sich darin festsetzen können genauso eine Infektion hervorrufen wie Bakterien und Viren, Wurmerkrankungen und chronische Verstopfungen. Niemand ist vor einer Blinddarmentzündung oder Appendizitis, wie sie auf Lateinisch heißt, sicher. Normalerweise beginnt die Blinddarmentzündung mit Unwohlsein, leichtem Fieber und Erbrechen. Dazu kommt meist eine Verstopfung und die Bauchdecke ist angespannt. Die meisten Patienten haben während einer beginnenden Appendizitis mehr und mehr Bauchschmerzen, die sich ins Unerträgliche steigern können. Aber es gibt auch Fälle, in denen nur leichte Bauchschmerzen und nur wenige andere Symptome auftreten. Diese eher atypischen Blinddarmentzündungen sind für den betroffenen Patienten besonders gefährlich. Der Erkrankte selbst und eventuell auch der untersuchende Arzt stellen nicht gleich eine Appendizitis fest und das kann wertvolle Zeit oder sogar manchmal das Leben des Patienten kosten.

Diagnose

BlinddarmentzündungEine Appendizitis tritt gehäuft bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Panik ist für die Eltern nicht angebracht, aber die Patienten mit Verdacht auf eine Blinddarmentzündung müssen umgehend untersucht werden. Neben den üblichsten Symptomen wie erhöhter Temperatur und Übelkeit, Schmerzen in der Nabelgegend und Erbrechen können auch starke Schweißausbrüche und Herzrasen auf eine akute Blinddarmentzündung hinweisen. Nur der Arzt kann die endgültige Diagnose stellen, aber auch Mediziner können manchmal nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob es tatsächlich eine Blinddarmentzündung ist, die den Patienten quält. Früher sprach man bei allen stärkeren Bauchschmerzen vom sogenannten „akuten Abdomen“, aber dieser Begriff ist veraltet und gilt heutzutage bei den Schulmedizinern als zu schwammig. Appendizitis-Patienten haben meist sehr, sehr starke Schmerzen beim Gehen, wenn es ihnen überhaupt noch möglich ist. Die Bauchdecke ist in den meisten Fällen bretthart angespannt und es ist den Patienten nicht möglich, die Knie zum Leib hin anzuziehen. Es besteht starke Klopf- und Druckempfindlichkeit am Bauch des Erkrankten. Ärzte kennen bestimmte Punkte am Bauch, die sie drücken, um einen typischen Blinddarmschmerz feststellen zu können. Diese Druckpunkte heißen nach ihren Entdeckern Mc Burney Punkt, Lanz-Druckpunkt, Blumberg-Zeichen oder Loslass-Schmerz und Rovsing-Zeichen. Reagieren die Patienten an diesen Punkten entsprechend mit verstärktem Schmerzempfinden, so wird die Diagnose Appendizitis erhärtet. Bei einer akuten Blinddarminfektion bleibt oft nur wenig Zeit zu Untersuchungen, da der Wurmfortsatz platzen kann und dann schwere Komplikationen drohen. Deshalb operiert man einen Blinddarm auch mal im Zweifelsfall und wenn die Diagnose nicht ganz feststeht, als eine Perforation zu riskieren. Aber meist sind sich die Ärzte ziemlich sicher, bevor sie einen Patienten in den Operationssaal verbringen lassen. Bei verschiedenen Personengruppen verläuft eine Blinddarmentzündung nicht ganz so typisch. Es gibt Fälle von Blinddarmentzündung in der Schwangerschaft, weil sich die Gebärmutter durch ihre zunehmende Vergrößerung Platz im Bauchraum verschafft und den Blinddarm damit einklemmt oder verlagert. Notfalls muss die schwangere Frau operiert werden, um die endgültige Ursache feststellen zu können. Die verschiedensten Kinderkrankheiten können den Blinddarm gleich mitbefallen und infizieren. Kleine Patienten, die unter Scharlach, Röteln oder Masern leiden, laufen Gefahr, auch noch zusätzlich eine Blinddarmentzündung zu bekommen. Aber auch Patienten in hohem Alter können eine Blinddarmentzündung bekommen. Besonders gefährlich ist die Blinddarmentzündung alter Menschen, da sie durch die relativ schlaffe Bauchdecke eher weniger unter Schmerzen leiden und die Entzündung dann zu spät oder gar nicht entdeckt wird. Bei Diabetespatienten kommt es oftmals zu einer so genannten Pseudo-Appendizitis durch Unterzuckerung. Sie haben Schmerzen, die denen einer echten Blinddarmentzündung ziemlich nahe kommen. Diese Diabetes-Patienten zeigen ebenfalls eine Spannung der Bauchdecke und leiden unter Meteorismus, also Blähungen.

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Behandlung

Es gibt auch Fälle von leichten und chronisch verlaufenden Entzündungen des Blinddarms, bei denen die Ärzte oft erst einmal mit Medikamenten behandeln, um eine Operation zu vermeiden. Schließlich gibt es auch noch die sogenannte neurogene Appendizitis, bei der zwar Probleme wie zu weicher oder zu fester Stuhl sich abwechseln, aber keine akute oder chronische Appendizitis vorliegt. Bei Gewebsuntersuchungen hat man festgestellt, dass wuchernde Nervengeflechte die Symptomatik verursacht hatten. Wenn Menschen immer wieder unter Bauchschmerzen leiden und keine akute Ursache gefunden werden konnte, könnten aber auch Nahrungsunverträglichkeiten und chronische Entzündungen des Dünn- oder Dickdarms vorliegen. Seelische Belastungen und psychosomatische Beschwerden genügen bei besonders dafür disponierten Menschen oft schon für Beschwerden, die einer Appendizitis ähneln. Im Krankenhaus kann der Arzt auch noch durch sofort untersuchtes Blut eine Appendizitis-Diagnose erhärten oder ausschließen. Beim Patienten mit einer akuten Entzündung des Wurmfortsatzes sind meist die Leukozytenwerte im Blut erhöht und das macht die Diagnose sicherer. Allerdings schließen normale Blutwerte oder nur leicht erhöhte Leukozytenwerte eine akute Blinddarmentzündung auch nicht hundertprozentig aus. Dann wird der Arzt eventuell eine Laparoskopie anordnen, um eine genauere Diagnose erstellen zu können. Diese minimal-invasive Technik erlaubt den Blick in den Bauchraum und auf einen eventuell entzündeten Blinddarm. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, sich oder Familienangehörige vor einer Blinddarmentzündung aktiv zu schützen. Nur selten finden Ärzte die berühmten Kirschkerne bei Operationen, aber man sollte deren Verzehr sowieso vermeiden. Wichtig ist es in jedem Fall, Kinder bei Kinderkrankheiten vom Arzt behandeln zu lassen und die verordneten Medikamente genauestens zu verabreichen. Der behandelnde Kinderarzt kann und wird wahrscheinlich auch einen präventiven Impfschutz enpfehlen. Bei älteren Leuten sind Familienangehörige und medizinisches Personal gehalten, die Patienten besonders genau zu beobachten. Eine gesunde Ernährung mit genügend Ballaststoffen, viel Bewegung an frischer Luft und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können allen Menschen helfen, ihren Bauch gesund zu erhalten. Es gibt zwar keine letzte Sicherheit, um Blinddarmentzündungen zu verhindern, aber ein starkes Immunsystem und eine gute Verdauung mindern gesundheitliche Risiken mit Sicherheit.