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Malaria Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Malaria ist eine durch einen einzelligen Plasmodium-Parasiten verursachte tropische Krankheit, die durch weibliche Anopheles-Stechmücken übertragen wird. Die drei Malariaformen Malaria tropica, Malaria tertiana und Malaria quartana unterscheiden sich durch ihren Krankheitsverlauf. Alle Malariaformen werden von plötzlich beginnenden Rücken- und Kopfschmerzen sowie Hitze- und Frostgefühlen begleitet. Bei Ausbleiben der eigentlich typischen Fieberschübe besteht angesichts der dann nur grippeähnlich erscheinenden Symptome eine Fehldiagnosegefahr.

Symptome der Malaria tropica

Die schwersten Symptome zeigt die Malaria tropica, die durch das Plasmodium falciparum ausgelöst wird. Kennzeichen der Malaria tropica sind die hohe Dichte der Erreger im Blut, die besonders schwere Blutarmut und die ausgelösten Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems. Zwischen dem krankheitsauslösenden Mückenstich und dem Auftreten erster Krankheitssymptome (Inkubationszeit) liegen durchschnittlich zwölf Tage, während der sich die Parasiten in der Leber vermehren. Werden prophylaktisch Chemopräparate eingenommen, kann sich die Inkubationszeit deutlich verlängern. Im Anschluss an die Inkubationszeit treten unspezifische (nicht auf eine bestimmte Krankheit hindeutende), grippeähnliche Symptome auf. Nicht zwangsläufig zeigt sich bei der Malaria tropica ein Rhythmus im Fieberverlauf. Vielmehr sind die Fieberschübe oft unregelmäßig. Vor allem bei infizierten Kindern treten häufig Fieberwerte oberhalb von 39,5 °C auf. Die Auswirkungen eines beeinträchtigten Nervensystems beginnen mit Bewusstseinsstörungen und reichen bis zum Eintritt eines Komas. Ohne Vorzeichen stattfindende rasche Bewusstseinsveränderungen sind ebenso möglich wie langsam fortschreitende Bewusstseinsübergänge. Wird das zerebrale zentrale Nervensystem betroffen, sind häufig Krämpfe und Lähmungserscheinungen zu beobachten. Die untypischen Symptome lassen schwerer auf eine Malaria tropica schließen als der Befund einer hohen Erregerzahl im Blut. Infizierte Schwangere und Kinder weisen häufig einen niedrigen Blutzuckerspiegel auf (Hypoglykämie), der bereits für sich allein genommen, aber auch zusammen mit einer Schädigung des zentralen Nervensystems ein Koma auslösen kann. Bei schweren Malaria tropica-Infektionen tritt Blutarmut (Anämie) auf, bei der durch den Erreger die roten Blutkörperchen in großer Zahl zerstört werden (hämolytische Anämie). In Folge der Anämie können Gehirn und Herzmuskel geschädigt werden. Schwere Krankheitsverläufe können zu einem Kreislaufversagen und zum Tod führen. Auch die Heranbildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen (Erythropoese) wird beeinträchtigt. Schwer verlaufende Anämien treten insbesondere bei infizierten Kleinkindern und Säuglingen auf. Wegen der Zerstörung vieler roter Blutkörperchen (Erythrozyten) erhöht sich der Anteil freien Hämoglobins (eines Eisen enthaltenden Eiweißstoffes) im Blut, das über die Nieren ausgeschieden wird (Hämoglobinerie). Durch Hämoglobinerie kann ein Nierenversagen ausgelöst werden. Da in der Milz große Mengen an zertrümmerten Erythrozyten abgebaut werden müssen, vergrößert sich das Organ (Splenomegalie). In Einzelfällen kommt es dadurch zu einer Milzkapselspannung, die ein Einreißen der Milz bewirken kann (Milzruptur). Bei Malaria tropica wird auch der Magen-Darm-Bereich betroffen, was sich in Durchfällen äußert (im Gegensatz zu bakteriell hervorgerufenen Entzündungskrankheiten des Magen-Darm-Traktes). Bei jedem zehnten Erkrankten treten Lungenschädigungen bis hin zu einem Lungenödem ein. Bei einem Lungenödem fließt Blut in die Alveolen (Lungenbläschen), so dass eine ausreichende Sauerstoffaufnahme nicht mehr möglich ist. Symptome sind Atemnot, ein schäumender Auswurf und Atembeschwerden. Werden die Nieren nicht mehr ausreichend durchblutet, tritt akutes Nierenversagen ein, das sich aber bei Ausheilung der Malaria tropica zumeist wieder zurückbildet.

Symptome bei Malaria tertiana und quartana

MalariaDie Parasiten Plasmodium ovale und Plasmodium vivax lösen die Malaria tertiana aus. Im Gegensatz zur gefährlicheren Malaria tropica kommt es nur selten zu Komplikationen. Die Inkubationszeit liegt bei Malaria tertiana 12 bis 18 Tage und kann sich bei chemoprophylaktischen Maßnahmen über mehrere Monate erstrecken. Es ist aber auch – im Unterschied zur Malaria tropica – möglich, dass die Parasiten bis zu einem Jahr in der Leber verbleiben, bevor sie in die Blutbahnen gelangen und Krankheitssymptome offenkundig werden. Typisch für die Malaria tertiana ist ein Dreitagesrhythmus, in dem sich die Fieberschwankungen vollziehen. Erster und dritter Tag verlaufen fiebrig, der zweite Tag ist fieberfrei. Nach bis zu 15 Fieberschüben tritt eine Heilung ein, wobei allerdings noch innerhalb von fünf Wochen Rückfälle möglich sind. Ein Fieberschub beginnt mit einem einstündigen Froststadium, in dem der Erkrankte Schüttelfrost zeigt und starke Kälte empfindet, während das Fieber schnell ansteigt. Im darauf folgenden, vierstündigen Hitzestadium verspürt der Patient oft ein quälendes Brennen auf der sich trocken anfühlenden Haut. Das Fieber kann auf über 40 °C steigen. Der Erkrankte fühlt sich matt und leidet unter Übelkeit und Erbrechen. Im Schweißstadium, das den Fieberschub abschließt, lässt die Mattigkeit noch vor dem Rückgang der Temperatur auf den Normalwert nach. Allerdings kann eine Malaria tertiana auch vorliegen, wenn ein exakter Fieberrhythmus nicht zu beobachten ist. Der Krankheitserreger Plasmodium malariae verursacht die Malaria quartana, bei der es sich um die Malariaform mit den schwächsten Krankheitssymptomen handelt. Bei der Malaria quartana entwickeln sich alle drei Tage Fieberschübe. Jedoch tritt im Gegensatz zur Malaria tertiana keine körpereigene Heilung ein, so dass die Erreger in der Leber verbleiben. Nur mit Medikamenten lassen sich die Erreger vollständig abtöten. Ein besonderes Symptom der Malaria quartana ist das sog. nephrotische Syndrom, das eine aus mehreren, möglicherweise auftretenden Teilsymptomen zusammengesetzte Erkrankung der in der Nierenrinde befindlichen Nierenkörperchen (Glomerulum) darstellt: Zu den Symptomen des nephrotischen Syndroms zählt die membranöse Glomunerulonephritis, bei der sich die Nierenkörperchen chronisch entzünden. 90 % der am nephrotischen Syndrom erkrankten Kinder unter 10 Jahren bilden eine “Minimal-Change-Glomerulonephritis“ aus, bei der die Glomerulum-Erkrankung in einzelnen Fällen zu akuter Niereninsuffizienz führen kann. Erwachsene bilden diese Symptomatik nur in bis zu 15 % der Erkrankungsfälle aus. Zum nephrotischen Syndrom gehört auch die „fokal segmentale Glomerulosklerose“, die sich in mikroskopisch kleinen Vernarbungen (Sklerose) der Kapillargefäße des Glomerulums zeigt und auf die bis zu 20 % aller nephrotischen Syndrome entfallen. „Fokal“ bedeutet, dass nicht das gesamte Glomerulum von der Gewebsveränderung betroffen ist. Auch innerhalb einzelner Nierenkörperchen ist ledigliche eine partielle („segmentale“) Betroffenheit festzustellen. Nur unter dem Elektronenmikroskop erkennbar sind Verschmelzungen der in den Kapillarschlingen befindlichen, für die Filterwirkung der Niere bedeutsamen Podozyten (Deckzellen). Etwa drei Viertel aller Erkrankten bilden die Symptome der fokal segmentalen Glomerulosklerose aus, die zu Proteinausscheidungen über den Urin (Proteinurie), aufgrund von Eiweißverlusten im Blut (Hypoproteinämie) entstehender Einlagerungen von Wasser im Körpergewebe (Ödembildungen) und zu Stoffwechselstörungen der Blutfette mit der Folge erhöhter Cholesterin-, Triglicerid- und Lipoprotein-Konzentrationen (Hyperlipoproteinämie) führt. Im Urin werden häufig Erythrozyten nachgewiesen. Oft entsteht Bluthochdruck. Ein Viertel der von fokal segmentaler Glomerulosklerose Betroffenen zeigt über die Eiweißausscheidung hinaus keine weiteren Symptome. Durch Nierenpunktion und Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) lässt sich die Krankheit nachweisen.

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