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Fibrose Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Eine Fibrose (Sklerose) ist eine krankhafte Vermehrung und Verhärtung von Gewebe oder Organen. Bei einer Fibrose handelt sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um das Symptom von Grunderkrankungen, die z. B. Haut, Herz, Niere, Leber oder Lunge betreffen. Der Begriff Fibrose weist auf einen Bindegewebszusammenhang und der häufig synonym verwandte Begriff Sklerose auf eine Gewebeverhärtung hin. Ein Organ, das von einer Fibrose (Sklerose) betroffen ist, kann seine Funktion nicht mehr vollständig wahrnehmen. Die Erhöhung des Bindegewebsanteiles macht ein Organ hart und weniger flexibel. Eine Hautfibrose (Sklerodermie) führt zu Verdickungen und Schrumpfungen der Haut, was die Beweglichkeit z. B. von Fingern und Händen einschränken kann. Veränderungen sind auch bei inneren Organen und Gefäßen möglich: Bei einer Sklerodermie der Speiseröhre verliert das Organ einen Teil seiner Elastizität, so dass Schluckbeschwerden auftreten. Eine starke Magen-Darm-Sklerodermie führt zu Funktionseinschränkungen durch starre Mangen- und Darmwände. Eine Sklerose der Lunge bewirkt Atemnot. Zusätzlich kann der dabei auftretende, erhöhte Lungendruck zu Herz-Überbelastungen und damit auf Dauer zu Leistungseinschränkungen des Herzens führen. Eine Fibrose der Nieren hemmt die Nierenfunktion, führt schließlich wegen dauerhafter (chronischer) Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff zu erhöhtem Blutdruck und bewirkt letztendlich ein Nierenversagen.

Symptome einer Leberfibrose

FibroseBei sich verstärkenden Symptomen einer Leber-Fibrose entwickelt sich (häufig nach vielen Jahren, zuweilen auch innerhalb eines Jahres) eine Leberzirrhose. Sie ist das nicht mehr rückgängig zu machende (irreversible) Endstadium von Krankheiten wie z. B. die chronische Alkoholkrankheit oder die chronische Hepatitis (Leberentzündung). Bei einer Leberzirrhose ist das Lebergewebe nach langandauernden Zellschädigungen vernarbt und knotig verändert. Die Vernarbungen der Leber entstehen durch Umbildung von Leberzellen in sog. Fibroblasten. Fibroblasten sind Zellen, die Bindegewebsfasern (Kollagenfasern) bilden. Die Leber, die verhärtet und verkleinert ist, zeigt eine ungleichmäßige Oberflächenstruktur. Der Anteil des funktionsfähigen Gewebes nimmt stetig ab. Infolge der eingeschränkten Leberfunktionen kann es zu einer Aszites (Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum), Bluthochdruck (Hypertonie), allgemein schneller auftretenden Blutungen sowie zu Fehlfunktionen des Gehirns kommen, da eine Körperentgiftung nicht mehr ausreichend stattfindet. Fällt die Leberfunktion vollständig aus, kann Bewusstlosigkeit (Coma hepaticum) und schließlich der Tod eintreten. Symptome einer Leberfibrose sind im Anfangsstadium nicht erkennbar, so dass häufig erst die Anzeichen einer Zirrhose wahrgenommen werden. Schwächere Leberfibrosen äußern sich in den einer Fettleber vergleichbaren Symptomen, zu denen ein reduziertes Leistungsvermögen, Völlegefühle und ein Druckempfinden in der rechten Oberbauchseite gehören. Bei fortgeschrittener Verdrängung des gesunden Lebergewebes durch die Fibrose treten zusätzlich Symptome wie z. B. mit Appetitlosigkeit einhergehender Gewichtsverlust, Alkohol- und Fett-Unverträglichkeiten, Durchfall und Blähungen, häufigeres Bluten von Zahnfleisch und Nase sowie verstärktes Frieren und Schwitzen auf. Im späteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu gelblichen Färbungen der Haut und der Augen-Bindehaut (Gelbsucht), zur Ausscheidung von hellem Stuhl und dunkelbräunlichem Urin und zu einem den ganzen Körper betreffenden Juckreiz. Außerdem können Regelblutungen ausfallen und Potenzstörungen eintreten. Häufig fallen eine erhöhte Reizbarkeit sowie Vergesslichkeit und ein beeinträchtigtes Konzentrationsvermögen auf. Zu den Symptomen der festzustellenden “Leberhaut“ gehören neben der äußerlichen Gelbfärbung auch infolge des Juckreizes entstehende Kratzverletzungen, sternartig erweiterte Hautblutgefäße, Rötungen der Innenhandflächen, ein verhärtetes Fingergewebe, rosa bis weiß verfärbte Fuß- und Fingernägel, eine glatt-trockene, violette Zunge, glatte, auffällig rote Lippen, Wasseransammlungen in der Haut insbesondere der Beine, verstärkte Ausbildung der Bauchvenen, Verminderung der Rumpfbehaarung bei Männern und der Scham- und Achselhaare bei Frauen sowie eine Brustdrüsenvergrößerung bei Männern. Eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) zeigt die Strukturveränderungen der Leber.

Symptome einer Lungenfibrose und einer Zystischen Fibrose

Diverse chronische Lungenerkrankungen zeigen im Endstadium die Symptome einer Lungenfibrose. Das sich vermehrende Bindegewebe führt zu Vernarbungen und bewirkt so eine immer geringere Dehnungsfähigkeit der Lunge. Während ungefähr 50 % der Lungenfibrosen ohne nachvollziehbare Ursachen entstehen, entwickeln sich die übrigen Lungenfibrosen u. a. aufgrund von Infektionen, Schadstoffeinwirkungen durch Tabakkonsum oder Medikamenteneinnahme, Strahlungseinwirkung oder durch einen von Herzschwäche ausgelösten Blutstau. Erste Symptome einer Lungenfibrose zeigen sich in Wassereinlagerungen (Lungenödeme). In den Wänden der Lungenbläschen bildet sich Kollagengewebe, das zu einer Verdickung der Bläschen führt und den Austausch zwischen Blutkreislauf und Lunge beeinträchtigt. Die Verhärtung der Lunge führt zu einer Funktionseinschränkung, die zunächst nur bei körperlicher Belastung, im weiteren Krankheitsverlauf aber auch im Ruhezustand als Atemnot (Dyspnoe) empfunden wird. Zudem ist ein trockener, auswurfloser Husten zu beobachten. Bei bewusst vertieften Atemzügen kann die Atmung unvermittelt aussetzen. Bei weiterem Fortschreiten der Lungenfibrose tritt eine bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute auf, von der zu Beginn nur Fingernägel und Lippen betroffen sind. Folge der Mangelversorgung mit Sauerstoff sind auch verdickte Finger und gewölbte Fingernägel („Uhrglasnägel“). Bei einem Abhören der Lunge sind Rasselgeräusche in den unteren Lungensegmenten zu vernehmen, die zunächst feiner und im späteren Krankheitsverlauf kräftiger ausfallen. In höheren Lungenbereichen entstehen zuweilen quietschende Geräusche. Ein Abklopfen der Lunge zeigt eine verminderte Dehnung des Organs. Mittels einer Lungenfunktionsprüfung wird untersucht, ob das zur Ausdehnung befähigte Lungengewebe oder die Flexibilität der Lunge reduziert ist, der Sauerstoffgehalt im Blut abgenommen hat oder der Austausch von Gasen zwischen Blut und Lunge vermindert ist. Bei einer Röntgenaufnahme oder einer Computertomographie sind dichtere Bindegewebsanteile gut erkennbar, falls eine Lungenfibrose vorliegt. Außerdem weisen dann die Luftröhre und die größeren Bronchien Vernarbungen auf. Abschließend erkennbar wird eine Lungenfibrose bei Durchführung einer Bronchoskopie. Dabei wird ein Kleinstmikroskop in die Lunge eingeführt, um die Veränderungen des Gewebes besser beurteilen zu können. Zeitgleich erfolgt eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe). Die „Zystische Fibrose“ (Mukoviszidose) ist eine genetisch bedingte, chronisch entzündliche Stoffwechselerkrankung. Wegen der Fehlfunktion schleimbildender Drüsen kommt es bei Mukoviszidose zu Drüsenverstopfungen, die zu einer Beeinträchtigung der Atmungsorgane und aufgrund einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse zu Verdauungsstörungen führen. Der zusätzlich in der Lunge gebildete, sehr zähe Schleim blockiert die Bronchien, da die Flimmerhärchen der Lunge nicht zu seinem Abtransport in der Lage sind. Die sich damit verengende Lunge erschwert das Atmen. Zudem führt der auf den Flimmerhärchen abgelagerte Schleim auch dazu, dass Krankheitserreger, die normalerweise durch die Flimmerhärchen aus der Lunge transportiert würden, in der Lunge verbleiben und dort leichter Entzündungen auslösen können. Bereits in der Kindheit entwickelt sich überdurchschnittlich oft eine Bronchitis oder eine Pneumonie (Lungenentzündung). Ein weiteres Symptom bei Zystischer Fibrose ist salzig schmeckender Schweiß. Von Bauchschmerzen und Durchfall begleitete Verdauungsstörungen führen bei Kindern zu Beeinträchtigungen ihrer Entwicklung. Schon die Gewichtszunahme von Säuglingen ist zuweilen gering. Erstes Anzeichen bei Neugeborenen ist häufig ein Darmverschluss. Durch eine Genanalyse lässt sich das Vorliegen einer Zystischen Fibrose feststellen.