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Thrombose Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Thrombose wird auch als Verschlusskrankheit bezeichnet, denn hierbei wird ein Blutgefäß mittels eines Blutgerinnsel verschlossen. Am häufigsten bildet sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) in den tiefen Bein- und Beckenvenen. Thrombosen werden auch als tickende Zeitbomben bezeichnet, da sich das Blutgerinnsel jederzeit lösen und durch den Blutkreislauf wandern kann, wo es z. B. als Folge eine Lungenembolie oder Herzinfarkt verursachen kann. Besteht der Verdacht auf eine Thrombose, so sollten unmittelbar medizinische Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Gesichert wird eine Thrombose mittels bildgebender Diagnoseverfahren, wie z. B. Röntgen mit Kontrastmittel – auch als Phlebographie bezeichnet – sowie CT und Kernspintomographie. Auch Ultraschalluntersuchungen kommen zum Einsatz. Bei der Diagnosesicherung besteht Eilbedarf, aufgrund dessen sollten die Symptome einer Thrombose stets ernst genommen werden.

Symptome

Für die Ausprägung einer Thrombose sind die Größe des sich bildenden Gerinnsels sowie die Geschwindigkeit, mit der sich dieses Gerinnsel bildet, von Bedeutung. Liegt ein plötzlich auftretender, vollständiger Verschluss der Vene vor, so zeigen sich hier die Symptome deutlich ausgeprägter, als wenn die Thrombosebildung langsam fortschreitet und sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen erstreckt. Je nach Art der Thrombose und ihrer Lage kann man zwischen einer Thrombophlebitis (oberflächliche Thrombose) und einer Phlebothrombose (tiefsitzende Thrombose) unterscheiden. Die Symptome einer Thrombose sind nicht immer eindeutig, da sie auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Häufig klagen die Betroffenen unter Schmerzen, wenn Druck auf den betroffenen Bereich ausgeübt wird. Diese z. T. ziehenden Schmerzen werden von vielen Betroffenen als Muskelkater beschrieben. Des Weiteren sind die betroffenen Extremitäten angeschwollen. Neben schmerzenden Waden berichten Patienten über „schwere“ Beine. Im Rahmen der Schwellungen können auch nur die Fuß- oder Handgelenke betroffen sein. Durch die Schwellungen kommt es zu einem starken Spannungsgefühl in den betroffenen Armen oder Beinen. Häufig gehen diese Symptome mit einer starken Rötung sowie einer Überhitzung des Areals einher.

Thrombophlebitis

ThromboseBei einer Thrombophlebitis sind hauptsächlich die unter der Hautoberfläche verlaufenden, oberflächlichen Venen betroffen. Häufig tritt dies als Komplikation von Krampfadern auf. Jedoch können auch gesunde Gefäße betroffen sein. Eine Thrombophlebitis wird meist durch Verletzungen oder auch als Folge von Infektionen verursacht. Hierbei zeigen sich die klassischen Symptome einer Entzündung. Neben Schmerzen leiden die Betroffenen unter einer Schwellung des umliegenden Gewebes, welches als Reaktion auf die Entzündung sich stark rötet und heiß anfühlt. Man spricht hier auch von einer Überwärmung des betroffenen Bereiches. Durch die fortwährende Entzündung werden die Gefäßwände angegriffen, so dass es schließlich zu Verletzungen kommt, welche einen Thrombus entstehen lassen. Die Thrombophlebitis tritt in 90 Prozent aller Fälle in beiden Beinen auf. Selten sind nur ein Bein oder die Arme betroffen. In den Armen kommt es zu einer Thrombophlebitis meist im Rahmen von Kanülen oder Venenkathetern, die über eine lange Zeit dort verweilt sind. Durch den Fremdkörper in der Vene werden die Blutgefäßwände gereizt oder auch verletzt, so dass sich die oben beschriebene Entzündungsreaktion bildet. Des Weiteren gibt es neben der oberflächlichen Thrombophlebitis die sog. septische Thrombophlebitis. Diese ist äußerst selten und entsteht im Rahmen einer bakteriell bedingten Sepsis (Blutvergiftung). Hierbei dringen Bakterien in die Vene ein und verursachen eine Entzündung sowie Abszesse. Die Thrombophlebitis lässt sich des Weiteren in zwei Arten unterteilen, die Thrombophlebitis migrans und die Thrombophlebitis saltans. Die Thrombophlebitis migrans ist eine chronische Erkrankung, bei der sich die Entzündungsreaktionen im gesamten oberflächlichen Venensystem ausbreiten. Ursache hierfür ist meist ein Tumor. Bei der Thrombophlebitis saltans verlagert sich die Entzündung ständig und ist nicht nur auf eine Vene beschränkt. Der Entzündungsherd ist meist durch eine kreisrunde Rötung gekennzeichnet, welcher nach einigen Tagen selbständig abklingt. Danach tritt die Entzündung erneut, jedoch an anderer Stelle wieder auf. Dies kann an derselben Extremität sein oder auch auf eine andere übergreifen. Die Thrombophlebitis tritt schubweise auf in einem Abstand von mehreren Wochen oder Monaten.

Phlebothrombose

Bei einer Phlebothrombose sind ausschließlich die tiefer liegenden Venen im Körper oder in den Extremitäten betroffen. Die Phlebothrombose wird auch als tiefe Venenthrombose bezeichnet. Am häufigsten sind die Venen der Beine und des Beckens davon betroffen. Bei der tiefen Beinvenenthrombose entsteht der Thrombus meist im Bereich der Wadenmuskelvenen. Hierbei wird die Funktion der Venenklappen beeinträchtigt. Zu Beginn bilden sich kleinere Blutgerinnsel, die jedoch innerhalb kürzester Zeit an Größe zunehmen und das Blutgefäß verschließen. Gleichzeitig kommt es zu weiteren Verschlüssen der umliegenden Venen, so dass schließlich das Vollbild einer tiefen Venenthrombose entsteht. Neben Schmerzen ist diese Form mit starken Schwellungen des Unterschenkels verbunden. Das betroffene Bein weist eine bläulich-weiße Hautfärbung auf.

Sonderformen bei der Phlebothrombose

Sind die Vena subclavia oder die V. axillaris betroffen, ist häufig ein Tumor oder ein zentraler Venenkatheter die Ursache. Eine Thrombose in den Arm-, Achsel- oder Schlüsselbeinvenen zeigt sich vor allem durch stark gestaute Venen im Bereich des Handrückens sowie deutliche venöse Nebenäste. Bei einer Thrombose in der V. cava inferior (untere Hohlvene), zeigt sich eine starke Schwellung in beiden Beinen. Die untere Hohlvene verfügt über einen großen Durchmesser und ist für den Rücktransport des Blutes aller Organe zuständig, die unterhalb des Zwerchfells liegen. Ursache hierfür ist meist eine Tumorerkrankung. Liegt plötzlich ein kompletter Verschluss aller Venen einer Extremität vor, so spricht man von einer Phlegmasia coerulea dolens. Neben schmerzhaften Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe), zeigt sich eine bläulich-weiße Verfärbung der Haut. Da die Schwellungen bedrohliche Ausmaße annehmen können, besteht die Gefahr, dass auch die Arterien in dem betroffenen Bereich abgedrückt werden können. Folge dessen kann ein Absterben der Extremität aufgrund einer mangelnden Durchblutung sein. Von einer Reisethrombose – auch Economy-Class-Syndrom bezeichnet – spricht man, wenn eine tiefe Beinvenenthrombose nach mehrstündigem Sitzen während oder nach einer längeren Reise auftritt. Aufgrund des langen Sitzens verlangsamt sich die Durchblutung. Durch das Abknicken der Beine und dem Tragen enger Kleidung wird der Blutfluss noch weiter verlangsamt. Mangelnde Flüssigkeitszufuhr und allgemeine Risikofaktoren begünstigen das Auftreten einer Reisethrombose. Diese äußert sich in Schmerzen in den Unterschenkeln. Die Schmerzen nehmen an Intensität zu, wenn die Betroffenen auftreten. Eine schwerwiegende Folge der Reisethrombose kann eine Lungenembolie sein.

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