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Fistel Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Das Wort „Fistel“ hat seinen Ursprung im Lateinischen. Es wird abgeleitet von „fistula“, was so viel wie „Pfeife“ oder „Röhre“ bedeutet. Im medizinischen Sinne wird damit eine röhren- oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und einem anderen Organ beziehungsweise der Körperoberfläche beschrieben, die nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern pathologisch. Sind zwei innere Organe auf diese Art miteinander verbunden, wird von einer inneren Fistel gesprochen, betrifft es ein inneres Organ und die Hautoberfläche, handelt es sich um eine äußere Fistel. Neben der Einteilung nach dem Fistelverlauf, können Fisteln auch nach der Histologie unterschieden werden. Lippenfisteln sind mit Epithelgewebe ausgekleidet, während Röhrenfisteln von Granulationsgewebe umgeben sind.

Entstehung einer Fistel

Für die Entstehung von Fisteln gibt es drei hauptsächliche Ursachen. Sie können die Folge eines Abszesses darstellen oder aus einer bereits im Körper vorhandenen chronischen Entzündung entstanden sein. Seltener ist eine mechanische Verletzung von außen die Ursache. Bei einem Abszess handelt es sich um einen Hohlraum, der mit Eiter gefüllt ist. Aus diesem kann schnell eine Fistel entstehen. Zunächst wird eine Entzündung ausgelöst durch Bakterien wie zum Beispiel Staphylokokken oder Streptokokken. Bei Abszessen im Darm können spezielle Fäkalkeime Grund für die Entzündung sein. Aufgrund der Entzündung wird Eiter gebildet. Kann dieser nicht abfließen, wird er in einer künstlichen Höhle gesammelt: Ein Abszess ist entstanden. Der Abszess kann sich im weiteren Verlauf der Erkrankung entweder abkapseln oder für eine Entleerungsmöglichkeit sorgen. Wird ein Eitergang nach außen gebildet, über die der Eiter abfließen kann, ist eine sogenannte Fistel entstanden. Solange die Entzündung im Körper vorhanden ist und immer weiter Eiter produziert wird, bleibt die Fistel bestehen und kann nicht abheilen. Dies ist oft bei chronischen Darmerkrankungen der Fall, bei denen die Fistel nicht nur mit Eiter, sondern auch mit Blut und Stuhl gefüllt sein kann. Fisteln können sich überall bilden. Analfisteln, die im Bereich des Enddarmes auftreten, sind die am häufigsten auftretenden Fisteln. Sie können auch zwischen Darm und Harnblase entstehen, zwischen Darm und Geschlechtsorganen oder zwischen den einzelnen Darmabschnitten. Sie können zwischen der Speiseröhre und den Bronchien, von der Gallenblase zum Magen oder vom Herz zur Speiseröhre, im Auge oder im Ohr verlaufen, um nur einige mögliche Entstehungsort zu nennen.

Unterschiedliche Fisteln, unterschiedliche Symptome

FistelEs gibt viele unterschiedliche Fisteln. Die Symptome sind abhängig von dem Ort, an dem sich die Fistel gebildet hat. Mit großen Schmerzen, die nicht nur während des Stuhlgangs auftreten, sondern ständig präsent sind, äußert sich die Analfistel, die am häufigsten auftritt. An der Austrittsstelle dieser äußeren Fistel ist die Haut irritiert und es kann zu Schwellungen kommen. Weitere Symptome ist ein unangenehmer Juckreiz um den After, aus dem eventuell Eiter austreten kann. In schweren Fällen kommt Fieber vor und der Betroffene fühlt sich allgemein sehr krank. Darmfisteln, die im Körperinneren auftreten, sind ebenso schmerzhaft wie Analfisteln. Statt des Juckreiz fühlt der Betroffene ein Brennen. Dieses Brennen entsteht durch Reizung des betroffenen Gewebes zum Beispiel bei einer Fistel zwischen Blase und Darm durch den Urin oder bei einer Fistel zwischen Magen und Darm durch die Magensäure. Im Urin kann Stuhl zu finden sein, während im Kot Blut oder Genitalsekret auftreten können. Bei Frauen kann es zu Stuhlabsonderungen in der Scheide kommen. Innere Darmfisteln beherbergen die Gefahr von einer Unterversorgung des Patienten. Die zerkleinerte Nahrung wird von der Fistel resorbiert und ausgeschieden. Die Nährstoffe stehen dem Körper somit nicht für seine Ernährung zur Verfügung. Eine weitere innere Fistel ist die Harnfistel. Hierbei handelt es sich um einen zusätzlichen und fehlangelegten Ausgang der Harnblase, der meistens in den Geschlechtsorganen wie zum Beispiel der Vagina endet. Der Urin fließt ständig durch den Fistelgang ab, der überwiegend in der Scheide, aber auch in der Haut oder im Darm enden kann. Betroffene Patienten verlieren ständig ungewollt Urin, was zu großen psychischen Belastungen führt. Durch die ständige Feuchte im Intimbereich kommt es zu Hautreizungen. Bakterien fühlen sich in dem warmen und feuchten Milieu sehr wohl, was wiederum zu Infektionen führt. Auch im Ohr können sich Fisteln bilden, allerdings werden Ohrfisteln nicht erworben, sondern sind angeboren. Es handelt sich hierbei um blind endende Gänge im Ohrbereich, die der Hals-Nasen-Ohren-Arzt im Erwachsenenalter sehr gut erkennen kann. Bei Kindern spielen sie noch keine Rolle. Patienten, die unter Ohrfisteln leiden, bemerken dies erst, wenn sich diese infiziert haben. Eine Infektion äußert sich durch Austreten von Sekret oder die Bildung einer Eiterbeule. Zusätzlich kann die Austrittsstelle der Fistel geschwollen sein. Stark behaarte übergewichtige Männer um die 20 Jahre, die es mit der Hygiene nicht sehr genau nehmen, leiden bevorzugt unter Steißbein-Fisteln. Platziert ist diese Fistel zwischen dem mit Haut bedeckten Hohlraum, der sich zwischen der Spitze des Steißbeins und dem Analrand befindet, und der Hautoberfläche in der Gesäßregion. Eine solche Fistel kann sich äußern durch Austreten von klarer oder blutiger Flüssigkeit. Infiziert sich die Steißbeinfistel kommt es zur einer starken Rötung, die sehr schmerzhaft ist. Der Eiter lässt sich durch die Fistelöffnung herausdrücken. Es kann auch zu einer Fistelbildung zwischen einer Arterie und einer Vene kommen. Eine solche Fistel wird Durafistel genannt. Eine Durafistel findet sich meistens im Bereich der Hirnhäute. Je nach Lokalisation treten unterschiedliche Symptome auf. Befindet sich die Durafistel in der Nähe des Mittel- und Innenohrs, klagt der Betroffene über ein pulsierendes Ohrengeräusch, dass auch der Arzt mit dem Stehotoskop von außen wahrnehmen kann. Befindet sich die Durafistel im Bereich des Auges, kann es zu einem venösen Rückstau in der Augenhöhle kommen. Die Folge ist eine gerötete und geschwollene Bindehaut. Die Sehkraft kann negativ beeinflusst sein. Befindet sich die Durafistel im Wirbelsäulenkanal, kommt es, abhängig von der Höhe, in der sich die Fistel befindet, und wo sich das venöse Blut im Rückenmark staut, zu unterschiedlich starken Beeinträchtigungen der Beine, die langsam schwächer werden. Weitere Symptome sind vegetative Beeinträchtigungen, zum Beispiel Beeinträchtigungen des Stuhlgangs und der Blasenentleerung.