Startseite » Symptome » Morbus Crohn

Morbus Crohn Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Der nach dem amerikanischen Arzt Burrill B. Crohn benannte Morbus Crohn ist neben der Colitis ulcerosa die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung (auch als CED bezeichnet). Bei beiden Krankheiten gibt es Parallelen hinsichtlich der Symptome, des Verlaufs und Behandlung. Beide Erkrankungen verlaufen in der Regel chronisch, begleiten den Patienten also lebenslang. Die Ursachen beider Krankheiten sind unklar. Gekennzeichnet sind sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa durch ihren schubweisen Verlauf. Allerdings gibt es einige bedeutende Unterschiede hinsichtlich des Befalls und Ausdehnung im Verdauungstrakt, die bei der Diagnosestellung beachtet werden müssen. In einigen Fällen ist eine klare Unterscheidung allerdings sehr schwierig.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Morbus Crohn

Morbus Crohn kann grundsätzlich den gesamten Verdauungsapparat des Menschen befallen. Dieser beginnt im Mund und der Speiseröhre, geht über Magen und Dünndarm bis hin zum Dickdarm und After. Hier liegt auch der wichtigste Unterschied zur Colitis ulcerosa, denn sie tritt grundsätzlich nur im Dickdarm auf (manchmal mit Beteiligung des letzten Dünndarmabschnitts). Die Symptome bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können unterschiedlicher Art und Ausprägung sein; speziell beim Morbus Crohn auch abhängig von der Lokalisierung der Entzündung. Betroffene klagen meist über typische Durchfallsymptome, bisweilen aber auch über Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen. Die Durchfälle treten meist sehr plötzlich und heftig auf und führen zu rapidem Flüssigkeits- sowie Gewichts- und Elektrolytverlust. Je nach Entzündungsgrad können auch Blut und Schleim in den Ausscheidungen bemerkt werden. Es überrascht nicht, dass besonders bei der Erstdiagnose oft einige Zeit vergeht, bis der Patient erfährt, unter welcher Krankheit er leidet, denn zumeist werden die generellen Symptome wie banale Magen-Darm-Infekte behandelt. Erst wenn sich keine Besserung einstellt und die Symptome heftiger werden, werden die Betroffenen einem Gastroenterologen vorgestellt. Oft bleiben CED auch lange Jahre unentdeckt, weil sich nur sogenannte „extraintestinale Manifestationen“ zeigen. Darunter versteht man Symptome an Gelenken, Augen und anderen Körperteilen, die nicht immer als Zeichen eines Morbus Crohn erkannt werden. Können keine Infektionen oder andere Ursachen für die Beschwerden ermittelt werden, wird je nach Beschwerdebild eine Magen- oder Darmspiegelung durchgeführt. Handelt es sich um Morbus Crohn, lassen sich hier häufig schon deutliche Entzündungszeichen und Geschwüre erkennen, die durch Entnahme einer Gewebeprobe genauer untersucht werden können. In den meisten Fällen ist durch die histologische Analyse eine konkrete Unterscheidung zur Colitis ulcerosa möglich, denn während beim Morbus Crohn auch tieferliegende Schleimhautschichten betroffen sind, ist bei der Colitis nur die oberste Schleimhautschicht im Dickdarm entzündet. Bei einem geringen Prozentsatz der Proben ist keine eindeutige Zuordnung zu einer der beiden Erkrankungen möglich; hier gibt meist der weitere Verlauf Aufschluss über die wahre Natur der Erkrankung. Während die Colitis ulcerosa sich aufsteigend vom Enddarm her im Dickdarm ausbreitet, können beim Morbus Crohn mehrere Darmabschnitte gleichzeitig betroffen sein. Ist hingegen nur der Dünndarm oder der Magen betroffen, kann eine Colitis ulcerosa ausgeschlossen werden. Da sich vor allem der Dünndarm endoskopisch nicht wirklich untersuchen lässt und keine Gewebeproben entnommen werden können, kann die Diagnose Morbus Crohn in diesen Fällen oft nur indirekt durch Nachweis von entzündlichen Veränderungen auf Röntgenaufnahmen gestellt werden. Bei manchen Patienten wird die endgültige Diagnose erst während notwendiger Operationen im weiteren Verlauf gestellt.

Medikamente und chirurgische Optionen

Morbus CrohnDa sich besonders bei länger anhaltenden Durchfällen und Darmbeschwerden (insbesondere Verengungen, die zu Blockaden bis hin zum Darmverschluss führen können) die Symptome nicht von ernsten (und möglicherweise bösartigen) Erkrankungen unterscheiden lassen, ist eine gründliche Diagnostik zu Beginn und im weiteren Verlauf stets wichtig. Ist ein Morbus Crohn diagnostiziert, gibt es je nach Lokalisierung der Entzündungen verschiedene Therapieoptionen. Akute Schübe werden zumeist mit Medikamenten mit dem Wirkstoff 5-ASA behandelt. Ein Großteil der Patienten spricht auf diese Behandlung gut an. Führt dies nicht zur Linderung der Symptome, ist der Einsatz von cortisonhaltigen Präparaten zur Behandlung der Entzündungen oft unumgänglich. In Fällen, in denen sich mit herkömmlichen Medikamenten keine zufriedenstellende Remission (also eine beschwerdefreie Zeit zwischen zwei Schüben) erreichen lässt, gibt es die Möglichkeit des Einsatzes von Mitteln, mit denen das Immunsystem unterdrückt werden soll und die Entzündungstätigkeit zurückgedrängt wird. Nebenwirkungen sind besonders beim Einsatz dieser Mittel und von Cortison häufig zu beobachten; sie sind aber im Verhältnis zum Nutzen meist vertretbar und bilden sich nach Absetzen der Medikamente wieder zurück. Da Morbus Crohn sich mit jedem neuen Schub an einer anderen Stelle im Verdauungsapparat manifestieren kann, sind häufige Diagnosestellungen hier die Regel. Komplikationen wie Verengungen (Stenosen) müssen bisweilen chirurgisch behandelt werden. Dabei werden die betroffenen Darmabschnitte entweder wieder passierbar gemacht oder ggf. auch entfernt. Im Falle des Dickdarms ist ein Verlust ernährungsphysiologisch gesehen kein Problem, da hier „nur“ das Wasser zurückgewonnen wird, das während des Verdauungsprozesses vom Körper in den Nahrungsbrei eingebracht wurde. Im Dünndarm hingegen wird der Chirurg einen Verlust von Darmmaterial immer zu minimieren versuchen, da hier sämtliche Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden. Patienten mit Morbus Crohn, die über die Jahre hinweg größere Teile des Dünndarms eingebüßt haben, leiden daher manchmal unter dem Kurzdarmsyndrom und müssen ihren Nährstoffbedarf teilweise oder auch vollständig über intravenöse Ernährung ergänzen. Um tieferliegende Darmabschnitte während einer heftigen Entzündungsphase zu entlasten, wird manchmal vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt. Dies gibt dem Körper Gelegenheit, den betroffenen Darmteil abheilen zu lassen. Dies ist auch bei den häufig auftretenden Fisteln im Analbereich hilfreich. Bei Fisteln handelt es sich um röhrenförmige „Kurzschluss“-Verbindungen zwischen den inneren Organen oder auch von einem inneren Organ nach außen. Gerade diese Komplikation wird beim Morbus Crohn häufiger beobachtet; sie tritt bei Patienten mit Colitis ulcerosa selten oder nie auf. Abgesehen von krankheitsbezogenen Komplikationen (wie z.B. Blutungen oder Operationen) ist die Lebenserwartung bei Patienten mit Morbus Crohn nicht niedriger als bei der Normalbevölkerung. Auch das Krebsrisiko scheint (im Gegensatz zur Colitis ulcerosa) nicht signifikant erhöht zu sein.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Faktor Ernährung

Heilen kann man den Morbus Crohn im Gegensatz zur Colitis ulcerosa nicht. Da hier die Ausdehnung auf den Dickdarm beschränkt bleibt, kann durch eine totale Entfernung des Dickdarms die Colitis „geheilt“ werden. Allgemein gültige Ernährungsempfehlungen gibt es bei beiden Erkrankungen nicht, da die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln bei jedem Patienten individuell anders ausfällt. Lediglich generell belastende Speisen (wie stark blähende Bohnen, Zwiebeln etc.) sind bei Durchfallerkrankungen nicht zu empfehlen. Eine spezielle Heildiät für Morbus Crohn gibt es aber nicht, zumal sich mit zunehmender Erkrankungsdauer die Toleranz für bestimmte Speisen und Getränke auch ändern kann. Die Patienten müssen selbst herausfinden, was sie ihnen gut tut.