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Rückenschmerzen Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Fast jeder Deutsche leidet einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Der Mediziner spricht in diesem Fall von einer Dorsalgie und der Patient gibt meist Kreuzschmerzen an. Die Schmerzen können sich je nach Patient durchaus unterschiedlich äußern. Vielfach klagen Patienten über stechende Schmerzen, die oftmals als Lähmungsgefühl in Arme und Beine ausstrahlen. Dazu kommt es zu Verspannungen oder gar einer Blockade des gesamten Bewegungsapparates. Jedoch treten Rückenschmerzen nicht allein im Rücken selbst, sondern auch in anderen Regionen des Körpers auf. Die Schmerzen können auch in andere Körperteile ausstrahlen, doch Vorsicht nicht alle diese Schmerzen kommen auch tatsächlich aus dem Rücken. Rückenschmerzen werden anhand der Dauer unterschiedlich definiert. Akute Rückenschmerzen dauern in der Regel weniger als 6 Wochen. Von subakuten Rückenschmerzen spricht man wenn diese in einem Zeitraum zwischen 6 bis 12Wochen auftreten. Klingen die Rückenschmerzen auch nach einem Zeitraum von 12 Wochen nicht ab, so werden diese als chronisch bezeichnet. Ausgelöst werden Schmerzen im Rücken in den meisten Fällen durch Bewegungsmangel, einseitige Belastungen, Verschleißerscheinungen oder Übergewicht. In eher seltenen Fällen kann z. B. eine Verletzung oder ein Unfall die Ursache für die Schmerzen sein. Besonders betroffen sind Menschen zwischen dem 30. bis 50. Lebensjahr.

Arten von Rückenschmerzen

RückenschmerzenDer Arzt unterscheidet zwischen zwei Arten von Rückenschmerzen, die unspezifischen (funktionellen) oder die spezifischen (organischen) Rückenschmerzen. Die Mehrzahl der Rückenschmerzen geht aus aktiven Bewegungselementen und passiven Haltungselementen hervor. Es kommt zu Verspannungen, Verhärtungen oder Reizungen des Bewegungsapparates. Die funktionellen Rückenschmerzen resultieren zumeist aus Fehlbelastungen, Überbelastungen, falscher Sitzpositionen, Übergewicht, übertriebener sportlicher Betätigung oder aber durch einen Mangel an Bewegung. Spezifische Rückenschmerzen können durch Erkrankungen, Verletzungen oder Verformungen der Wirbelsäule, sowie rheumaähnliche Muskel- oder Bindegewebskrankheiten und Arthrose entstehen.

Ursachen und Symptome

Vernachlässigung oder Überstrapazierung sind mit Abstand die meisten Auslöser für Rückenschmerzen und lassen sich durch das Hebelprinzip erklären. Das Zusammenwirken der Spieler- und Gegenspielermuskeln ist nicht ausgeglichen und so können Verspannungen, Knötchen und Schmerzen entstehen. Untrainierte Haltungsmuskeln im Unterrücken verkürzen sich und verkürzte Muskeln verändern ihre Mechanik. Zusammengefasst auf den Punkt gebracht, lässt sich sagen, dass Haltungsschäden und ein gestörtes Muskel-Teamwork den Hauptgrund für Rückenschmerzen darstellen. Blockierungen an Lendenwirbeln und Iliosakralgelenken können entstehen, wenn kleine Wirbel- und Facettengelenke die Bewegungen begrenzen. Schmerzhafte Blockierungen nach einer abrupten Bewegung oder einer Anhebung eines schweren Gegenstandes werden umgangssprachlich auch als Hexenschuss bezeichnet. Muskelverspannungen sind mit Abstand die häufigste Ursache für Rückenschmerzen und treten meist in der unteren Hälfte des Rückens in der Lendenwirbelsäule sowie in Nacken und Schulterbereich auf. Intuitiv nimmt der Patient eine „Schonhaltung“ ein, welche aber tatsächlich kontraproduktiv ist. Die Verspannungen verhärten sich dadurch noch mehr anstatt, dass sie gelöst werden. Ischias-Beschwerden äußern sich im Lendenbereich und die Schmerzen strahlen bis ins Gesäß, in die Oberschenkel, in die Wade oder bis zum Knöchel aus. Weitere Symptome wie Kribbeln im Fuß oder Taubheitsgefühl deuten auf Ischias hin. Einen Bandscheibenvorfall erkennt der Mediziner an plötzlichen starken Rückenschmerzen, Ausstrahlung in die Außenseite des Unterschenkels, Einnahme einer Schonhaltung, Reflexausfall ggf. sogar Lähmungserscheinungen und ggf. Störungen der Harn- und Mastdarmentleerung. Bei Osteoporose neigt der Patient schon bei leichten Stürzen zu Knochenbrüchen, er macht einen „Rundrücken“ und nimmt an Körpergröße ab. Jedoch muss bei Rückenschmerzen auch an internistische Krankheiten gedacht werden. Atemschmerzen könnten das Ergebnis einer Rippenfellentzündung sein und belastungsabhängige Schmerzen können auf Herzerkrankungen hinweisen. Doch auch psychosomatische Schmerzen oder Depressionen können Auslöser für Beschwerden im Rücken sein, und insbesondere zu Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule führen.

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Diagnose und Therapie

Um Rückenschmerzen richtig behandeln zu können, ist es wichtig, dass der Arzt eine genaue Anamnese erstellt. In den meisten Fällen lassen sich Rückenschmerzen relativ einfach diagnostizier und mit einer entsprechenden Therapie behandeln. Zur Diagnose wird neben den akut vorhandenen Beschwerden, auch die allgemeine Krankengeschichte des Patienten herangezogen. Der Bewegungsapparat wird eingehend untersucht und die Schmerzausstrahlungen dabei so genau wie möglich bestimmt. Ist eine Diagnose nicht eindeutig zu stellen, kann sich der Mediziner durch Röntgenaufnahmen, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztherapie (MRT) Klarheit verschaffen. Je nach Art und Ausprägung der Schmerzen können reicht bereits eine vorübergehende Schonung der schmerzenden Stellen, eine Stufenbettlagerung oder kleiner Übungen zur Entlastung aus um für eine deutliche Linderung der Schmerzen zu sorgen. Bei der überwiegenden Anzahl der Schmerzen bedarf es jedoch einer symptomatischen Therapie, wie z. B. Krankengymnastik, Massage, Fango oder Akkupunktur. Orthopäden oder Chiropraktiker können auch mit „Einrenkungen“ oder dem „Aufhängen im Schlingengurt eine sofortige Besserung für den Patienten erreichen. In den meisten Fällen müssen zusätzlich noch Schmerzmittel eingenommen oder ein Wärmepflaster geklebt werden. Durch eine Stoßwellen-Therapie lässt sich das Muskelgewebe lockern, was ebenfalls zu einer Linderung des Rückenschmerzes beiträgt. In besonders schweren Fällen sind lokale minimalinvasive Injektionen oder Operationen erforderlich, um die Ursache der Rückenschmerzen zu bekämpfen. Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden, können durch das Führen eines Schmerztagebuchs die Diagnose und Therapie unterstützen. Ein solches Schmerztagebuch empfiehlt sich unter anderem auch bei Migräne, Schlafstörungen oder Depressionen. Dabei werden täglich die Arten des Schmerzes, die Einnahme von Medikamenten, die sportlichen Bewegungen sowie die Entspannungstechniken genau dokumentiert. So kann der Arzt genau feststellen, ob eine Therapie den gewünschten Erfolg bringt oder ob eine Änderung der ergriffenen Maßnahmen erforderlich ist.

Präventivmaßnahmen gegen Rückenschmerzen

Zur Vorbeugung gegen Rückenschmerzen kommt es vor allem auf ein möglichst „rückengerechtes“ Verhalten an. Um Rückenschmerzen aktiv entgegenzuwirken, bevor sie entstehen, gelten drei wichtige Maßnahmen: Bewegung, Bewegung und noch mal Bewegung. Für einen gesunden Rücken ist Bewegung das Wichtigste, sodass alle anderen Maßnahmen zunächst dahinter zurückzustehen haben. In Form von Sport, wie Gymnastik oder Schwimmen, kann die Rückenmuskulatur zusätzlich gestärkt werden. Zudem sollten Patienten einseitige Belastungen sowie für den Rücken schädliche Positionen in jedem Falle vermeiden. Durch eine ausreichende Bewegung sollte die Körperhaltung immer wieder verändert werden, um eine einseitige Belastung zu vermeiden. Wer beispielsweise im Büro arbeitet, sollte in regelmäßigen Abständen vom Stuhl aufstehen und verschiedene Dehnübungen durchführen. Diese können einfach in den Tagesablauf integriert werden, wodurch Rückenschmerzen wirksam verhindert werden können. Regelmäßige Massagen, Akkupunktur, autogenes Training, Meditation oder Yoga helfen ebenfalls dabei, den Rücken zu stärken. Nicht zuletzt gilt es seine Umgebung rückenkonform einzurichten und auf eine gesunde Lebensweise achten. So können Schmerzen bekämpft werden bevor sie überhaupt beginnen.