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Influenza Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Die Influenza (Grippe) ist eine beim Menschen auftretende Infektionskrankheit, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Von der Influenza sind die grippalen Infekte zu unterscheiden, bei denen es sich um weniger schwerwiegende Viruserkrankungen handelt. Die Zeit zwischen Infektion und dem Auftreten erster Krankheitsanzeichen (Inkubationszeit) liegt bei der Influenza bei maximal drei Tagen. Auch Inkubationsfristen von lediglich 18 Stunden wurden beobachtet. Während der Inkubationszeit vermehren sich die Influenzaviren in den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raums und zerstören dort die obere Zellschicht der Atmungsorgane. Selbst wenn noch keine Krankheitssymptome vorliegen, geht von einem grippeinfizierten Menschen bereits Ansteckungsgefahr aus. Im Hustenwurf befinden sich bis zu einer Woche nach Infizierung Influenza-Viren (bei Kindern: zwei Wochen). Ansteckungsgefahr besteht sogar noch dann, wenn sich die Grippesymptome zurückgebildet haben. Grippale Infekte und Influenza können anhand der unterschiedlich schweren Symptome differenziert werden. Bei grippalen Infekten tritt nur in wenigen Fällen Fieber auf. Sollte ein grippaler Infekt mit Fieber einhergehen, ist die Temperatur – im Gegensatz zur Grippe – nur geringfügig erhöht. Normalerweise führt ein grippaler Effekt auch nur zu einer kurzfristigen Ermattung. Insbesondere die Plötzlichkeit der bei einer Grippe auftretenden Symptome und das gleichzeitige und intensive Auftreten verschiedener Symptome unterscheiden die Influenza von einer unbedeutenderen Erkältung. Neben der individuellen Krankheitssymptomatik deutet auch die momentane Häufung von Influenza-Erkrankungen innerhalb einer bestimmten Region auf eine mögliche Grippeerkrankung hin.

Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Influenza

InfluenzaLaut Weltgesundheitsorganisation wird jährlich bis zu einem Fünftel der Weltbevölkerung mit Influenza angesteckt. Allerdings verlaufen etwa 80 % der Influenza-Erkrankungen weitgehend symptomfrei (asymptomatisch). In diesen Fällen bemerken die Infizierten die Krankheit nicht oder spüren lediglich schwache Erkältungssymptome. Wegen der zunächst weitgehend unspezifischen (nicht für eine bestimmte Krankheit charakteristischen) Krankheitssymptome besteht die Gefahr, dass eine Influenza mit anderen Erkrankungen der Atemwege verwechselt wird. Bei den verbleibenden 20 % der Infizierungsfälle treten ohne Voranzeichen plötzlich starke Symptome auf. Zu den ersten Grippeanzeichen gehört hohes Fieber von bis zu 41 °C, das mit Schüttelfrost einhergehen kann. Für Schüttelfrost ist ein starkes, unkontrolliertes Zittern oder sogar Zähneklappern bei ausgeprägtem Kälteempfinden charakteristisch, während das Fieber schnell ansteigt. Die Zitterbewegung entsteht durch schnelles Zusammenziehen und Erschlaffen der Skelettmuskulatur. Mit dem Schüttelfrost, der sich über einige Minuten hinziehen kann, versucht der Körper, den Unterschied zwischen der sich erhöhenden Körper- und der Umgebungstemperatur auszugleichen. Dazu löst das Gehirn ein nicht willentlich beeinflussbares Muskelzittern aus. Der Infizierte spürt ein deutliches Krankheitsgefühl. Hinzu können ein trockener, auswurfloser Reizhusten, Halsschmerzen, Schnupfen (Rhinitis), tränende Augen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Übelkeitsgefühl, Erbrechen und Durchfall kommen. Im späteren Krankheitsverlauf ist Husten mit Auswurf zu beobachten. Das Fieber kann über Tage hoch bleiben. Die sich in den oberen Atemwegen vermehrenden Influenza-Viren führen zu den atemwegstypischen Krankheitssymptomen. Mittels Husten bemüht sich der Körper um Freihaltung der Atemwege von Schleim und Krankheitserregern. Entzündet sich der Kehlkopf (Laryngitis) oder der Kehldeckel (Epiglottitis), entsteht Heiserkeit, bei der die Stimme rau klingt und die Lautstärke der Stimme bis zu einem weitgehenden Stimmverlust reduziert sein kann. Schluckbeschwerden gehen häufig mit Halsschmerzen einher, die von den Influenza-Viren durch Reizung oder Schädigung der Halsschleimhäute ausgelöst werden. Im angeschwollenen Halsbereich ist eine Rötung festzustellen. In einigen Fällen sind auch die Unterkiefer- und Halslymphknoten geschwollen. Schweißausbrüche dienen der Regulation der Körpertemperatur, führen aber auch zur Bildung eines aus Säure bestehenden Schutzmantels auf der Haut, der zur Abwehr von Krankheitserregern beitragen kann. Schmerzen in Armen und Beinen (Gliederschmerzen, Myalgie, Extremitätenschmerz) kann Muskeln und Gelenke betreffen. Auch Appetitlosigkeit und ausgeprägte Müdigkeit sind Symptome einer Influenza-Erkrankung. Eine Grippeerkrankung dauert etwa ein bis zwei Wochen.

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Komplikationen

Die meisten Grippekranken erholen sich vollständig. Nur selten treten bei einer Influenza Komplikationen auf, von denen Menschen im Alter von über 60 Jahren, Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder und Personen mit einem geschwächten Immunsystem überdurchschnittlich oft betroffen sind. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko tragen auch Grippeinfizierte mit Vorerkrankungen des Herzens, der Nieren oder der Lunge. Da die Influenza-Viren das Immunsystem durch Verringerung der zum Abwehrsystem gehörenden Makrophagen (Fresszellen) stark belasten, wird der Körper anfälliger für weitere Infektionen. Im Zusammenhang mit Influenza stehende Todesfälle gehen zumeist nicht auf die Grippe-Erkrankung selbst, sondern auf bakteriell verursachte Sekundärinfektionen („Superinfektionen“) zurück, die von einem geschwächten Immunsystem ermöglicht werden. Anlässlich dieser zusätzlichen Infekte kann es zu Entzündungen von Herzmuskel, Herzbeutel, Lunge, Mittelohr oder Nasennebenhöhlen kommen. Wird ein zweiter Fieberanstieg ab dem dritten Influenza-Krankheitstag festgestellt, so ist der Beginn einer bakteriellen Infektion zu vermuten. Selten wird ein toxisches Schocksyndrom beobachtet, das sich in Form eines gravierenden Versagens von Organen oder des Kreislaufes aufgrund bakterieller Gifte bemerkbar macht. Jährlich erleidet einer von 200.000 Menschen ein toxisches Schocksyndrom.

Davon zu unterscheiden ist ein sog. Zytokinsturm, der eine Komplikation im Rahmen einer Influenza-Erkrankung darstellt. Hierbei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf die Influenzaviren, bei der gewaltige Mengen an Zytokinen ausgeschüttet werden. Zytokine sind Eiweißstoffe, die der Steuerung der Immunantwort des Körpers auf eingedrungene Fremdkörper dienen. Die unverhältnismäßig große Zytokin-Ausschüttung bewirkt gravierende Entzündungen. Sie kann zu mit Atemnot verbundenen Lungenentzündungen (Pneumonien), zu Blutungen in der Lunge und zum Versagen von Organen führen. Bei ungünstigem Krankheitsverlauf können sich während einer Pneumonie Abszesse in der Lunge bilden. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann allgemeine Atemnot auftreten (Dyspnoe). Beim Erkrankten besteht dann der Eindruck, er bekomme nicht mehr ausreichend Atemluft. Symptome einer Dyspnoe sind entweder besonders flache und schnelle oder aber ausgesprochen tiefe Atembewegungen. Bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) sind die Schleimhäute des Mittelohres sowie möglicherweise das Trommelfell aufgrund einer Infektion von eingewanderten Bakterien entzündet. Im Gehörgang und auf der Oberfläche des Trommelfells bilden sich blutige Bläschen.

Die Symptome einer Grippeotitis sind schmerzende Ohren, Schwerhörigkeit aufgrund verschlechterter Schallleitung und die Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohrbereich. Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) liegt vor, wenn Kiefer-, Stirn- oder Keilbeinhöhle oder das Siebbein (ein zum Hirnschädel gehörender Knochen) entzündet sind. Durch Influenza-Viren kann auch eine Grippeenzephalitis (Gehirnentzündung) ausgelöst werden. Die Gehirnentzündung macht sich in Form von Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Steifigkeit des Nackens sowie Kopfschmerzen und Fieber bemerkbar. Als Spätfolge einer Grippeenzephalitis kann die Parkinson-Krankheit ausgelöst werden. Die Grippemyokarditis stellt eine seltene Spätfolge einer Influenza dar. Diese durch Grippeviren ausgelöste Herzmuskelentzündung ist vor allem bei jungen Erwachsenen und Kindern anzutreffen. Eine Influenza kann auch zu Entzündungen der Skelettmuskulatur (Myositis) führen. Auslöser oder Grundlage einer Myositis können die Viren, das geschwächte Immunsystem oder bakterielle Giftstoffe sein.