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Asperger-Syndrom Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Das Asperger-Syndrom gehört zu den autistischen Erkrankungen. Unter Experten ist es umstritten, ob es sich um ein eigenständiges Störungsbild handelt oder ob es eine weniger stark ausgeprägte Variante des frühkindlichen Autismus ist. Auch die Frage, ob Asperger eine normale Variante der menschlichen Informationsverarbeitung darstellt oder als Krankheit gelten sollte, ist unter Forschern sowie unter Betroffenen umstritten. Das Asperger-Syndrom unterscheidet sich in einigen wichtigen Grundzügen von der Symptomatik des frühkindlichen Autismus. Da der frühkindliche Autismus die bei weitem bekanntere Form des Autismus ist, bleibt das Asperger-Syndrom häufig unerkannt. Dazu führt vor allem die Tatsache, dass das Syndrom zwar deutliche Symptome hat, viele Betroffene aber lediglich auf eine bestimmte Art auffällig wirken, die auch von Spezialisten nicht exakt zugeordnet werden kann. Im Gegensatz zu frühkindlichen Autisten haben Betroffene des Asperger-Syndroms ein altersgemäß entwickeltes Sprachvermögen und sind nicht von Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten betroffen. Dennoch hat das Syndrom zahlreiche Symptome, die der folgende Text näher beschreibt. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass die Erkrankung als „Syndrom“ bezeichnet wird, weil sie sich aus diversen komplexen Symptomen zusammensetzt, die aber nicht alle beim Betroffenen vorkommen. Laut Definition des Asperger-Syndroms zeigen Betroffene mindestens zwei der Symptome, die im Bereich „gestörte soziale Interaktion“ aufgezählt werden und mindestens eines der Merkmale, die zum Komplex „stereotype Verhaltensmuster“ gehören.

Symptome

Asperger-SyndromZu den wichtigsten Symptomen des Asperger-Syndroms gehört eine gestörte Interaktion mit dem sozialen Umfeld, die sich in verschiedenen typischen Verhaltensweisen zeigt. Betroffene von Asperger können sich nicht in die Menschen in ihrem Umfeld einfühlen und sind nicht in der Lage, Gefühlsäußerungen zu verstehen. Die Symptome der gestörten sozialen Interaktion betreffen unter anderem die nonverbale Kommunikation, d.h. die Mimik und die Gestik. Treten Asperger-Autisten mit Gesprächspartnern in Kontakt, nehmen sie häufig keinen Augenkontakt auf. Auch die körperlichen Gesten und die mimischen Besonderheiten, die andere Menschen im Gespräch zeigen, nutzen Betroffene des Asperger-Syndroms nicht. So verwenden Menschen, die nicht von Asperger betroffen sind, im Gespräch bei schwierigen Themen häufig sozial ausgleichende und beschwichtigende Gesten oder nehmen Körperkontakt zu ihren Gesprächspartnern auf. So gestalten sie das Gespräch für beide Seiten angenehmer. Diese Art der kommunikativen Steuerung fehlt den Asperger-Autisten völlig. Auch die nonverbalen Gesten, die andere Menschen einsetzen, können Betroffene des Asperger-Syndroms nicht deuten. Das gleiche gilt für die Mimik ihrer Gesprächspartner. Zeigt man Betroffenen Fotos von Menschen, die sich in einer klar erkennbaren Stimmung befinden (Wut, Freude), sind sie nicht in der Lage, diese zu erkennen oder zu benennen. In Abgrenzung zum frühkindlichen Autismus ist jedoch zu erwähnen, dass die sprachliche Entwicklung bei Asperger-Autisten nicht verzögert ist. Während Betroffene des frühkindlichen Autismus entweder gar nicht sprechen oder Sprache nur in einer Art Echo-Funktion verwenden, indem sie ohne kommunikativen Sinn das wiedergeben, was sie in ihrer Umwelt gehört haben, sind Asperger-Autisten durchaus zu kommunikativem Verhalten in der Lage. Sie können sprachlich Kontakt zu ihrer sozialen Umwelt aufnehmen und altersgemäße Gespräche führen. Die Symptomatik des Asperger-Syndroms zeigt sich in der Kommunikation eher an den beschriebenen Auffälligkeiten in Mimik, Gestik und Augenkontakt. Zusätzlich besteht eine Störung in der Kontaktaufnahme, die sich in dem Unvermögen zeigt, Freundschaften zu Gleichaltrigen aufzubauen. Auch der fehlende Wunsch, eigene Interessen und Vorlieben mit anderen zu teilen, ist ein typisches Symptom des Asperger-Syndroms. Dieses zeigt sich schon bei Kindern, die z.B. Gegenstände, die ihr Interesse wecken, allein für sich untersuchen, statt sie ihren Bezugspersonen zu zeigen.

Stereotype Verhaltensmuster

Auch an ihren Verhaltensmustern, die häufig wiederkehrende Rituale (Stereotype) beinhalten, sind Betroffene des Asperger-Syndroms zu erkennen. Zu den bekanntesten Beispielen dieser Symptomatik zählt die übermäßige Beschäftigung der Betroffenen mit ganz bestimmten Wissens- und Interessengebieten. Haben sie sich einmal in ein solches Thema vertieft, sammeln sie besessen jede Information dazu und entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit zu Spezialisten des betreffenden Gebietes. Dabei kann es sich um jede Art Interesse von der Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen bis hin zu genauer Erforschung der Biographien sämtlicher amerikanischer Präsidenten handeln. Charakteristisch für diese Symptomatik ist es, dass sich Betroffene von Asperger sehr gerne mit winzigen Details des gewählten Bereichs beschäftigen und es in einer Phase, in der sie von einem bestimmten Thema fasziniert sind, so gut wie unmöglich ist, sie davon abzulenken und mit etwas anderem zu beschäftigen. Dabei helfen ihnen die kognitiven Vorteile, die das Asperger-Syndrom häufig mit sich bringt und die sich unter anderem in einer hohen Gedächtnisleistung und in einer besonderen Fähigkeit zur Konzentration zeigen. Zur gleichen Symptomatik gehört auch die Angewohnheit vieler Betroffener, in einem bestimmten Rhythmus Rituale zu vollziehen, die keinen Sinn zu ergeben scheinen. Häufig sind dies bestimmte Körperbewegungen wie das Fingerschnippen, eine bestimmte Drehung des Kopfes oder auch die Befolgung einer immer gleichen Abfolge mehrerer Körperbewegungen.

Folgen der Symptome für das tägliche Leben

Für das Leben der von Asperger betroffenen Menschen hat die Symptomatik zum Teil schwerwiegende Folgen. Aufgrund der gestörten sozialen Interaktion leben sie häufig isoliert, ein Aufbau von Freundschaften oder Liebesbeziehungen fällt ihnen schwer. Viele Betroffene leiden unter dieser Problematik, es fällt ihnen schwer zu durchschauen, warum Gleichaltrige im Kontakt mit ihnen Probleme haben. Die sozialen Einschränkungen, die mit den Symptomen des Asperger-Syndroms einhergehen, sind auch verantwortlich dafür, dass die Betroffenen sehr häufig mit beruflichen Problemen zu kämpfen haben. Da beim Asperger-Syndrom keine Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten besteht, sind sie zunächst einmal in der Lage, eine Schule zu besuchen, einen Abschluss zu machen und einen Beruf zu erlernen. Viele Asperger-Betroffene absolvieren sogar ein Studium. Ihre Unfähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Auffälligkeiten in der nonverbalen Kommunikation und ihre Neigung zu ritualisiertem Verhalten führen jedoch in der Regel zu Schwierigkeiten im beruflichen Umfeld. Gelingt es Betroffenen, einen Beruf zu ergreifen, sind sie häufig auch dort isoliert und wirken auffällig auf das soziale Umfeld am Arbeitsplatz.

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