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Leberzirrhose Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Eine Leberzirrhose ist ein mögliches Endstadium verschiedener chronischer Erkrankungen der Leber. In der Regel ist eine eingetretene Leberzirrhose nicht heilbar. Charakteristisch für eine Leberzirrhose ist ein beeinträchtigtes Lebergewebe; so kommt es an der Leber beispielsweise häufig zu einer übermäßigen Bildung von Bindegewebe (in der Medizin wird dies auch als Fibrosierung bezeichnet) mit Verhärtungen und Knotenbildungen im Lebergewebe. Begleitend kann eine Leberzirrhose bei Betroffenen zu vielfältigen Symptomen führen. Das Auftreten und die Ausprägung verschiedener Symptome ist unter anderem abhängig von Faktoren wie Schwere und Stadium einer Leberzirrhose und sonstigen Erkrankungen, die ein Patient möglicherweise aufweist.

Symptome der Leberzirrhose

Inhaltsverzeichnis zum Thema Leberzirrhose

Zu den zentralen Symptomen, die meist mit einer Leberzirrhose einhergehen, zählen Müdigkeit, reduzierte Konzentrationsleistungen und allgemeine Leistungsbeeinträchtigungen. Darüber hinaus kommt es im Rahmen einer Leberzirrhose häufig zu sogenannten Leberhautzeichen: So kann die Haut von Patienten etwa eine gelbliche Färbung annehmen, was auf eine eingetretene Gelbsucht (Ikterus) zurückzuführen ist. Von einer solchen Gelbfärbung der Haut können unter anderem auch die Bindehaut des Auges und/oder die Schleimhäute betroffen sein. Auch zu den Leberhautzeichen zählen eine mögliche Rotfärbung der Kleinfingerballen und das Auftreten sogenannter Gefäßspinnen (in der Medizin unter anderem auch bezeichnet als Naevus araneus oder Naevus stellatus); Hintergrund auftretender Gefäßspinnen ist eine Gefäßneubildung in Form eines Gefäßknötchens, die von Gefäßausläufern umgeben ist.

Meist betrifft der Naevus araneus Körperpartien der oberen Körperhälfte. Neben den zentralen Symptomen können bei einer Leberzirrhose eine Reihe weiterer Beschwerden auftreten. So können sich im Rahmen einer Leberzirrhose etwa geschlängelte Venen auf Höhe des Bauchnabels ausdehnen. Dieses Phänomen wird auch bezeichnet als sogenanntes Caput medusae (der ‚Kopf der Medusa‘). Bei Männern kann infolge einer Leberzirrhose eine sogenannte Gynäkomastie auftreten. Die Gynäkomastie beschreibt eine Vergrößerung der Brustdrüsen, der eine Vermehrung von Drüsengewebe zugrunde liegt. Im Zuge einer Leberzirrhose kann es bei Patienten außerdem zu verschieden ausgeprägten Leberfunktionsstörungen kommen. So kann beispielsweise die Entgiftungsfunktion eingeschränkt sein, die die Leber im Körper zum Abbau von Giftstoffen oder Stoffwechselprodukten übernimmt. Ein weiteres mögliches Symptom der Leberzirrhose ist eine auftretende Lackzunge, die zu den Leberhautzeichen zählt: Beschrieben wird hiermit eine trockene und glatte Zunge, die rötlich glänzt. Eine Lackzunge kann beim Betroffenen mit einem brennenden Missempfinden an der Zungenoberfläche verbunden sein.

Ebenso zu den möglichen Hautzeichen einer Leberzirrhose zählt das Auftreten sogenannter Milchglas- oder Terry-Nägel: Die Fingernägel eines Zirrhotikers weisen hier eine Weißverfärbung auf, die durch rot-braune Verfärbungen unterbrochen sein kann. Auch kann neben dem Kleinfingerballen eines Betroffenen die restliche Handinnenfläche eine Rotfärbung aufweisen. Eine sogenannte Geldscheinhaut als weiteres Leberhautzeichen beschreibt eine papierdünne und knitterige Haut, die transparent wirken und auch mit Einblutungen versehen sein kann. Liegt bei einem männlichen Zirrhotiker eine sogenannte Bauch- oder Abdominalglatze vor, so beschreibt dies die Tatsache einer fehlenden Bauchbehaarung. Eine weitere mögliche Folge der Leberzirrhose ist das Auftreten einer sogenannten Juckflechte, also einer Ekzembildung der Haut, die auf entzündliche Prozesse zurückzuführen ist. Die zuletzt genannten Leberhautzeichen sind allerdings nicht spezifisch für eine vorliegende Leberzirrhose; das bedeutet, dass entsprechende Symptome auch infolge anderer Störungen auftreten können, die die Leber betreffen. Im Zuge einer Leberzirrhose können sich bei Patienten außerdem verschiedene sogenannte Sekundärerkrankungen entwickeln. Solche Sekundärerkrankungen sind Folgen von Leberbeeinträchtigungen durch die Leberzirrhose. So kann es bei Zirrhotikern zu einem erhöhten Bauchumfang kommen – möglicher Hintergrund ist eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle. Während dieses Phänomen im Volksmund auch als Bauchwassersucht bezeichnet wird, trägt es in der Medizin den Namen ‚Aszites‘. Meist ist eine auftretende Aszites für den Patienten nicht mit Schmerzen verbunden. Auch in weiteren Körperbereichen können sich in Folge einer Leberzirrhose Flüssigkeiten im Gewebe einlagern. In der Folge kommt es zur Ausbildung möglicher Ödeme (Schwellungen des Gewebes). Ein gelegentlich durch die Leberzirrhose erhöhter Druck in verschiedenen Venen (im Rahmen einer sogenannten portalen Hypertension) kann zu Krampfadern führen, die durch die Speiseröhre verlaufen. Kommt es an diesen Krampfadern zu Blutungen, so kann dies für den betroffenen Patienten lebensbedrohlich sein. Neben einer Vergrößerung der Milz kann die Leberzirrhose des Weiteren zu einer hepatischen Enzephalopathie führen. Hierbei handelt es sich um eine Funktionsstörung, die das Gehirn betrifft. Zurückzuführen ist eine hepatische Enzephalopathie in Folge einer Leberzirrhose unter anderem auf die eingeschränkte Entgiftungsfunktion der Leber. Der schwerste Verlauf einer entsprechenden Gehirnfunktionsstörung aufgrund einer Leberzirrhose kann zum sogenannten Leberkoma, einer schweren Bewusstseinsstörung, führen. Zu den möglichen Symptomen einer Leberzirrhose, die sich mit verschiedenen diagnostischen Instrumenten (wie beispielsweise dem Ultraschall) darstellen lassen, zählt beispielsweise ein optisch veränderter Rand der Leber; der Leberrand kann sich im Zuge einer Leberzirrhose wellig darstellen.

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Symptomverlauf

LeberzirrhoseEbenso wie die Erkrankung der Leberzirrhose an sich nehmen auch die Symptome, die mit der Erkrankung einhergehen, in den meisten Fällen einen schleichenden Verlauf. So können sich entsprechende Symptome je nach Patient über eine Zeitspanne von vielen Jahren aufbauen. Ein sehr rascher Verlauf einer Leberzirrhose, die begleitet wird von ebenso rasch auftretenden Symptomen, liegt vergleichsweise selten vor. In vielen Fällen führen Symptome einer Leberzirrhose bei Betroffenen erst in einem vergleichsweise späten Stadium der Erkrankung zu subjektiven Beschwerden. So treten beispielsweise auch die beschriebenen Leberhautzeichen meist erst in späteren Erkrankungsstadien auf. Um beim einzelnen Patienten das jeweilige Erkrankungsstadium einer Leberzirrhose und eine damit zusammenhängende Prognose definieren zu können, existieren in der Medizin verschiedene Skalen. Als Kriterien für die Diagnose eines bestimmten Erkrankungsstadiums auf der Grundlage entsprechender Skalen gelten unter anderem bestimmte aufgetretene Symptome. Eine Skala, die zum Zweck der Stadienbestimmung einer Leberzirrhose durch Mediziner Anwendung finden kann, ist der sogenannte Child-Pugh-Score (auch bezeichnet als Child-Pugh-Kriterien). Stadium A definiert nach dieser Skala ein relativ frühes Stadium, während Stadium C ein spätes Stadium der Leberzirrhose symbolisiert. Inwiefern sich Symptome einer Leberzirrhose behandeln bzw. lindern lassen, hängt neben dem Erkrankungsstadium unter anderem auch ab von den Ursachen, die der Erkrankung im Einzelfall zugrunde liegen.