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Leberentzündung Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Eine Leberentzündung (Hepatitis) kann sowohl durch verschiedenste Bakterien, Viren und Parasiten als auch durch Alkohol oder Medikamente ausgelöst werden. Leberentzündungen führen zu einer Schädigung der Leberzellen und damit zu einer Störung der Funktionsfähigkeit des Organs. Am häufigsten entstehen Leberentzündungen aufgrund einer Virusinfektion. Die besonders oft krankheitsursächlichen Hepatitis-Viren werden durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel übertragen. Der Hepatitis-A-Virus führt lediglich zu einer akuten Hepatitis, geht also nie in ein chronisches Stadium über und heilt zumeist ohne wesentliche Komplikationen aus. Nach einer Inkubationszeit (der Zeit zwischen der Infektion mit dem Virus und dem Auftreten von Krankheitssymptomen) von etwa 28 Tagen kommt es zu Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Abgeschlagenheit. In den seltenen Fällen, in denen Hepatitis A zu Gelbsucht führt, zeigt sich besonders heller Stuhl und dunkler Urin. Der Hepatitis-B-Virus liegt einer Hepatitis-Infektion am häufigsten zugrunde. Allerdings kommt es bei zwei Dritteln der Infektionen zu keinerlei Symptomen. Nur bei einem Drittel der Infizierten zeigen sich nach einer zwei- bis sechsmonatigen Inkubationszeit akute Symptome einer Gelbsucht (Ikterus) wie eine gelbgefärbte Haut und eine gelbliche Lederhaut (Skleren), die den Augapfel umgibt. Es treten Glieder- und Oberbauchschmerzen sowie Durchfall und Erbrechen auf. Der Urin ist dunkel gefärbt. Bei den meisten akuten Hepatitis-B-Erkrankungen kommt es aber nach zwei- bis sechswöchigem Verlauf zu einer vollständigen Ausheilung. Komplikationen können sich jedoch in Einzelfällen in Form einer Blutgerinnungsschwäche oder einer Enzephalopathie (Gehirnschädigung) ergeben. In einem Prozent dieser Fälle entwickelt sich eine sogenannte fulminante Hepatitis, bei der sich innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen eine lebensgefährliche Situation ausbildet.

Eine Hepatitis, die länger als sechs Monate dauert, wird als chronisch definiert. Bis zu 10 % aller Hepatitis-B-Erkrankungen gehen in ein solches chronisches Stadium über. Die Gefahr, an chronischer Hepatitis B zu erkranken, ist umso größer, je jünger ein Patient zum Zeitpunkt der Infizierung ist. Neugeborene Infizierte haben mit 90 % das höchste chronische Erkrankungsrisiko. Bei vierjährigen Patienten liegt das Risiko einer chronischen Hepatitis noch bei 50 %. Ungefähr 25 % der chronisch Erkrankten entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf zunehmend schwere Symptome wie z. B. Leberzirrhosen und Leberkarzinome. In 25 % der chronischen Krankheitsfälle endet eine Hepatitis B tödlich. Die Übertragung des Hepatitis-C-Virus erfolgt anlässlich von Implantationen, Infusionen oder Infektionen. 80 % aller Hepatitis-C-Erkrankungen nehmen einen chronischen Verlauf. Die nach einer Inkubationszeit von etwa 20 bis 60 Tagen ausbrechende Krankheit verläuft bei 85 % der Erkrankten zunächst ohne oder nur mit geringen Krankheitsanzeichen. Auftretende Symptome sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Druckgefühle in der rechten Oberbauchseite und Gelenkschmerzen. Aufgrund Appetitlosigkeit können auch Gewichtsverluste auftreten.

Bei manchen Erkrankten zeigen sich Gelbsuchtsymptome wie heller Stuhl und dunkler Urin. Bei nicht behandelter chronischer Hepatitis C entwickeln ungefähr 25 % der Patienten nach 20-jähriger Erkrankung eine Leberzirrhose. Außerdem besteht ein erhöhtes Leberkrebsrisiko. Hepatitis D tritt nur bei Patienten auf, die auch an Hepatitis B erkrankt sind. Bei einer gleichzeitig mit Hepatitis B erfolgten Infektion mit Hepatitis B ist der Krankheitsverlauf milder als bei nachträglicher Hepatitis-D-Infizierung, bei der die Leber erkennbar stärker geschädigt wird und sich rasch eine Leberzirrhose oder ein Leberkarzinom entwickeln kann. Eine Hepatitis E verläuft ähnlich einer Hepatitis A, zeigt aber schwerere Verläufe, die in etwa 0,5 bis 4 % aller Erkrankungen zum Tod führen. Während der Schwangerschaft infizierte Frauen weisen sogar eine Sterblichkeitsrate von 25 % auf. Nach Organtransplantationen besteht ein erhöhtes Risiko für den Übergang in ein chronisches Krankheitsstadium unter Entwicklung einer Leberzirrhose. Eine Hepatitis kann aber auch infolge anderer viraler oder bakterieller Infektionen entstehen. Dazu gehören Infizierungen mit Herpesviren wie dem Epstein-Barr-Virus, welches das sog. „Pfeiffersche Drüsenfieber“ auslöst, der Zytomegalievirus, der vor allem bei immungeschwächten Patienten auch zu erhöhten Leberwerten führt, den Herplex-Simplex-Viren, die in einem milden Krankheitsstadium zunächst Hautbläschen verursachen (Herpes labialis, Lippenherpes) oder Jucken im Genitalbereich auslösen (Herpes genitalis) sowie der Varizella-Zoster-Virus, der für Windpocken und Gürtelrose verantwortlich ist. Ferner können auch Mumps- und Rötelerkrankungen eine Hepatitis nach sich ziehen. Zu den bakteriellen, parasitären und Pilz-Erkrankungen, die einer Leberentzündung zugrunde liegen, gehören Tuberkulose, Syphilis, Salmonellen, Rickettsien, Borrelien und die Candida-Hefe.

Symptome bei einer Alkholhepatititis

LeberentzündungAuch Giftstoffe (Toxine) sind ursächlich für eine Hepatitis. Bei Alkoholmissbrauch führt der Wirkstoff Acetaldehyd zu Schädigungen der Leberzellen, so dass die Leberfunktion nach jahrelang überhöhtem Alkoholkonsum zunehmend eingeschränkt wird. Zunächst lagern sich ohne vom Erkrankten spürbare Symptome Fettzellen in der Leber ein, was zu einer Lebervergrößerung führt und sich als leichter Druck in der rechten Oberbauchseite bemerkbar macht. Bei Entwicklung einer chronischen Hepatitis (Alkoholhepatitis) verändert sich die Leberstruktur, wodurch der in der Leber hergestellte Gallensaft möglicherweise nicht ausreichend abfließen kann, so dass eine Gelbsucht entsteht. Bei fortgesetztem Alkoholkonsum vernarbt die Leber, so dass sich eine Leberzirrhose entwickelt. Die für den Körperstoffwechsel sehr bedeutsame Leber kann dann ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen.

Da das Blut zudem nicht mehr durch die Leber zirkulieren kann, bilden sich Ausweichblutkreisläufe, die dauerhaft zu Krampfadern insbesondere in der Speiseröhre führen können. Solche Krampfadern sind sehr verletzungsanfällig und bilden eine Ursache für schwere Blutungen. In anderen inneren Organen kommt es zu Stauungen des Bluts. Ein Blutstau in der Milz führt zu ihrer – eine Überfunktion auslösenden – Vergrößerung. Ein Blutstau im Magen führt zu Mangelfunktionen, die Verdauungsstörungen auslösen können, zumal auch Dünndarm- und Magenschleimhäute durch den Alkoholkonsum unmittelbar geschädigt werden. Wenn aufgrund der Schädigung dieser Schleimhäute zudem Spurenelemente und Vitamine schlechter aufgenommen werden, machen sich Mangelernährungssymptome bemerkbar. Da die Leber ihre blutfilternde Aufgabe nicht mehr wahrnehmen kann, kommt es außerdem zu einer gefährlichen Anreicherung von (stoffwechselbedingt entstehendem) Ammoniak im Blut, woraus sich häufig eine sog. hepatische Enzephalopathie (leberentzündungsbedingte Gehirnfunktionsstörung) entwickelt. Eine Leberentzündung kann auch bei Einnahme bestimmter Medikamente und Drogen sowie bei Vergiftung durch Lösungsmittel und Pilzgifte entstehen.

Symptome bei Sarkoidose und Autoimmunhepatitis

Eine besondere Form der Leberentzündung ist die Sarkoidose (Morbus Boeck), bei der sich in der Leber kleinste Entzündungsknötchen (Granulome) bilden, so dass die Leber anschwillt. In seltenen Fällen tritt eine Autoimmunhepatitis auf, bei der die Leberentzündung durch einen fehlgesteuerten Angriff des körpereigenen Immunsystems auf die Leberzellen ausgelöst wird. Sobald die Leber nicht mehr in der Lage ist, den Gallenfarbstoff Bilirubin abzubauen, treten die Symptome einer Gelbsucht auf. Neben den üblichen Hepatitis-Symptomen kommt es bei Autoimmunhepatitis in vielen Fällen auch zu Haut-, Schilddrüsen-, Dickdarm-, Gefäß- und Brustfellentzündungen sowie zu Anzeichen einer Anämie (Blutarmut).