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Keuchhusten Symptome, Ursachen & Krankheitsverlauf

Beim Keuchhusten (Pertussis) handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem für Säuglinge gefährlich werden kann. Der Keuchhusten gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, befällt jedoch auch immer öfter Erwachsene. Ausgelöst wird die Krankheit, die umgangssprachlich auch Stickhusten genannt wird, durch den Erreger Bordetella pertussis. Dabei handelt es sich um ein stäbchen- oder kugelförmiges Bakterium, das Eiweiße mit zum Teil toxischer Wirkung produziert. Ein weiteres Bakterium aus der Gattung der Bordetellen ist Bordetella parapertussis, das ebenfalls dem Keuchhusten ähnliche Symptome hervorrufen kann. Die Ansteckung mit diesen Bakterien geschieht durch eine Tröpfcheninfektion, dementsprechend hoch ist das Ansteckungsrisiko beim Kontakt mit einem an Keuchhusten Erkrankten. Auch außerhalb des menschlichen Körpers können die Erreger überleben, so dass auch eine Infektion über Gegenstände denkbar ist. Die Inkubationszeit beträgt zwischen ein und drei Wochen. Danach durchläuft der Keuchhusten drei Stadien, die durch unterschiedliche Krankheitssymptome und Dauer gekennzeichnet sind. In der Regel erstreckt sich jedes Stadium des Keuchhustens über zwei bis drei Wochen, insbesondere das letzte Stadium aber kann sich auch bis zu 10 Wochen und länger hinziehen. Die Schwere der Erkrankung ist von vielen individuellen Faktoren abhängig. Häufig verläuft der Keuchhusten in abgemilderter Form wie eine leichte, aber langwierigen Bronchitis, und auch „stumme“ Infektion ohne besondere auftretende Symptome sind möglich. Aufgrund dieser Unterschiedlichkeiten und der zuerst auftretenden unspezifischen Symptome wird eine Keuchhusten-Erkrankung meistens erst spät diagnostiziert. Der Nachweis kann im ersten Krankheitsstadium über einen Rachenabstrich und in späteren Phasen auch über eine Blutuntersuchung erfolgen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt und können den Verlauf der Erkrankung allenfalls leicht mildern. Eine Impfung gegen Keuchhusten ist möglich, jedoch nur mit Kombinationsimpfstoffen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Schutzwirkung nur bei 70-90% liegt, und ohne eine Auffrischung im Erwachsenenalter die Gefahr einer späteren Infektion relativ hoch ist.

Keuchhusten Symptome

Inhaltsverzeichnis zum Thema Keuchhusten

KeuchhustenDie Symptome der ersten Phase, des Stadiums catarrhale, sind sehr unspezifisch. Etwa 7 bis 21 Tage nach der erfolgten Ansteckung treten in dieser, auch Prodromalstadium genannten Zeit grippeähnliche Beschwerden auf. Schnupfen, trockener Reizhusten, eventuell etwas Fieber und Abgeschlagenheit werden häufig als einfache Erkältung gewertet. Der jetzt möglicherweise schon auftretende Husten hat noch nicht den für Keuchhusten charakteristischen Klang. An eine hochansteckende Infektionskrankheit denkt hier meistens noch niemand.

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In diesem Stadium ist die Ansteckungsgefahr jedoch am größten. Wenn man nach dem Kontakt mit an Keuchhusten Erkrankten oder nach dem Besuch einer Einrichtung wie Schule oder Kindergarten, in der es Fälle von Keuchhusten gab, an Erkältungssymptomen leidet, sollte man sich in jedem Fall schnell testen lassen, um eine Weitergabe der Krankheit, vor allem an die besonders gefährdeten Säuglinge, zu vermeiden. Eine frühzeitige Gabe von Antibiotika kann die Ansteckungsfähigkeit innerhalb einer Woche zum Verschwinden bringen, ansonsten besteht das Risiko einer Ansteckung noch bis in das letzte Stadium der Krankheit hinein.

Nach dem Abklingen der Erkältungssymptome des ersten Stadiums zeigen sich im folgenden Stadium convulsivum nun die klassischen Symptome des Keuchhustens. In der Regel tritt jetzt der für eine Pertussis-Erkrankung typische keuchende Husten auf. Dabei kommt es zu Hustenanfällen, die aus mehreren, stakkatoartigen Hustenstößen bestehen. Diesen folgt meistens ein pfeifendes, keuchendes Einatmen, das der Krankheit auch ihren Namen gab. Die Patienten strecken hierbei häufig die Zunge heraus und das Gesicht kann sich durch die auftretende Atemnot rot oder blau verfärben. Sehr charakteristisch für den Keuchhusten ist das häufig auftretende Erbrechen, das die Hustenanfälle begleitet. Erst wenn ein zäher Schleim hochgewürgt werden kann, verschwindet der Husten- und Brechreiz, und es kehrt Ruhe ein. Eine aufrechte Position des Körpers erleichtert im Allgemeinen das Husten. Zur Linderung können ebenfalls pflanzliche Präparate mit Thymian oder Spitzwegerich eingesetzt werden. Der Keuchhusten ist eine Krankheit, die vorwiegend nachts auftritt. So kann es durchaus sein, dass die Patienten tagsüber so gut wie keine Beschwerden haben, sondern erst abends und in der Nacht unter dem Husten leiden. In anderen Fällen werden die Hustenanfälle auch tagsüber und manchmal schon von den kleinsten Reizen wie Essen, Trinken, Bewegung oder kalter Luft ausgelöst. Besonders kritisch ist dies, wenn Essen und Trinken durch Husten und Erbrechen so erschwert werden, dass geschwächte Patienten dadurch an Körpergewicht abnehmen. Die zweite Phase des Keuchhustens ist besonders gefährlich für Säuglinge. Sie können den entstehenden Schleim nicht alleine abhusten, dadurch kann es zu lebensgefährlichen Atemaussetzern und einem Anschwellen der Atemwege kommen. Oft werden erkrankten Säuglinge mit schwerem Krankheitsverlauf daher im Krankenhaus intensiv überwacht. Die Diagnose „Keuchhusten“ fällt meistens in das zweite Stadium der Erkrankung, denn die typischen Symptome weisen nun meistens klar auf eine Infektion mit Pertussis hin. Sofern die Ansteckungsfähigkeit nicht durch die Gabe von Antibiotika beeinflusst wurde, ist während des Krankheitsverlaufes eine Isolierung des Patienten nötig, um eine Weitergabe zu verhindern.

Neben dem Husten, dem Erbrechen und einem eventuell gestörten Allgemeinbefinden können noch andere Begleiterscheinungen auftreten. Am häufigsten sind wohl Bauchschmerzen und Muskelkater – beides kann durch die anstrengenden Hustenanfälle entstehen. Nach zwei bis 6 Wochen geht das Stadium convulsivum dann in die dritte Phase der Erkrankung, das Stadium decrementi über. Nun schwächt sich der Husten allmählich ab, die Hustenanfälle werden weniger und das Erbrechen verschwindet. Auch das Allgemeinbefinden bessert sich langsam wieder. Bis zum vollständigen Verschwinden der Symptome kann es aber noch eine ganze Weile dauern. Eine Erkrankungsdauer von mehreren Monaten ist keine Seltenheit. Das typische Husten kann immer wieder auftreten, ist aber viel schwächer ausgeprägt als in der mittleren Phase. Besonders bei kleinen Kindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen können während einer Infektion mit Keuchhusten auch leichte bis schwere Komplikationen auftreten. Dazu gehören unter anderem Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und bei besonders starken Hustenanfällen auch Rippen- oder Leistenbrüche, Blutungen und Inkontinenz. Eine Keuchhusten-Erkrankung schwächt das Immunsystem, so dass danach aufbauende und stärkende Maßnahmen sinnvoll sind. Positiv auf den Krankheitsverlauf des Keuchhustens und die Stärkung der Immunabwehr kann sich ein Aufenthalt an der See oder im Gebirge auswirken. Im Erwachsenenalter fehlt oft das charakteristische Husten und die ausgeprägte Unterscheidung der verschiedenen Stadien. Ein Keuchhusten kann hier mit den gleichen Symptomen wie eine Bronchitis daherkommen. Nur die besonders lange Dauer und eventuell auftretende Komplikationen sind dann ein mögliches Indiz auf die Infektionskrankheit Keuchhusten. Wie andere Kinderkrankheiten auch, verläuft der Keuchhusten im Erwachsenenalter oft schwerwiegender als bei Kindern.