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Myom

Inhaltsverzeichnis
    1. Gebärmuttermyome
    2. Myome
Myome sind gutartige Tumore der Muskeln, die abhängig vom Ursprung der sie bildenden Myomzellen und ihrer genauen Zusammensetzung in vier Typen unterschieden werden: Rhabdomyome sind die seltensten Tumore im menschlichen Körper. Sie entstehen aus Bestandteilen der quergestreiften Muskulatur, also des Herz- oder Skelettmuskels. Sie sind vor allem im Kopf-Hals-Bereich lokalisierbar, können jedoch auch im Herzen auftreten. In der Regel verursachen Rhabdomyome keine Beschwerden, so dass keine Therapie nötig ist. Die Prognose ist sehr gut, nur in seltenen Fällen kommt es bei Neugeborenen zu Todesfällen. Adenomyome sind Mischtumore aus Tumoren des glatten Muskelgewebes, den reinen Myomen, und Drüsengewebstumoren, den Adenomen. Adenomyome sind seltener als Adenome und reine Myome und vor allem in Prostata und Gebärmutter zu finden. Im Normalfall sind Adenomyome beschwerdefrei und fallen nur als Zufallsbefunde auf, es kann jedoch zu Menstruationsstörungen kommen. Fibroleiomyome sind sogenannte Mischtumore, die aus den beiden entarteten Zelltypen der glatten Muskelzellen und Fibroblasten bestehen. Muskelzellen bilden Leiomyome, auf die im Folgenden ausführlich eingegangen werden soll, Fibroblasten die Bindegewebstumore, Fibrome genannt. Fibroleiomyome sind häufig bei Hündinnen und Katzen anzutreffen, kommen jedoch auch beim Menschen vor. Aufgrund ihrer vergleichsweisen Seltenheit wurden bis dato Studien versäumt, so dass sich keine eindeutigen Aussagen zu den Symptomen treffen lassen. Die häufigsten Myome sind die Leiomyome, die rein aus glattem Muskelgewebe bestehen. Sie können in allen Organen entstehen, die glatte Muskulatur besitzen, also in Hautanhangsgebilden, der Speiseröhre, in Gefäßen und den ableitenden Harnwegen. Selten wurde über Leiomyome im Schädel berichtet. Über 90% der Leiomyome treten in der Gebärmutter auf, der medizinische Fachbegriff lautet Uterusleiomyome. Da die Myome der Gebärmutter die häufigsten Myome sind, sollen diese im Folgenden ausführlicher betrachtet werden.

Gebärmuttermyome

MyomLaut Statistiken hat jede dritte Frau über 35 ein Gebärmuttermyom. Diese hohe Anzahl bei relativer Unbekanntheit der Symptomatik erklärt sich daraus, dass Gebärmuttermyome in der Regel keinerlei Beschwerden verursachen. Gebärmuttermyome gehören somit zu den wichtigsten frauenärztlichen Zufallsbefunden ohne Krankheitswert. Die Ursachen des Gebärmuttermyoms sind bis dato wenig erforscht, so dass es auch keine ursachenbezogene Therapie gibt. Man vermutet Wachstumsschübe, wie sie während einer Schwangerschaft benötigt werden und genetische Faktoren aus Auslöser. Bekannt ist die Rolle des Östrogens: Dieses regt das Wachstum der Myome an, so dass diese nur bei geschlechtsreifen Frauen auftreten und ihr Wachstum normalerweise mit den Wechseljahren zum Stillstand kommt. Selten wachsen bestehende Myome nach der Menopause weiter. Gebärmuttermyome können jahrelang schmerzfrei sein, 25% der Frauen bemerken keine Symptome. Treten Beschwerden auf, so sind diese sehr vielfältig und teilweise nicht eindeutig. Eindeutig gynäkologisch sind Menstruationsbeschwerden wie ein gestörter Zyklus und sehr schmerzhaft Blutungen. Schmerzen treten jedoch nur bei einem Drittel der Betroffenen auf und bewegen sich zwischen leichten Druckbeschwerden, Fremdkörpergefühlen und schweren Krämpfen. Da ein Großteil der Betroffenen unter starken Blutungen leidet, tritt häufig eine Eisenmangelanämie mit Herz-Kreislauf-Beschwerden auf. Betroffene einer Eisenmangelanämie sind sehr blass und leiden unter diffusen Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen und Kopfschmerzen. Gebärmuttermyome können zudem abhängig von Größe, Wachstum und Lage zu Beschwerden an anderen Organen führen, die Frauen nicht sofort als gynäkologisch verstehen. Es muss hierbei zwischen den vier Formen unterschieden werden: Submuköse, intramulare, suberöse und intraligamentär wachsende

Myome

Intraligamentär wachsende Myome wachsen in den Bindegewebsschichten seitlich der Gebärmutter und sind äußerst selten. Aufgrund ihrer Lage können sie auf den Harnleiter drücken, dadurch zu einem Harnstau führen und Nierenerkrankungen, vor allem eine Nierenbeckenentzündung, verursachen. Subseröse Myome sind unter der Bauchhaut der Gebärmutter lokalisiert und können sehr groß werden. Nach jahrelanger Beschwerdefreiheit können sie nach stetigem Wachstum einen so starken Druck auf Darm und Blase auslösen, dass die Patientin unter Unterbauchschmerzen, Verstopfungen und häufigem Harndrang leidet. Intramurale Myome liegen in der Muskelschicht der Gebärmutter und werden ausgesprochen groß. Intramurale Myome üben einen so starken Druck auf die Blase aus, dass die Patientin neben Regelbeschwerden über Beschwerden beim Wasserlassen klagt. Die entstehende Dysurie ist ein häufiges Symptom der Blasenentzündung und führt zu einer schmerzhaften, erschwerten und dadurch häufigen Blasenentleerung. Submuköse Myome finden sich direkt unter oder in Nachbarschaft zu der Gebärmutterschleimhaut. Eine Sonderform des submukösen Myoms ist das Myoma in statu nascendi, das medizinisch als gestieltes Myom beschrieben wird und in der Gebärmutter sozusagen geboren wird. Diese Myomform verursacht starke Menstruationsbeschwerden und kann Zyklusstörungen verursachen. Alle Typen können bei ungünstiger Lage zudem Rückenschmerzen und Ischiasprobleme verursachen. Gute Allgemeinmediziner und Orthopäden wissen um diese Zusammenhänge und werden Frauen bei unklaren Beschwerden zur weiteren Abklärung zu einem Gynäkologen überweisen. Auch symptomfreie Myome können zu Fruchtbarkeitsproblemen führen und die Risiken bei einer Schwangerschaft erhöhen. So ist die Rate an Fehl- und Frühgeburten bei Betroffenen höher und können sich tief sitzende Myome aller Formen geburtshindernd auswirken. Haben Frauen Probleme mit dem Schwanger werden, so wird der Frauenarzt daher ein Myom als Ursache in Erwägung ziehen. Die Abklärung erfolgt unkompliziert mit Ultraschall. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind Ultraschall, Blutanalyse mit Messung des Östrogenspiegels und, bei Verdacht auf Bösartigkeit, die Ausschabung. Myome können zwar vom Frauenarzt diagnostiziert werden, aufgrund der Vielseitigkeit der Beschwerden müssen jedoch häufig ein oder mehrere Fachärzte hinzugezogen werden. Zur Spiegelung von Bauchraum und Gebärmutter wird ein Chirurg benötigt, die diagnostische Auswertung von Größe und Ausmaß des Myoms erfolgt durch einen Gynäkologen. Besteht der Verdacht, dass das Myom sich auf Harnleiter und Nieren auswirkt, so muss gemeinsam mit einem Urologen eine Blasenspiegelung oder ein Pyelogramm durchgeführt werden. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird intravenös ein Kontrastmittel verabreicht, um Harnwege und Nieren sichtbar zu machen. Der Gastroenterologe nimmt gegebenenfalls eine Darmspiegelung vor. Die Therapie eines Gebärmuttermyoms richtet sich nach der Stärke der Beschwerden. Ist die Betroffene symptomlos und besteht kein aktueller Schwangerschaftswunsch, so verzichtet man auf eine Therapie. Eine regelmäßige Kontrolle des Wachstums ist jedoch unerlässlich, um negative Auswirkungen des Myoms und starke Beschwerden aufgrund schnellen Wachstums zu verhindern. Das Therapieziel richtet sich nach Alter der Frau und bestehendem Kinderwunsch. So bemüht man sich bei jungen Frauen unbedingt um die Erhaltung der Gebärmutter, während dieses Bestreben bei älteren Patientinnen und abgeschlossenem Kinderwunsch in den Hintergrund tritt. Es stehen dann zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter auch die Entfernung der Gebärmutter. Dieser operative Eingriff wird vor allem dann als Therapiemethode gewählt, wenn die Erhaltung der Gebärmutter nicht möglich oder nicht nötig ist.