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Magengeschwür

Ein Magengeschwür ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt eine Gefahr darstellt. Das Magengeschwür ist eine gutartige Entzündung der Magenschleimhaut, die sich über mehrere Schichten der Schleimhaut ausgebreitet hat. Das Magengeschwür tritt bei weniger als einem Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Typischerweise sind die Patienten älter als 50 Jahre. Gibt es innerhalb einer Familie bereits Betroffene, ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Magengeschwür zu erkranken, für die übrigen Familienmitglieder um bis zu 50% erhöht. Die Ursachen eines Magengeschwürs sind vielfältig. Magengeschwüre können durch eine Überproduktion von Magensäure ausgelöst werden, indem die überflüssige Säure die Schleimhaut angreift, die sich in der Folge entzündet. Ursächlich für ein Geschwür kann auch ein gestörter Bewegungsablauf des Magens sein, der dazu führt, dass der Mageninhalt sich nur unter Verzögerungen entleert. Dann läuft ein Teil der mit Gallensäften durchsetzten Nahrung vom Zwölffingerdarm in den Magen zurück. Der Magen kommt so in Kontakt mit Gallensäure. Die aggressive Säure greift die Magenschleimhaut an, die sich dann entzündet. Der Genuss von Alkohol und Nikotin kann ebenfalls zu den Faktoren gehören, die die Entstehung eines Magengeschwürs begünstigen. Besonders hochprozentige alkoholische Getränke wie Schnaps führen zu leichten Entzündungen der Magenschleimhaut. Nikotin fördert die Produktion von Magensäure, die die Schleimhaut angreift. Umstritten ist bisher die Frage, ob das Bakterium Helicobacter pylori mitverantwortlich für die Entstehung von Magengeschwüren ist. Dies ist nicht auszuschließen, da eine auffällig hohe Anzahl an Patienten mit Magengeschwür einen Helicobacterbefall aufweist. Die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, unter anderem Rheumamittel und Acetylsalicylsäure (Aspirin), kann zu einer Vergiftung der Schleimhaut des Magens führen. Zusätzlich hemmen diese Medikamente die Produktion der so genannten Prostaglandine, die für einen natürlichen Schutz der Magenschleimhaut sorgen. Auch Stress und Depressionen können zusammen mit anderen psychischen Faktoren die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen, denn auch sie kurbeln eventuell die Produktion von Magensäure an. Da es im Bereich des Magens diverse harmlose Störungen und Krankheiten gibt, die zum Teil ähnliche Beschwerden auslösen, kann die sichere Diagnose eines Magengeschwürs nur vom Fachmann gestellt werden. Der Gastroenterologe führt mit dem Betroffenen zunächst ein Beratungsgespräch, in dem er abfragt, ob bereits zuvor Magengeschwüre auftraten, ob der Patient Raucher ist und welche Medikamente er einnimmt. Anschließend wird in der Regel eine Magenspiegelung durchgeführt, bei der das Geschwür sicher erkannt wird. Mittels einer solchen Spiegelung stellt der Arzt auch fest, ob andere Probleme des Magens für die Symptome verantwortlich sind. Anhand von Gewebeproben kann der Arzt ermitteln, ob eventuell ein Magenkrebs vorliegt und ob der Patient vom Bakterium Helicobacter pylori befallen ist.

Symptome

MagengeschwürDie Symptome eines Magengeschwürs lassen sich schwer von denen anderer Magen- und Darmerkrankungen abgrenzen. Deshalb gilt generell, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum immer wieder unter Magenschmerzen bzw. unter Verdauungsproblemen wie Durchfall, Verstopfung oder einem Wechsel von beidem leiden, einen Arzt aufsuchen und die Symptome abklären sollten. Kennzeichnend für ein Magengeschwür können ein starker Druck und beißende Schmerzen im Oberbauch sein. Die Schmerzen werden zum Teil sehr quälend und strahlen bis in den Rücken, ins Brustbein oder in den Unterbauch aus. Manche Betroffene verspüren durch die Aufnahme von Nahrung eine kurze Erleichterung ihrer Beschwerden, bei anderen verschlimmert das Essen die Symptome. Neben den Schmerzen klagen Patienten mit einem Magengeschwür häufig über Übelkeit, die zum Teil zum Erbrechen führt. In schwereren Fällen kann dem Erbrochenen Blut beigemengt sein. Auch im Stuhl kann sich Blut befinden. Da das Blut auf dem Weg vom Magen bereits geronnen ist, wird es jedoch häufig nicht als solches erkannt. Blut, das aus dem Magen kommt, färbt den Stuhl schwarz und nicht rot. Charakteristisch für ein Magengeschwür ist auch ein teils starkes Abnehmen der Patienten ohne ersichtlichen Grund. Viele klagen darüber, dass sie plötzlich Ekel vor Nahrungsmitteln empfinden, die sie früher gerne zu sich genommen haben. Es kommt jedoch auch vor, dass ein Magengeschwür überhaupt keine Symptome mit sich bringt. Bei manchen Patienten wird das Geschwür deshalb zunächst gar nicht oder nur im Rahmen einer Routineuntersuchung erkannt. Ein ernstzunehmendes Warnzeichen sind auf jeden Fall der für ein Magengeschwür typische schwarze Stuhl und Blut im Erbrochenen. Treten diese Symptome auf, muss der Patient sofort zum Arzt. Ein unbehandeltes Magengeschwür beginnt eventuell zu bluten, es kann durchbrechen oder eine Bauchfellentzündung auslösen. Wird das Magengeschwür dagegen rechtzeitig erkannt, kann der Arzt umgehend eine fachgerechte Behandlung einleiten. Wichtig bei dieser Behandlung ist, dass der Patient umgehend den Konsum von Zigaretten und Alkohol einstellen muss. Die weitere Therapie erfolgt medikamentös. Unproblematische Magengeschwüre lassen sich ohne weiteres mittels Medikamenten behandeln und beseitigen. Erst wenn ein Magengeschwür auch nach dreimonatiger Behandlung nicht auf die Therapie anspricht, muss der Arzt erwägen, das Geschwür operativ zu entfernen.

Abgrenzung von anderen Magenerkrankungen

Eine sichere Abgrenzung des Magengeschwürs von anderen Erkrankungen kann nur durch eine Magenspiegelung erfolgen. Selbst wenn aufgrund des Lebensalters die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Patient nicht unter einem Magengeschwür leidet, sollte diese Diagnose auf jeden Fall mit einer Spiegelung abgesichert werden. Es gibt einige harmlose, psychosomatisch verursachte Beschwerden, deren Symptome denen eines Magengeschwürs oder einer Magenschleimhautentzündung ähneln können. Dazu gehört zum Beispiel der Reizmagen. Auch ein Reizdarm kann ohne erkennbare Veränderungen der Verdauungsorgane starke Schmerzen mit sich bringen. Einen grundsätzlichen Hinweis darauf, ob ein Magengeschwür vorliegt oder eine psychosomatisch bedingte Erkrankung der Grund für die Beschwerden ist, kann die zeitliche Zuordnung der Beschwerden liefern. Patienten mit Reizmagen und Reizdarm sind im Schlaf häufig beschwerdefrei, die Schmerzen äußern sich ausschließlich tagsüber bzw. im Wachzustand. Dies ist bei einem Magengeschwür nicht der Fall. Dieses plagt die Betroffenen auch nachts und es kann vorkommen, dass sie durch die Schmerzen geweckt werden.