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Glaukom

Das Glaukom ist im Volksmund auch bekannt als Grüner Star. Es handelt sich um eine stetig voranschreitende Schädigung des Sehnervs, die durch einen erhöhten Augendruck verursacht wird und die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Deshalb muss ein Glaukom umgehend behandelt werden. Betroffene sollten daher einen Arzt aufsuchen, sobald sie die im unteren Abschnitt dargestellten Symptome bei sich feststellen. Da die Patienten oftmals im Anfangsstadium keine Symptome bemerken und später in vielen Fällen nicht richtig einordnen können, unter welcher Erkrankung sie leiden, ist das Glaukom immer noch eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Derzeit steht es weltweit auf Platz drei der Ursachenstatistik. In Deutschland ist das Glaukom der Grund für jede fünfte Erblindung. Dies ist nur eine vorsichtige Schätzung, denn die Dunkelziffer ist vermutlich hoch: Ungefähr die Hälfte aller Glaukome wird in Deutschland nicht erkannt. Weltweit dürften es sogar noch wesentlich mehr sein, denn gerade in Entwicklungsländern ist die augenärztliche Versorgung immer noch unzureichend.

Symptome des Glaukoms

GlaukomDas Tückische an einem Glaukom ist es, dass sich dieses zunächst durch keinerlei Symptome äußert. Im Frühstadium der Erkrankung ist der Betroffene vollkommen beschwerdefrei. Seine Sehfähigkeit ist nicht eingeschränkt. Während dies der Fall ist, schreitet jedoch die Schädigung des Sehnervs bereits voran. Je nach Glaukomtyp kann die Symptomfreiheit unterschiedlich lange andauern. Das Problematische daran ist die Tatsache, dass die Schädigung des Sehnervs aufgrund der Beschwerdefreiheit im Frühstadium bereits deutlich fortgeschritten ist, ehe ein Arzt das Glaukom entdeckt und es fachgerecht behandeln kann. Rückgängig machen kann der Augenarzt die bereits erfolgte Schädigung nicht. Deshalb dürfen Patienten keine Zeit verlieren, sondern müssen bei den ersten Symptomen, die auf ein Glaukom hindeuten können, sofort den Augenarzt aufsuchen. Wird das Glaukom nicht behandelt, führt es schließlich zur völligen Erblindung. Während es im frühen Stadium häufig gar keine Symptome verursacht, entstehen im mittleren bis späten Stadium der Krankheit sehr typische Anzeichen für die Erkrankung. Charakteristisch für ein Glaukom ist eine Einschränkung des Blickfeldes. Diese erfolgt in der Regel von außen nach innen. Mit der Zeit wird das Feld, das der Patient überblicken kann, immer enger. In seltenen Fällen kann die Einschränkung der Sicht auch von der Mitte des Blickfeldes her erfolgen. Der Prozess der Sichtfeldeinengung schreitet normalerweise schleichend voran. Das Glaukom kommt zumeist bei älteren Menschen vor. Das Risiko nimmt ab dem Alter von 40 Jahren stetig zu. Ein erhöhtes Glaukomrisiko liegt bei Patienten vor, in deren direkter Verwandtschaft (Eltern, Geschwister) es bereits Betroffene gibt. Auch Patienten, die bereits an einem Auge ein Glaukom hatten, haben ein deutlich größeres Risiko, dass auch das zweite Auge daran erkrankt. Daraus schließen Forscher, dass die Vererbung beim Glaukom eine wichtige Rolle spielt. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie eine bereits vorhandene gravierende Fehlsichtigkeit. Es gibt jedoch auch Glaukome, die angeboren sind. Säuglinge, die mit einem Glaukom geboren werden, leiden oft unter einer schnellen Erhöhung des Augeninnendrucks. Diese sorgt für starke Beschwerden, die das Baby durch allgemeine Unruhe, häufiges Schreien und den Versuch, mit den Händen die Augen zu erreichen, zu äußern versucht. Treten solche Symptome auf, sollte der Säugling von einem Augenarzt untersucht werden. Stellt dieser ein Glaukom fest, muss es möglichst schnell operativ behandelt werden, da der Sehnerv sonst zeitnah irreparabel geschädigt werden kann. Neben dem so genannten primären Glaukom, dessen Symptome hier beschrieben wurden, gibt es das sekundäre Glaukom. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es im Rahmen von anderen Erkrankungen auftritt. Seine Symptome hängen sehr stark davon ab, welche primäre Erkrankung das Glaukom ausgelöst hat. Bei den zugrunde liegenden Krankheiten handelt es sich ebenfalls um Augenkrankheiten, die ihre eigenen Symptome mit sich bringen. Normalerweise überwiegen diese und die Symptome des Glaukoms werden daher vom Patienten häufig nicht als Folgen einer weiteren Erkrankung gedeutet. Zu den Krankheiten, in deren Rahmen ein sekundäres Glaukom auftreten kann, gehören Verletzungen der Netzhaut, bösartige Geschwülste im Bereich des Auges sowie Entzündungen oder Verschlüsse der zur Netzhaut gehörenden Gefäße, wie sie beispielsweise durch Diabetes verursacht werden. Häufig äußert sich das hinzugekommene Glaukom, ähnlich wie das primäre Glaukom, zunächst nicht. Seine Symptome verschlimmern sich nur schleichend und bleiben deshalb dem Patienten nicht selten für lange Zeit verborgen. Günstig wirkt es sich auf die Diagnostik aus, dass sich Betroffene in aller Regel bereits wegen ihrer Grunderkrankung in augenärztlicher Behandlung befinden. Der Augenarzt weiß um das Risiko der sekundären Glaukombildung und hat dementsprechend ein Auge auf Symptome, die in Richtung des Glaukoms weisen. Da er ohnehin regelmäßige Augenkontrollen durchführt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das sekundäre Glaukom erkannt wird, bevor es Schädigungen des Sehnervs verursacht, relativ hoch.

Symptome eines Glaukomanfalls

Ein Glaukom kann einen gefährlichen Glaukomanfall verursachen. Dieser auch als akutes Winkelblockglaukom bezeichnete Anfall kann unbehandelt sehr schnell zu einer Erblindung des Patienten führen. Zu den Symptomen des Glaukomanfalls gehören ein stark gerötetes Auge, Schmerzen im Auge, die oft auf den Kopf übergreifen, ein harter Augapfel und eine Anschwellung der Hornhaut, die durch den für das Glaukom typischen erhöhten Augendruck verursacht wird. Im Rahmen des Glaukomanfalls kann es auch zu Sehstörungen kommen, die sich oft als Sehen von Schleiern oder von Ringen in den Regenbogenfarben zeigen, die um jede Art von Licht herum auftreten. Neben diesen Symptomen kommt es zu Unwohlsein und Übelkeit, die mit Brechreiz verbunden sein kann. Der Augendruck steigt stark an, weswegen die Betroffenen sofort einen auf die Augen spezialisierten Arzt aufsuchen sollten. Dieser kann die Symptome schnell beseitigen. Die Ursache für einen Glaukomanfall kann in der Einnahme bestimmter Medikamente (Mittel gegen Depressionen, gegen Allergien und gegen Schwindel) liegen. Auch die plötzliche Erweiterung der Pupillen, die zum Beispiel durch starkes Erschrecken ausgelöst wird, kann für einen Glaukomanfall verantwortlich sein.